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Moderne Robotik: Leistungssprünge durch KI
Jun 23, 2026
46m 07s
Der „Blaue Engel“ für Software
Jun 2, 2026
34m 38s
Synthetische Daten: Was macht sie aus und wie kommen sie im KI-Training zum Einsatz?
May 12, 2026
53m 15s
Generative KI und die Musikbranche: Die Musterklagen der GEMA
Mar 31, 2026
49m 36s
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 6/23/26 | ![]() Moderne Robotik: Leistungssprünge durch KI | Die Robotik erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel: Statt wie in der Vergangenheit Roboter zu bauen, die aufwendig für spezielle Aufgaben programmiert werden müssen, setzt die Entwicklung heute auf flexible Lösungen und maschinelle Lernverfahren. Expertinnen und Experten sprechen von einer Revolution und erwarten nahezu beliebige Einsatzmöglichkeiten, insbesondere von humanoiden Robotern, deren Design und Bewegungsablauf am menschlichen Leistungsspektrum und Körperbau orientiert ist. Das kommt dem variablen Einsatz solcher KI-Roboter in auf Menschen zugeschnittenen Umgebungen – unserem Alltag also – entgegen. Worauf stützt sich die neue Euphorie hinsichtlich KI-basierter Robotik? Und wie bewerten Forscher die Zukunftsperspektiven, in die sich auch ein großer Druck mischt, international mithalten zu können? Jan Peters ist Professor für Informatik, und Leiter des Fachgebiets "Intelligente Autonome Systeme an der Technischen Universität Darmstadt" sowie der Forschungsabteilung "Systems AI for Robot Learning" am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Der führende Robotik-Forscher erklärt im Digitalgespräch, was die Robotik früherer Jahrzehnte ausgezeichnet und limitiert hat, und worin die große Neuerung besteht, die nun zu einem regelrechten Robotik-Boom führt. Er macht anschaulich, wie moderne Roboter funktionieren, warum das Interesse an Humanoiden so groß ist, und für welche Aufgaben sie sich besonders gut eignen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Peters, wie sich diese Entwicklung auf die Gestaltung von Arbeitsumgebungen auswirken kann, welche Branchen besonders stark von Robotik vorangebracht werden, und welche Gefahrenpotentiale und Ängste angesichts dieser erstaunlichen Leistungen und tiefgreifenden Transformationen bestehen. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-080-jan-peters Link zur Webseite des Fachgebiets "Intelligente Autonome Systeme" (IAS) an der TU Darmstadt: https://www.ias.informatik.tu-darmstadt.de/Main/LandingPage?from=Main.HomePage Link zur Webseite der Forschungsabteilung "Systems AI for Robot Learning" am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI): https://www.dfki.de/en/web/research/research-departments/systems-ai-for-robot-learning | 46m 07s | ||||||
| 6/2/26 | ![]() Der „Blaue Engel“ für Software✨ | UmweltzeichenGreen IT+4 | Anna Zagorski | Blaue EngelUmweltbundesamt | Deutschland | Blaue EngelSoftware+5 | — | 34m 38s | |
| 5/12/26 | ![]() Synthetische Daten: Was macht sie aus und wie kommen sie im KI-Training zum Einsatz?✨ | synthetic dataAI training+3 | Sören Pirk | Christian-Albrechts-Universität zu KielVisual Computing and Artificial Intelligence (VCAI) lab | — | synthetic dataAI training+4 | — | 53m 15s | |
| 3/31/26 | ![]() Generative KI und die Musikbranche: Die Musterklagen der GEMA✨ | Generative AIMusic Industry+4 | Dr. Kai Welp | GEMAOpenAI+1 | München | Generative AIMusic Rights+6 | — | 49m 36s | |
| 3/10/26 | ![]() Digitaler Zugang zu Kulturgütern✨ | digital accesscultural heritage+4 | Reinold Schmücker | Universität MünsterKolleg-Forschungsgruppe | — | digital accesscultural heritage+6 | — | 53m 28s | |
| 2/17/26 | ![]() KI in der Diagnostik seltener Erkrankungen✨ | Künstliche IntelligenzDiagnostik+3 | Dr. Michael von Wagner | University Center for Digital Healthcare | — | Diagnoseseltene Erkrankungen+3 | — | 46m 14s | |
| 1/27/26 | ![]() Mittels KI erzeugte Deepfakes: Was sagt die Rechtswissenschaft?✨ | Deepfakesgenerative AI+4 | Viktoria Kraetzig | — | — | Deepfakesgenerative AI+6 | — | 55m 40s | |
| 12/9/25 | ![]() Social Media in der Hochschulkommunikation und der Ausstieg aus X✨ | HochschulkommunikationSoziale Medien+4 | Dr. Patrick Honecker | Technische Universität Darmstadt | Deutschland | HochschulkommunikationSoziale Medien+5 | — | 46m 41s | |
