
The episode explores the vibrant culture and music scene of São Vicente, particularly in Mindelo, contrasting it with Santo Antão.
Es ist kurz vor Mitternacht. Eine nackte Glühbirne schaukelt im Atlantikwind. Vor Michi auf dem Bürgersteig spielen vier Jungs - Gitarre, Bass, Trommel, Sänger, vielleicht 22 Jahre alt, eine Stimme wie Frank Ocean. Seit einer Stunde kennt er keinen einzigen Song. Dann macht der Drummer einen Auftakt. Drei Akkorde. Bob Marley - Is this Love!? Und plötzlich ist die Straße voll. So fühlt sich Mindelo an. Die dritte Kapverden-Folge ist anders. Kein Wandern, keine Steilküste, keine Vulkankrater. São Vicente ist das genaue Gegenteil von Santo Antão - trocken, kompakt, urban. Und in Mindelo, der kleinen Hafenstadt, die mal als Kohletankstelle des Atlantiks die Welt versorgte, steckt so viel Musik und Geschichte, dass Michi kaum weiß, wo er anfangen soll. Der Flughafen trägt den Namen einer Sängerin, die barfuß auf Bühnen der Welt stand. Cesária Évora. Im Café Mindelo weht abends der Atlantik durch 20 offene Fenster und eine 18-jährige Gitarristin spielt Intoxication vom Kölner Reggae-Star Gentleman, den Michi persönlich kennt. Und wer einen Tag übrig hat, mietet sich ein kleines Auto und fährt einmal um die ganze Insel. Es dauert keine zwei Stunden. Dafürn gibt es den…
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