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Schabbat Chukkat & Balak || Der Fels, der Stab und ein hartes Urteil
Jun 26, 2026
26m 07s
Schabbat Korach || Wenn Streit nur der Macht dient
Jun 19, 2026
53m 29s
Schabbat Schlach lecha || Schaufäden gegen die Angst
Jun 12, 2026
48m 48s
Schabbat Behaalotcha || Keine Sonderregeln – nicht einmal für Mose
Jun 5, 2026
23m 32s
Schabbat Nasso || Segen, der verbindet
May 29, 2026
25m 27s
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| Date | Episode | Topics | Guests | Brands | Places | Keywords | Sponsor | Length | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 6/26/26 | ![]() Schabbat Chukkat & Balak || Der Fels, der Stab und ein hartes Urteil | Im Doppelabschnitt Chukkat-Balak (4. Mose 19,1–25,9) widmet sich Rabbiner Alexander Nachama der bewegenden Frage, warum Mosche und Aaron das verheißene Land nicht betreten dürfen. Den Auftakt bildet das Gesetz der roten Kuh, deren Asche zur Reinigung dient und deren Fehlen heute als Hindernis für einen neuen Tempel gilt.Im Zentrum steht jedoch Kapitel 20. Mit dem Tod Miriams beginnt der Abschnitt traurig. Der Raschbam deutet die ausdrückliche Erwähnung ihres Begräbnisses: Miriam ist die Erste, die wieder ein reguläres Begräbnis erhält und nicht mehr am Tischa BeAw stirbt. Damit ist die erste, aus Ägypten ausgezogene Generation vollständig verstorben — vierzig Jahre sind vergangen, eine neue Generation tritt an.Doch die Hoffnung trügt: Es fehlt an Wasser, und einem Midrasch zufolge versiegt mit Miriams Tod die mitwandernde Quelle. Das Volk hadert mit den alten Vorwürfen. Gott gebietet Mosche, mit dem Stab zum Felsen zu reden, damit dieser Wasser gebe. Stattdessen schilt Mosche das Volk als ungehorsam und schlägt den Felsen zweimal. Wasser fließt, doch das Urteil folgt: Beide dürfen das Land nicht betreten, weil sie Gott nicht vertraut haben.Nachama bietet mehrere Deutungen an: Mosche handelt aus Zorn und Enttäuschung über die unveränderte neue Generation; er greift aus Unsicherheit zur erprobten Methode des Schlagens (Raschi); oder er schützt Israel sogar bewusst vor einer Anklage und opfert dabei seine eigene Zukunft. Aaron wird mitbestraft, weil er nicht einschreitet.Die tröstliche Erkenntnis: Selbst Mosche und Aaron sind fehlbare Menschen, die nicht alle Ziele erreichen. Ich ergänze, dass schon Psalm 106 die unbedachten Worte am Haderwasser benennt. Ich weise auf das Grab am Wadi Zin und die Quelle Ein Avdat hin und ziehe eine christliche Parallele: Der aus dem grünen Holz des Kreuzes Hervorgegangene kann selbst als eine mitwandernde Quelle lebendigen Wassers gesehen werden. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 26m 07s | ||||||
| 6/19/26 | ![]() Schabbat Korach || Wenn Streit nur der Macht dient | Im Wochenabschnitt Korach (4. Mose 16–18) zettelt Korach, ein Mitglied des Stammes Levi, einen Aufstand gegen die von Gott berufene Führung des Mose an. Rabbiner Dr. Daniel Katz betont, dass Korach kein sachliches Anliegen vorbringt: Er hat keine Vorschläge und keine Ideen, sondern will allein selbst an die Spitze. Anders als Jitro, der Mose im 2. Buch Mose hilfreiche Verbesserungen empfiehlt, geht es Korach nicht um die Sache, sondern um die eigene Macht. Aus Eifersucht distanziert er sich von Mose – und damit zugleich von Gott. Am Ende öffnet sich die Erde und verschlingt Korach und seine