
The episode explores the complexities of the term 'narcissist' and its implications in understanding personality disorders.
Ein einziges Wort, und plötzlich erklärt sich alles. Jahre der Verwirrung, des Zweifelns an der eigenen Wahrnehmung – und dann fällt der Begriff „Narzisst“, und alles fügt sich. Diese Erleichterung ist echt und verdient Respekt. Die Folge fragt, was sie sonst noch leistet, und warum das verführerische Wort fast immer mehr verdeckt als erklärt. „Narzisst“ ist kein Schimpfwort, sondern ein klinischer Begriff. Nach dem amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-5 müssen für die narzisstische Persönlichkeitsstörung mindestens fünf von neun Merkmalen über Jahre und alle Lebensbereiche hinweg erfüllt sein – eine hohe Schwelle, die die wenigsten erreichen, denen das Etikett im Alltag verpasst wird. Zugleich zählt die Störung zu den am wenigsten erforschten: Ein systematischer Review fand eine durchschnittliche Häufigkeit von rund einem Prozent (Spanne null bis 6,2 Prozent) und keine einzige kontrollierte Studie, die eine Behandlung als wirksam nachwies. In der größten US-Erhebung lag die Lebenszeitprävalenz bei 6,2 Prozent, deutlich höher bei Männern. Noch grundlegender: Das in Europa maßgebliche System der Weltgesundheitsorganisation, die ICD-11, hat die narzisstische Persönlichkeitsstörung…
Host: Dietmar Gumprecht
Organizations: Weltgesundheitsorganisation, DSM-5, ICD-11
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