| 11/18/25 | ![]() Die Umsetzung des AI Act – wie wirkt die neue Verordnung sich aus?✨ | AI regulationEuropean Union+3 | Domenik Wendt | Frankfurt University of Applied SciencesEU+1 | — | AI ActEuropean Union+5 | — | 43m 51s | |
| 10/28/25 | ![]() Was sind und was leisten KI-Reallabore?✨ | AI regulationKI-Reallabore+3 | Johannes Buchheim | Philipps-Universität MarburgEU+1 | Europa | AI ActKI-Reallabore+5 | — | 50m 44s | |
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| 10/7/25 | ![]() Digitalisiertes Fahrrad: Welche Fortentwicklungen gibt es?✨ | eBikedigital applications+4 | Rainer de Mey | Riese & Müller | — | eBikedigitalization+5 | — | 39m 52s | |
| 9/16/25 | ![]() Lehren und Erfahrungen aus dem Cyber-Angriff auf die Uni Gießen✨ | CybersecurityHigher Education+3 | Matthias Stenke | Justus-Liebig-Universität GießenZentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung | — | cyber attackIT security+3 | — | 49m 02s | |
| 8/5/25 | ![]() Digitale Werkzeuge und die Archäologie✨ | digital toolsarchaeology+3 | — | Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung | — | digital archaeologycultural goods+3 | — | 54m 48s | |
| 7/15/25 | ![]() Entwicklungssprünge, Zeitenwende und KI: Neues zum Quantencomputing | Für das Jahr 2025 wurde von der UNCESCO ein „Internationales Jahr der Quantenwissenschaft und Quantentechnologie“ ausgerufen: Etwa einhundert Jahre ist es her, dass die Quantenphysik entstand, und seitdem sind etliche Technologien entwickelt worden, für die sie die Theorie liefert. Das Quantencomputing gilt schon lange als eines der wichtigsten Zukunftsfelder der Digitalität und soll möglichst bald in besonders spektakulärer Weise abstrakteste wissenschaftliche Konzepte in die Anwendung bringen. Voraussetzung hierfür ist ein komplexes Geflecht aus Förderprogrammen, internationalen Kooperationen und interdisziplinären Leuchtturmprojekten – und nicht zuletzt die kreative Neugier von Grundlagenforscher:innen. Immer wichtiger werden aber auch Konkurrenzeffekte und geo-politische Strategien. In den letzten Monaten haben bedeutende Fortschritte im Fach ein neues Kapitel eingeläutet. Heute müssen Gesellschaften mit einer baldigen Verfügbarkeit von Quantencomputing rechnen. Dies bedeutet auch: In absehbarer Zeit werden etablierte Methoden der Verschlüsselung von digitaler Kommunikation durch die Möglichkeiten des Quantencomputing obsolet. Zudem werden Optimierungsprobleme aller Art in großer Geschwindigkeit lösbar sein, Verkehrssteuerung und Vorhersagen von Extremwetterereignissen genauso, wie Kampfhandlungen oder Überwachungsmaßnahmen. Was also können wir in den nächsten Jahrzehnten vom Quantencomputing erwarten? Und wie nähert man sich einer gesellschaftlichen Einordnung dieser neuen Realitäten? Frank Wilhelm-Mauch ist Professor für Theoretische Physik an der Universität des Saarlandes und koordiniert am Forschungszentrum Jülich den Bau eines Quantencomputers für Europa: das europäische Flaggschiff-Projekt OpenSuperQPlus. Im Digitalgespräch ist der Experte für die Grundlagen und Anwendung von Quantencomputing zum zweiten Mal zu Gast: Diesmal ordnet er die Bedeutung des Quantencomputing im Jahr 2025 ein, beschreibt die Auswirkungen wichtiger fachimmanenter und gesamtgesellschaftlicher Prozesse auf die Forschungsbedingungen, schildert, wie Industrie, Politik und Wissenschaft miteinander im Austausch sind und welche Anwendungen wir bald von Quantencomputern erwarten können. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Wilhelm-Mauch, welche Herausforderungen die Interdisziplinarität des Fachs mit sich bringen, wie Quantencomputing und Künstliche Intelligenz zusammenspielen, wo kluges Risikomanagement angesichts dieser mächtigen Technologie ansetzen könnte – und wie präsent die Frage nach verantwortungsvoller Gestaltung heute in der Fach-Community ist. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-067-frank-wilhelm-mauch/ Link zum Digitalgespräch Folge 15 „Mit Physik rechnen: Quantencomputer in der Realität“ mit Frank Wilhelm-Mauch: https://zevedi.de/digitalgespraech-015-frank-wilhelm-mauch/ Link zur Webseite des Projekts OpenSuperQPlus: https://opensuperqplus.eu/ Link zur Webseite für das International Year of Quantum Science and Technology der Vereinten Nationen: https://quantum2025.org/ Link zur Webseite für das „Quantenjahr 2025“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: https://www.quantum2025.de/ | 50m 27s | ||||||