Rotte.Rabbiner Katz deutet den Abschnitt mit zwei Texten aus den Sprüchen der Väter (Pirké Awot). Der erste unterscheidet zwei Arten von Streit: Ein Meinungsstreit „um des Himmels willen“ (le-schem Schamajim) hat Bestand, ein Streit ohne dieses Ziel nicht. Vorbild ist der Disput zwischen Hillel und Schammai – zwei Gelehrte, die unterschiedlich denken, aber gemeinsam die Wahrheit suchen und einander achten. Die Tradition folgt fast immer Hillel, überliefert aber stets auch Schammais Meinung. Korach dagegen steht für den leeren, rein persönlichen Streit, der nur dem eigenen Geltungsdrang dient. Parallel dazu steht die Lehre über die Liebe: Eine Liebe, die an eine Bedingung geknüpft ist (Amnon und Tamar), vergeht; eine bedingungslose Liebe (David und Jonathan) bleibt ewig.Ein zweiter Text (Pirké Awot 5,9) nennt zehn Dinge, die Gott in der Dämmerung vor dem ersten Schabbat schuf – darunter die Öffnung der Erde, die Korach verschlingen wird. Schon in der Schöpfungswoche bereitet Gott also dieses außergewöhnliche Ereignis vor.Im Gespräch frage ich, wo heute ein Streit „um der himmlischen Wahrheit willen“ zu finden sei. Katz verweist auf rabbinische Ausschüsse, die Minderheitsmeinungen mitveröffentlichen, räumt aber ein, dass Spaltung und mangelnder Respekt – im Judentum wie in der Gesellschaft – heute oft den Korach-Weg begünstigen. Sein Plädoyer: bedingungslose Liebe und ein Streit mit Substanz statt leerer Selbstdarstellung. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 53m 29s | ||||||
| 6/12/26 | ![]() Schabbat Schlach lecha || Schaufäden gegen die Angst✨ | SchabbatZizit+4 | Rabbiner Andrew Steiman | — | — | SchabbatSchaufäden+6 | — | 48m 48s | |
| 6/5/26 | ![]() Schabbat Behaalotcha || Keine Sonderregeln – nicht einmal für Mose✨ | ToraWiederholung+4 | Kantor Amnon Seelig | Tora | KuschÄthiopien+1 | SchabbatBehaalotcha+6 | — | 23m 32s | |
| 5/29/26 | ![]() Schabbat Nasso || Segen, der verbindet✨ | SchabbatPriestersegen+5 | Rabbiner Prof. Dr. Jehoschua Ahrens | MischkanTora+1 | — | NassoPriestersegen+5 | — | 25m 27s | |
| 5/22/26 | ![]() Schabbat am Wochenfest || Wenn der Himmel die Tora schenkt✨ | Schawuotjüdische Feste+4 | Rabbiner Dr. Daniel Katz | Zehn WorteMegillat Rut+1 | JerusalemÄgypten+1 | SchawuotTora+7 | — | 31m 00s | |
| 5/15/26 | ![]() Schabbat Bamidbar || Die Wüste gehört allen✨ | VolkszählungWüste+5 | Rabbiner Andrew Steiman | BamidbarTora+3 | — | BamidbarWüste+7 | — | 49m 42s | |
| 5/8/26 | ![]() Schabbat Behar & Bechukotai || Eine Schule des Vertrauens✨ | SchabbatJubeljahr+4 | — | Schabbat Behar & BechukotaiTora | — | SchabbatBehar+5 | — | 26m 11s | |
| 5/1/26 | ![]() Schabbat Emor || Was darf man von einem Priester – oder Rabbiner – erwarten?✨ | PriestertumRabbiner+4 | — | deutsches RabbinerseminarParascha Emor+2 | — | PriesterkodexRabbiner+5 | — | 46m 25s | |
| 4/24/26 | ![]() Schabbat Acharej & Kedoschim || Ani HaSchem: Warum Nächstenliebe mehr ist als Moral✨ | Nächstenliebejüdische Erinnerung+3 | Kantor Amnon Seelig | Acharej Mot und Kedoschim3. Mose 16–20 | Tel AvivMannheim | NächstenliebeKedoschim+4 | — | 15m 07s | |
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| 4/17/26 | ![]() Schabbat Tasria & Mezora || Durch die Spalten kommt das Licht✨ | Reinheitsgesetzejüdischer Kalender+4 | — | JudentumIsrael+6 | — | TasriaMezora+8 | — | 43m 48s | |
