
In this episode, the host explores the ancient practice of gathering herbs for winter and the inner strength associated with it.
Wir sind im August, und mancherorts beginnt jetzt der »Frauendreißiger« – jene rund 30 Tage, in denen seit alters Kräuter für den Winter gesammelt werden. In manchen Gegenden fängt es schon Anfang August an, andernorts erst am 15. August, an Mariä Himmelfahrt, mit der Kräuterweihe. Einheitlich war das nie. Diese Bräuche haben mit dem, was wir heute »Wissenschaft« nennen, wenig zu tun. Früher waren die gesammelten Kräuter die Hausapotheke für das ganze Jahr. Doch »Medizin« meint hier nicht Chemie, sondern etwas Inneres: die Kraft, die Hildegard von Bingen »Grünkraft« genannt hat. Dieselbe Kraft, die die Sterne leuchten lässt. Haben wir heute überhaupt noch ein Wort für diese Qualität? Wir sind gewohnt, das Universum als etwas Äußeres zu betrachten, das uns umgibt. Und wir sind gewohnt, Dinge anzusammeln – aber das allein bringt uns nicht durch den Winter. Und nicht durch die dunklen und kalten Zeiten im Leben. Manche würden all das »Kokolores« nennen, »Spinnerei«, »Weltflucht«. Sie täuschen sich. Denn in diesen kleinen, oft übersehenen Traditionen steckt mehr Kraft und Macht, als wir gemeinhin annehmen. In dieser Folge werfen wir einen tieferen Blick darauf – auf die alte Kunst…
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