| 6/24/25 | ![]() Was weiß man über „Internet-Sucht“? | Es ist nicht ungewöhnlich, den ganzen Tag online zu sein. Viele Aspekte unseres täglichen Lebens, von Kommunikation über Einkäufe und Vertragsabschlüsse, bis hin zu Unterhaltung und Informationsbeschaffung spielen sich selbstverständlich im Internet ab, oft sogar in ein und demselben Endgerät: dem Smartphone, das scheinbar unendlich viele Anwendungen und Möglichkeiten in sich vereint. Wir haben uns an die permanente Verfügbarkeit digitaler Dienste gewöhnt, und stehen sie unerwartet einmal nicht zur Verfügung, kann das ärgerlich sein, Stress, Unbehagen oder Nervosität auslösen – und im Fall sogenannter „Internetnutzungsstörungen“ bei manchen Menschen auch echte Entzugserscheinungen. Es gibt offenbar Elemente der digitalen Welt, die süchtig machen können, ganz ähnlich, wie wir das von Substanzen kennen. Aber nicht jeder Teenager, der stundenlang in sozialen Netzwerken scrollt, und jeder Erwachsene, der regelmäßig das ganze Wochenende mit Online-Games verbringt, hat ein Problem mit Krankheitswert, auch wenn manche Studien oder Zeitungsmeldungen exzessive Internetnutzung und Suchtverhalten zu vermischen scheinen. Es gibt eine Normalität der permanenten Internetnutzung, die zumindest aus der Sucht-Perspektive nicht problematisch ist: Die viele Zeit, die wir mitunter beruflich, für Schule, Studium oder Ausbildung online verbringen, findet zur Beantwortung der Frage, ob wir „internetsüchtig“ sind, nicht einmal Berücksichtigung. Worauf achten Expert:innen also, wenn sie eine Internetnutzungsstörung untersuchen? Was sind Warnzeichen dafür, dass eine Sucht entstehen könnte? Und wie heilt man Online-Suchterkrankungen, wo doch Abstinenz „vom Internet“ in unserer digitalen Gesellschaft gar keine Option mehr ist? Dr. Anja Bischof ist Gesundheitswissenschaftlerin und arbeitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck in der Forschungsgruppe „Sucht“ unter anderem zu Verhaltenssüchten. Als Beisitzerin des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchtherapie, der DG-Sucht, war sie beteiligt an der Entstehung von Leitlinien zur Diagnose und Behandlung von Internetnutzungsstörungen. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, wann eine Sucht vorliegt, wie man das herausfinden kann, und warum es wichtig ist, hierfür klare Kriterien zu entwickeln. Sie beschreibt, wie Suchtverhalten im Digitalen entsteht, welche Risikofaktoren es gibt, und welche Vorsichtsmaßnahmen man ergreifen kann, um sich oder seine Angehörigen zu schützen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Bischof, wo Verantwortlichkeiten vor allem für den Schutz von Kindern und Jugendlichen liegen, ob wir im Fall der Internetnutzungstörungen Gefahr laufen, neue Normalitäten zu pathologisieren oder krankmachendes Verhalten zu normalisieren – und was die Forschung dazu beitragen kann, beides zu vermeiden. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-066-anja-bischof Link zur S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Internetnutzungsstörungen“: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/076-011 Link zur Webseite „Erste Hilfe Internetsucht“: https://www.erstehilfe-internetsucht.de/ Link zur Websete „Diagnostik von Internetnutzungsstörungen. Tools und Tipps zu Screening, Diagnostik & Intervention“: http://dia-net.com/ | 48m 26s | ||||||