| 4/10/26 | ![]() Schabbat Schemini || Opfer, Tod und koscheres Essen✨ | SchabbatOpfer+5 | Rabbiner Dr. Daniel Katz | ahavta - BegegnungenWort zum Schabbat+2 | — | ScheminiOpfer+5 | — | 35m 46s | |
| 4/3/26 | ![]() Schabbat Chol HaMoed || Zeig mir dein Angesicht!✨ | Schabbat Chol HaMoedToralesung+4 | Rabbiner Dr. Walter Rothschild | zweiten Buch Mose | — | Schabbat Chol HaMoedToralesung+5 | — | 49m 51s | |
| 3/27/26 | ![]() Schabbat Zaw || Ägypten aus den Menschen ziehen✨ | SchabbatPessach+4 | Kantor Amnon Seelig | More NewuchimTora | Ägypten | Schabbat ZawÄgypten+4 | — | 17m 22s | |
| 3/20/26 | ![]() Schabbat Wajikra || Korban – Näher zu Gott✨ | SchabbatWajikra+3 | Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens | Sefer WajikraTorat Kohanim | Jerusalem | KorbanOpfer+3 | — | 25m 01s | |
| 3/13/26 | ![]() Schabbat Wajakhel & Pekude || Heilig: Zeit oder Raum?✨ | SchabbatMischkan+4 | Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens | Tora-Abschnitt | ÄgyptenSinai+2 | SchabbatFreiheit+5 | — | 28m 07s | |
| 3/6/26 | ![]() Schabbat Ki Tissa || Gottes Gebet – was Gott sich selbst wünscht✨ | SchabbatGottes Gebet+5 | — | ahavtaSamson Raphael Hirsch+3 | — | SchabbatKi Tissa+7 | — | 57m 30s | |
| 2/27/26 | ![]() Schabbat Tezawe || Kleider machen Priester – und Unterhosen retten Leben✨ | Priestly garmentsSpirituality+3 | Rabbiner Dr. Walter Rothschild | Samson Raphael Hirschahavta+1 | — | SchabbatTezawe+5 | — | 49m 20s | |
| 2/20/26 | ![]() Schabbat Teruma || 450 Verse für ein Zelt: Was die Tora wirklich wichtig findet✨ | ToraSchabbat+4 | — | ahavta - BegegnungenSamson Raphael Hirsch+2 | — | SchabbatTeruma+5 | — | 21m 07s | |
| 2/13/26 | ![]() Schabbat Mischpatim || Gott steckt im Detail | Rabbiner Andrew Steiman erläuterte in der Live-Sendung „Wort zum Schabbat” den Tora-Wochenabschnitt „Mischpatim” (2. Mose 21–24), der 53 Gebote und Verbote enthält. Der Name bedeutet „Rechtsordnungen” und bezeichnet zivilrechtliche Vorschriften, die für alle gelten – nicht nur für Juristen. Diese Gebote sind laut Maimonides alle gleichwertig, man darf sich nicht beliebig aussuchen, welche man befolgen möchte.Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://plus.ahavta.com/p/mischpatim-d6dVerbindung zu den Zehn GebotenEntscheidend ist der erste Satz: „Und dies sind die Rechtsvorschriften” (Ve-ele ha-Mischpatim). Das kleine Wörtchen „und” (Vav), ein Haken im Hebräischen, verknüpft Mischpatim untrennbar mit den Zehn Geboten aus dem vorherigen Wochenabschnitt. Steiman betont, dass damit das Zivilrecht nicht säkulares Menschenwerk ist, sondern am Sinai gegeben wurde – mit derselben göttlichen Autorität wie die Zehn Gebote. Die Zehn Gebote (hebr. Aseret ha-Dibrot – „die zehn Worte”) sind ein Kompendium aller 613 Gebote: Alle Kategorien – positiv und negativ, zeitgebunden und zeitlos, zwischen Mensch und Gott sowie zwischen Mensch und Mensch – sind in ihnen repräsentiertGanzheitliches KonzeptSteiman vergleicht die Mischpatim mit der Bauhaus-Architektur, wo jedes Detail aufeinander abgestimmt ist. Die Gebote bilden ein ganzheitliches System wie den Schulchan Aruch, den „Gedeckten Tisch”, auf dem alles bereitsteht, um ein jüdisches Leben zu führen. Gott steckt im Detail, so zitiert Steiman Rabbiner Sacks: Die Größe des Judentums liegt nicht nur in der edlen Vision, sondern in der detaillierten Gesetzgebung, durch die diese Vision in die gelebte Wirklichkeit übertragen wird.Sklavenrecht als BeispielDas erste behandelte Gebot betrifft den hebräischen Sklaven, der nach sechs Jahren freigelassen werden muss. Dies erscheint paradox direkt nach der Befreiung aus Ägypten, zeigt aber den graduellen Fortschritt: Selbst Sklaven haben Rechte, dürfen nicht geschlagen werden und haben einen Vertragscharakter. Es handelt sich eher um Arbeitsverträge für Verschuldete – ein soziales Sicherungsnetz, das verhindert, dass Menschen in der Gosse landen. