Geteiltes Erinnern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Aufarbeitung der NS-Gewaltverbrechen in Polen und im geteilten und vereinten Deutschland

Geteiltes Erinnern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Aufarbeitung der NS-Gewaltverbrechen in Polen und im geteilten und vereinten Deutschland

July 9, 2026 · 1h 42m

About this episode

The episode discusses the complex relationship between Poland and Germany shaped by the Nazi crimes and differing memory cultures.

Die Beziehung zwischen Polen und Deutschland ist bis heute tief geprägt von den Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. Bis heute bestehen dabei erhebliche Unterschiede in der Erinnerungskultur. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die jahrzehntelange Teilung Europas nach dem Krieg, die auch in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland zu unterschiedlichen Narrativen führte. In der Bundesrepublik standen lange Zeit die Themen Flucht und Vertreibung im Vordergrund. Nicht selten wurde die Anerkennung polnischer Opfer vernachlässigt. Die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Grenze war über Jahrzehnte innenpolitisch umstritten. Die DDR hingegen erkannte die polnische Westgrenze frühzeitig an, stilisierte sich aber zugleich als antifaschistischer Staat und schob die alleinige Verantwortung für Krieg und Völkermord des „Dritten Reiches“ auf die Bundesrepublik. Auch kulturell und gesellschaftlich gab es kaum Annäherungen: Bis in die 1970er-Jahre hinein gab es keinen nennenswerten Austausch zwischen den sozialistischen Nachbarstaaten. Erst die polnische Oppositionsbewegung der 1980er-Jahre beeinflusste die DDR-Bürgerrechtsbewegung nachhaltig. Auch nach der…

Topics covered

Keywords

Mentioned in this episode

Organizations: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Places: Polen, Deutschland, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Oder-Neiße-Grenze

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