| 6/3/25 | ![]() Wissen, Verantwortung, Effizienz: Der Arztberuf unter dem Einfluss „Künstlicher Intelligenz“ | Was wir im Alltag allgemein „Künstliche Intelligenz“ nennen, hat viele Funktionsweisen und Anwendungsfelder. Auch in der Medizin kommen schon lange und routiniert unterschiedlichste KI-Systeme zum Einsatz. Sie unterstützen medizinisches Fachpersonal bei der Anamnese und Diagnose oder am OP-Tisch, indem sie der individuellen Kompetenz und Erfahrung menschlicher Expert:innen statistische Auswertungen und – darauf basierend – Handlungsempfehlungen zur Seite stellen. Ärztinnen und Ärzte können diese unterschiedlichen Informationsquellen nutzen, um auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Patient:innen individuell einzugehen und diese möglichst optimal zu behandeln. Es spielen heute aber nicht nur speziell für den medizinischen Berufsalltag entwickelte KI-Produkte eine Rolle, sondern es stehen auch Patient:innen KI-Systeme zur Verfügung – meist in der Gestalt von Chat-Bots, die menschliche Kommunikation simulieren und damit den Eindruck verstärken, man sehe sich einem im menschlichen Sinne „intelligenten“ System gegenüber, das auch bei medizinischen Problemen ansprechbar ist.. Mit dem Hype um diese Systeme entstand in Bezug auf die medizinische Versorgung eine große Erwartungshaltung: Kann „die KI“, die an so vielen anderen Stellen Personal zu ersetzen beginnt und Effizienzsteigerung verspricht, auch ein Mittel gegen den medizinischen Fachkräftemangel sein? Dr. Oswald Hasselmann ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt auf Neurologie, gehört zum Leitungsteam des Ostschweizer Kinderspitals und ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik. Der Experte für ethische Werte in medizinischen Berufen erklärt im Digitalgespräch, an welchen Stellen populäre Systeme wie ChatGPT im medizinischen Alltag auftauchen, wie medizinische KI-Produkte eingesetzt werden, welche neuen Formen von Wissen dabei entstehen und wie realistisch Erwartungen sind, die Ärzteschaft, Politik und Patient:innen damit verbinden. Mit den Gastgeberinnen Petra Gehring und Marlene Görger diskutiert Hasselmann, welche Folgen die Normalisierung des KI-Einsatzes für die Kompetenz und Verantwortung von Mediziner:innen hat, welche neuen Aspekte darum in die Aus- und Weiterbildung aufgenommen werden sollten – und ob wir uns von der Privatheit unserer Gesundheitsdaten verabschieden müssen, um den Einsatz kommerzieller KI-Produkte in der ärztlichen Versorgung zu unterstützen. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-065-oswald-hasselmann Link zur Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik: https://www.bioethics.ch/sgbe/ | 49m 16s | ||||||
| 5/13/25 | ![]() Literatur vereinfachen – mit KI? Digitalität und kulturelle Teilhabe | Kulturelle Teilhabe auch an Literatur ist ein Menschenrecht. Der Zugang zu Kulturgütern und Kunstwerken – die nicht nur individuell bereichernd sein können, sondern prägend für unsere Gesellschaft sind – soll möglichst vielen Menschen offen sein. „Zugang“ meint dabei einerseits die sinnliche Erfahrbarkeit für das Werk wesentlicher Aspekte, aber auch die Möglichkeit eines Verstehens dessen, womit man sich dabei konfrontiert. Im Fall der Literatur stellt anspruchsvolle Schriftsprache allerdings für viele Menschen ein Hindernis dar. Bis zu 17 Millionen Erwachsene haben laut Studien in Deutschland aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Beeinträchtigung des Leseverstehens, der ihnen den Zugang zu Literatur erschwert oder ganz verstellt. Soll man hier eingreifen, indem man die literarischen Werke selbst – vielleicht sogar mittels KI – verändert? Um den Ansatz, Literatur in Wortschatz, Grammatik, inhaltlicher Komplexität und Bedeutung zum Teil radikal zu vereinfachen, ist jedenfalls eine leidenschaftliche Kontroverse entstanden. Auf der einen Seite gibt es auf dem Markt eine Nachfrage nach vereinfachten Klassikern – mitunter verbunden mit der Einforderung des Menschenrechts auf kulturelle Teilhabe. Auf der anderen Seite steht nicht bloß die Würde großer Kunstwerke, sondern vor allem die Frage, ob die Vereinfachung von Literatur überhaupt das leistet, was sie verspricht: Ist ein Kunstwerk, dessen Komplexität reduziert wurde, noch erfahrbar, oder liegen bei dem, was als vereinfachte Literatur publiziert wird, schlicht andere, neue Texte vor, die ihren Vorlagen in Witz und Wirkung kaum noch gleichen? In dieses Bild tritt nun generative KI, denn erste Verlage und Online-Communities erzeugen auch mithilfe großer Sprachmodelle vereinfachte Versionen literarischer Werke – die Vorstellung einer „Vereinfachung auf Knopfdruck“ scheint greifbar. Was die einen als vielversprechende