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 48m 18s | ||||||
| 2/6/26 | ![]() Schabbat Jitro || Erwählung als Verpflichtung | In der Sendung „Wort zum Schabbat“ erläutert Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens den Tora-Wochenabschnitt „Jitro“ (2. Mose 18–20).Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://open.substack.com/pub/ahavta/p/jitroDer Rabbiner hebt zunächst die Bedeutung des Namensgebers hervor: Dass die Parascha, die die Offenbarung der Zehn Gebote enthält, nach Jitro, dem nichtjüdischen Schwiegervater von Mose, benannt ist, sei kein Zufall. Es symbolisiere die jüdische Offenheit für Weisheit, unabhängig von ihrer Herkunft: „Egal von woher die Wahrheit kommt, die nimmt man an.“ Jitro erkennt, dass Mose mit der alleinigen Rechtsprechung überfordert ist, und rät ihm, Aufgaben zu delegieren. Mose nimmt diesen Rat an, was Ahrens als Zeichen wahrer Führungsgröße deutet. Anstatt egozentrisch an Macht zu klammern, stellt Mose das Wohl der Gemeinschaft in den Vordergrund und schafft Strukturen, die ihn entlasten.Ein Schwerpunkt der Erläuterungen liegt auf dem 19. Kapitel und dem Konzept der Erwählung. Ahrens betont, dass die Auserwählung Israels („Am Segula“) keineswegs eine Überlegenheit gegenüber anderen Völkern impliziert. Vielmehr handele es sich um eine besondere Verpflichtung: Israel sei auserwählt, Gott exklusiv zu dienen und als „Königreich von Priestern“ eine Vorbildfunktion einzunehmen. Diese partikulare Rolle Israels ist untrennbar mit einem universalen Auftrag verknüpft – dem Segen für alle Völker. Ahrens verweist auf einen Midrasch, wonach Gott die Tora zuvor allen anderen Nationen anbot, diese jedoch ablehnten, da sie die strengen moralischen Forderungen nicht akzeptieren wollten. Nur Israel erklärte sich bereit, die Tora mit ihren 613 Geboten ohne Vorbehalte anzunehmen.Abschließend diskutieren Jehoschua und ich die Relevanz der Zehn Gebote für Christen. Ahrens differenziert hier deutlich: Die Zehn Gebote in ihrer spezifischen Form – insbesondere die strikte Sabbatruhe und der absolute Monotheismus – gelten primär für das jüdische Volk. Für Nichtjuden, und damit theologisch auch für Christen, sei der „Noachidische Bund“ mit seinen sieben ethischen Grundgeboten maßgeblich. Ahrens sieht darin jedoch keine Trennung, sondern eine Verbindung: Juden und Christen teilen durch die noachidischen Prinzipien und die „christlich-jüdische Tradition“ ein gemeinsames Wertefundament. In einer Welt, in der diese Werte zunehmend erodieren, sei es die gemeinsame Aufgabe beider Religionen, für Ethik und Moral einzustehen, auch wenn theologische Unterschiede bestehen bleiben dürfen. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 26m 12s | ||||||
