
Rabbiner Andrew Steiman discusses the significance of the Torah being given in the wilderness and its implications for society and identity.
Rabbiner Andrew Steiman entfaltet im Gespräch den Wochenabschnitt Bamidbar ( 4. Mose 1,1–4,20 ), der mit einer großen Volkszählung Israels in der Wüste Sinai beginnt. Warum, fragen die rabbinischen Lehrer, wird die Tora gerade in der Wüste gegeben? Weil die Wüste niemandem gehört – und damit allen. Sie ist ein Lehrraum, frei von den Ideologien der jeweiligen Herrscher und Hauptstädte. Die Wahrheit der Tora bleibt unverfügbar, sie lässt sich nicht ideologisch vereinnahmen. Eine Midrasch-Legende, die zum bevorstehenden Wochenfest Schawuot passt, erzählt vom Berg Sinai: Während Karmel, Tabor und andere Berge um die Ehre der Toraoffenbarung wetteifern, schweigt der unscheinbare Sinai. Gerade deshalb wird er erwählt – und dort, wo Mose mit der Tora hinabsteigt, beginnt es zu sprießen und zu grünen. Tora ist Leben. Aus diesem Grund schmücken Gemeinden ihre Synagogen zu Schawuot mit Pflanzen. Im Zentrum der Auslegung steht die Spannung zwischen Demografie und Mathematik einerseits und dem inneren Zusammenhalt eines Volkes andererseits. Bamidbar beginnt mit einer Kopf-für-Kopf-Zählung nach Familien und Stammhäusern – Bezüge, die das bloße Zahlenwerk mit Leben füllen. Anknüpfend an eine…
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