
Andreas Pietschmann discusses themes of authenticity, morality, and historical context in relation to his work and the current socio-political climate.
Sind Menschen ehrlich mit sich, Andreas Pietschmann? Wir schlagen den ganz großen Bogen, vom neuen Kalten Krieg in "Unfamiliar" über die Nürnberger NS-Prozesse bis zu Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“. Hundert Jahre alt – und doch erstaunlich nah an unserer Gegenwart. Es geht um Begehren, Doppelmoral, Fantasien – und um die leise, unbequeme Erkenntnis, dass sich vielleicht weniger verändert hat, als wir glauben. Pietschmann bringt sie auf die Bühne, nicht als klassische Lesung, sondern als intensives Zusammenspiel aus Sprache und Musik. Im Gespräch wird schnell klar: Freiheit ist kein linearer Fortschritt. Vielleicht erleben wir gerade sogar das Gegenteil – eine Rückbewegung, ein neues Bedürfnis nach Halt, nach Regeln, nach Orientierung. Und mittendrin die Frage: Ist Authentizität überhaupt möglich – oder sind wir immer auch das, was wir darstellen? Plötzlich sind wir nicht mehr im Theater, sondern in der realen deutschen Geschichte: Nürnberger Prozesse, ein neuer internationaler Film, Russell Crowe und Rami Malek – und Pietschmann als Rudolf Hess. Eine Figur, die zeigt, wie nah Überzeugung und Abgrund beieinanderliegen können. Es geht um Schuld, um Verantwortung – und um die…
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