| 1/30/26 | ![]() Schabbat Beschallach || Die zwei Laden: Von Josefs Gebeinen und göttlichen Umwegen | Rabbiner Dr. Walter Rothschild spricht über den Tora-Wochenabschnitt Beschallach (2. Mose 13,17–17,16). Der Schabbat trägt den Namen Schabbat Schira (Schabbat des Liedes) und ist zugleich der erste Schabbat seit zweieinhalb Jahren, an dem kein Gebet für Geiseln mehr gesprochen werden muss – eine besondere Form der Befreiung.Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://plus.ahavta.com/p/beschallach-c88Josefs Gebeine als Symbol der KontinuitätWalter Rothschild hebt die Bedeutung von Josefs Gebeinen hervor, die Mose beim Auszug aus Ägypten mitnimmt. Josef ist die Verbindung des Volkes zu den Patriarchen und zum verheißenen Land. Die Israeliten tragen seinen Sarg durch die Wüste, bis er in Sichem begraben wird – auf jenem Grundstück, das Jakob einst gekauft hat. Diese Kontinuität vom Buch Genesis bis zum Buch Josua zeigt, dass Versprechen über Generationen hinweg bewahrt werden.Die Ambivalenz des ExodusDer Name des Wochenabschnitts Beschallach bedeutet „als Pharao sie wegschickte“ und verdeutlicht: Die Israeliten wollten nicht wirklich gehen. Sie waren über Generationen in Ägypten verwurzelt, kannten den Alltag und hatten sozusagen Vollbeschäftigung. Gott führt sie nicht den direkten Weg entlang der Mittelmeerküste (Derech Plistim, die Straße der Philister), sondern durch einen Umweg zum Schilfmeer. Die Israeliten stehen zwischen Angst vor der Vergangenheit und Furcht vor einer ungewissen Zukunft. Ihre sarkastische Frage „Gab es nicht genug Gräber in Ägypten?” zeigt typisch jüdischen Humor in existenzieller Bedrängnis.Gottes Plan und menschliche FreiheitRothschild stellt die theologische Frage, ob Gott von Anfang an einen Plan hatte. Er vergleicht die biblische Erzählung mit aktuellen geopolitischen Ereignissen – etwa den Verhandlungen um Geiseln oder den Entwicklungen im Iran. Die Verhärtung des Herzens des Pharao und die zehn Plagen werfen die Frage auf, warum der Prozess so lange dauern musste. Vielleicht ist Gottes Plan nur rückblickend erkennbar und entsteht im Dialog mit dem Volk.Das Lied am SchilfmeerDer Durchzug durchs Schilfmeer markiert den eigentlichen Moment der Befreiung. Der Rabbiner singt Verse aus Schirat Hajam (Kapitel 15) und erklärt, dass das Lied in der Tora-Rolle speziell formatiert ist: Die Textkolumnen bilden Wände, dazwischen der freie Raum für den Durchzug der Israeliten. Die vernichtete ägyptische Armee liegt unbestattet am Strand – für die Ägypter ein doppelter Tod, da ihnen die Grabstätte für ein Weiterleben im Jenseits fehlt.Aktualität und GedenkenWalter verbindet den Wochenabschnitt mit dem Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und Tu Bischwat, dem Neujahrsfest der Bäume. Er kritisiert Gedenkfeiern, bei denen die jüdischen Opfer nicht explizit benannt wurden. Der Segensspruch Schehechejanu – „der uns bis zu diesem Moment gebracht hat” – drückt Dankbarkeit für erreichte Etappen aus, auch wenn die Zukunft ungewiss bleibt. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 52m 22s | ||||||
