Ep. 366: War Keynes ein (Post-)Liberaler?

Ep. 366: War Keynes ein (Post-)Liberaler?

August 12, 2026 · 36 min

About this episode

In dieser Episode wird die Frage erörtert, ob John Maynard Keynes als (Post-)Liberal betrachtet werden kann und welche Reformen des Liberalismus notwendig sind, um den modernen Kapitalismus zu bewältigen.

Schon lange wurde nicht mehr so intensiv über das mögliche Ende des Liberalismus diskutiert. Unter dem Begriff Postliberalismus finden sich rechte wie linke Denker ein, die die liberale Demokratie kritisieren, ihre Institutionen reformieren oder abschaffen und das Wählervotum aufwerten wollen. Auch fragen sie, ob eine auf Individualismus gegründete Gesellschaft ausreichend sein kann, oder ob es doch so etwas wie Gemeinschaft braucht. Interessant ist dabei, dass schon John Maynard Keynes sich die Frage stellte: Bin ich liberal? Keynes erteilte dem Laissez-Faire-Kapitalismus ebenfalls eine Absage, nicht jedoch dem Liberalismus an sich. Dieser sei allerdings zu reformieren, um dem modernen Kapitalismus gewachsen zu sein. Individuelle Freiheiten wollte Keynes durchaus erweitern, aber auch die Hand des Staates gelte es zu stärken und vom Parlament unabhängige Institutionen sollten mehr Macht zugesprochen bekommen. Damit ist selbst im Keynesianismus schon ein Liberalismus angelegt, den die Postliberalen heute kritisieren, wenngleich sie auch mitunter einen starken Staat wünschen. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“! Literatur…

People in this episode

Hosts: Ole Nymoen, Wolfgang M. Schmitt

Topics covered

Keywords

Mentioned in this episode

Organizations: Metropolis

Books & works: Bin ich ein Liberaler?, The End of Laissez-Faire

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