| 1/23/26 | ![]() Schabbat Bo || Wer gehört dazu? Über Identität, Abgrenzung und den 7. Oktober | Kantor Amnon Seelig spricht über den Wochenabschnitt Bo, „Komm“, 2. Mose 10,1–13,16. Wie beginnen mit einer sprachlichen Beobachtung: Der Name der Parascha bedeutet „Komm!“ und nicht „Geh!“. Gott fordert Mose also auf, zum Pharao zu „kommen“.Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://open.substack.com/pub/ahavta/p/bo-d13Amnon konzentriert sich auf eine jüdische Auslegung (Midrasch), die eine bemerkenswerte Lücke im biblischen Text füllt. Die Tora beschreibt eine dreitägige Finsternis, die so dicht ist, dass die Ägypter sich nicht bewegen können, während die Israeliten Licht haben. Raschi, der bedeutendenste Kommentator der Tora, erklärt hierzu, dass Gott diese Dunkelheit nutzte, um jene Israeliten sterben zu lassen, die Ägypten nicht verlassen wollten. Dies geschah im Verborgenen, damit die Ägypter nicht spotteten, dass auch die Israeliten bestraft würden.Daraus ergibt sich eine theologische Frage, die Amnon aufwirft: Wenn Gott die Sünder unter dem Volk tötete, warum überlebten dann nicht ausschließlich „gute“ Menschen? Die Antwort findet er beim Rosch (Rabbi Ascher ben Jechiel). Dieser erklärt, dass selbst sündige Israeliten gerettet wurden, solange sie die „Hoffnung auf Erlösung“ nicht aufgaben. Diese Hoffnung markiert für Seelig die entscheidende Grenze der Zugehörigkeit: Wer an die Zukunft und Erlösung des Volkes glaubt, gehört dazu, auch als Sünder.Seelig verknüpft dies mit der Pessach-Haggada und dem „bösen Kind“. Dieses fragt: „Was soll euch dieser Dienst?“, und schließt sich durch das „Euch“ selbst aus der Gemeinschaft aus. Wer sich innerlich abwendet, so Seelig, kappt die Verbindung zur Erlösung.Diese Gedanken überträgt der Kantor auch auf den interreligiösen Dialog. Er warnt vor einer oberflächlichen „Wir sind alle gleich“-Mentalität. Wahre Begegnung erfordere das Aushalten von Unterschieden und das Bewahren der eigenen Besonderheit – des spezifischen Weges, Gott zu dienen. Der Auszug aus Ägypten war genau dieser Kampf um die Freiheit zur eigenen Glaubenspraxis.Abschließend frage ich Amnon nach den Grenzen der Zugehörigkeit im heutigen Israel, angesichts säkularer oder antizionistischer Strömungen. Seelig zieht hier eine persönliche, aber scharfe rote Linie: Wer, wie nach den Massakern des 7. Oktober, die Ermordung des eigenen Volkes als „Befreiung“ bejubelt, hat für ihn die Grenze der Zugehörigkeit überschritten. Kritik sei legitim, aber die Delegitimierung der Existenz und die Freude am Leid des eigenen Volkes beenden die Gemeinschaft. Ich wende zum Schluss seinen Gedanken auf die Deligitimierung Israels in den christlichen Kirchen an. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 22m 32s | ||||||
| 1/16/26 | ![]() Schabbat Wa'era || Der Name der Ewigkeit | Rabbiner Dr. Daniel Katz widmet sich im Wochenabschnitt Wa’era (2. Mose 6,2–9,35) intensiv der Bedeutung und Offenbarung der Gottesnamen, insbesondere dem Namen HaSchem (der Name) im Vergleich zu den Bezeichnungen, die den Erzvätern bekannt waren.Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://plus.ahavta.com/p/waera-e01Katz erläutert, dass Gott sich den Vätern Abraham, Isaak und Jakob zwar offenbart habe, jedoch nicht mit seinem essenziellen Namen, den er nun Mose mitteilt. Der Rabbiner führt aus, dass HaSchem als ehrfürchtiger Ersatz für den unaussprechlichen Gottesnamen dient, da Gottes Namen heilig sind und nicht leichtfertig verwendet werden sollen. Er stellt klar, dass der Begriff HaSchem im biblischen Text selbst nicht als handelndes Subjekt auftritt – es heißt nie „der Name sprach“, sondern stets „Gott“ oder „der Herr“ sprach.Ein zentraler Schwerpunkt der heutigen Auslegung liegt auf der Verbindung zwischen den biblischen Namen und der jüdischen Liturgie. Katz betont, dass das jüdische Gebet primär aus Segenssprüchen (Berachot) besteht, die stets der Formel Baruch ata Adonai Elohenu Melech HaOlam folgen. Hierbei hebt er eine wichtige theologische Nuance hervor: Der Mensch segnet nicht die Materie selbst – wie etwa das Brot beim Tischgebet –, sondern er segnet Gott als den Schöpfer, der das Brot aus der Erde hervorbringt. Die Heiligkeit wohnt Gott inne, nicht dem Objekt. Durch den Segen erkennen wir Gottes Heiligkeit und sein Wirken in der Welt an.In seiner Analyse des Titels Melech HaOlam (König der Welt) zeichnet Katz das Bild eines Gottes, der menschliche Maßstäbe sprengt. Während antike Herrscher sich oft als „König der Könige“ bezeichneten, ist Gott der „König der Könige der Könige“ – die ultimative Instanz über jeder irdischen Macht. Der Begriff „Olam“ verweist dabei nicht nur auf die geografische Welt, sondern auf eine räumliche und zeitliche Unendlichkeit. Gott ist der Herrscher über alle Dimensionen, von der Vergangenheit bis in die ewige Zukunft. Abschließend verknüpft Katz diese Gedanken mit der Berufung des Mose am Dornbusch: Um das Vertrauen der Israeliten zu gewinnen, muss Mose sich auf den „Gott der Väter“ berufen, eine Identität, die Kontinuität und Erlösung verspricht. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 30m 36s | ||||||
| 1/9/26 | ![]() Schabbat Schemot || Wenn Namen Geschichte schreiben | Rabbiner Andrew Steiman öffnet ein neues Buch der Tora: Schemot (Namen), das Christinnen und Christen als Exodus kennen. Der Name leitet sich von den ersten Versen ab, während die lateinische Bezeichnung den Inhalt widerspiegelt. Diese Benennungspraxis geht vermutlich auf die Zeit zurück, als alle von einer Tora-Rolle lasen, in der keine Seitenzahlen existierten.Der gleichnamige Wochenabschnitt in 2. Mose 1,1–6,1 führt Mose ein, der als Muster für einen Anführer vorgestellt wird – interessanterweise war er sprachbehindert, was zeigt, dass Anführer nach ihren Handlungen und nicht nach ihrer Rhetorik beurteilt werden sollten. Wie alle Propheten lehnt auch Mose seinen Auftrag zunächst ab.Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören: https://plus.ahavta.com/p/schemot-ab6Namen spielen eine zentrale Rolle: Sie sind für die Nachhaltigkeit der Identität entscheidend. Die Rabbinen erklären, dass die Juden in Ägypten ihre Identität bewahrten, weil sie ihre hebräischen Namen weitergaben. Der Übergang vom Buch Bereschit zu Schemot markiert einen bedeutenden Wechsel: Aus Familiengeschichten wird nun die Geschichte eines Volkes. Bevor aus einer Sippe ein Volk werden kann, müssen die einzelnen Menschen aus der Anonymität heraustreten – daher beginnt das Buch mit der Nennung von Namen.Steiman betont die Bedeutung der positiven Identifikation: Wer sich nicht positiv identifiziert, identifiziert sich ex negativo durch Ausschluss anderer. Die Bibel nimmt den Leser ernst und zieht ihn durch die Nennung von Namen in das Geschehen hinein. Mose durchläuft einen Prozess des Zweifels, bis er schließlich an sich selbst glaubt und seinen Auftrag annimmt. Obwohl Mose sein Ziel, das gelobte Land zu erreichen, nicht erreicht, bleibt er ein Vorbild – nicht Perfektion ist gefragt, sondern authentisches Bemühen. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe | 58m 49s | ||||||
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