Hilfestellung auffassen, lehnen andere als Kulturfrevel kategorisch ab, während Dritte befinden, generative KI sei rein technisch sowie aus im Wesen der Literatur selbst liegenden Gründen überhaupt nicht geeignet für diese Art von Aufgabe. Thomas Kater ist Literaturwissenschaftler, hat Germanistik, Philosophie und katholische Theologie studiert und forscht zurzeit an der Universität Münster als Senior Fellow in der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“. Im Digitalgespräch erklärt der Experte, welche Eigenschaften literarischer Werke Hürden in der Rezeption darstellen und wie man versucht, sie abzubauen, und vor welchem Dilemma diejenigen stehen, die mittels Vereinfachung von Werken kulturelle Teilhabe ermöglichen wollen. Er schildert, wer hier diskutiert und was zentrale Argumente sind, welche Aspekte von Digitalität eine Rolle spielen, wenn es um Teilhabe an Literatur und dem Literaturbetrieb geht, und welche rechtlichen und praktischen Fragen dabei relevant sind. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Kater, wie Digitalität die Publikationspraxis verändert, welche neuen Akteure sich dabei für kulturelle Teilhabe einsetzen, wie sich Schriftsteller:innen positionieren, an welche Kernfragen der Literaturwissenschaft der Streit um Vereinfachung von Literatur führt, ob der Einsatz von KI zur Übertragung in leichte und einfache Sprache wirklich ein plausibler Ansatz ist, um in kurzer Zeit wichtige literarische Werke einem bisher ausgeschlossenen Publikum zugänglich zu machen – und welche alternativen Zugänge neben der Vereinfachung Teilhabe ermöglichen können. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-064-thomas-kater Link zur Webseite der Kolleg-Gruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“: https://www.uni-muenster.de/KFG-Zugang/forschung/index.html | 42m 44s | ||||||
| 4/1/25 | ![]() Das Virtual Operations Support Team des THW: Internet-Einsätze im Zivil- und Katastrophenschutz | Menschen, die gewohnt sind, über Social Media zu kommunizieren, tun das auch in Ausnahmesituationen – Posts, Bilder und Videos von Überschwemmungen, Explosionen und anderen Katastrophen informieren dann nicht nur Freund:innen, Familie oder Follower, sondern im Zweifel auch Einsatzkräfte, die sich um diese Gefahrenlagen kümmern müssen. Das haben findige, internetaffine Freiwillige schon früh erkannt. So gibt es heute weltweit Virtual Operations Support Teams (VOST), die dezentral, schnell und kompetent die Informations- und Desinformationsflut des Internets nach relevanten Hinweisen durchforsten. Sie unterscheiden glaubwürdige von irreführenden Inhalten, kombinieren verschiedene Datenquellen geschickt, und helfen so den Verantwortlichen vor Ort maßgeblich, richtige Entscheidungen zu treffen. Auch das Technische Hilfswerk, die auf Ehrenamt aufgebaute Organisation für Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland, hat ein solches VOST. Ralf Daniel, im Beruf Polizeibeamter und Dozent für Kriminalistik, leitet das VOST des THW. Im Digitalgespräch erklärt er, welche Expertisen in seinem Team zusammenkommen, und wie genau es mit den Einsatzkräfte vor Ort zusammenarbeitet. Er beschreibt typische Einsätze und welche Fragestellungen dabei das Monitoring Sozialer Medien anleiten, wie Informationen aufbereitet und weitergeben werden, und wo Grenzen der Zuständigkeit und Möglichkeiten des VOST liegen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Daniel, was gerade in unübersichtlichen Lagen einen guten Umgang mit Falschmeldungen und bewusster Irreführung ausmacht, wie wichtig kommunale Netzwerke gerade im Ernstfall sind, und welchen Stellenwert die Kommunikation über Soziale Medien und Netzwerke im Zivil- und Katastrophenschutz heute hat – oder haben sollte. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-063-ralf-daniel Link zur Webseite des Virtual Operations Support Teams des THW: https://www.thw.de/SharedDocs/Einheiten/DE/006_vost.html | 47m 52s | ||||||
| 3/11/25 | ![]() Schutz mittels Digital Services Act: Die Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten | Mit der Verabschiedung des Digital Services Act (DSA) und des Digital Markets Act (DMA) wagte die EU-Kommission 2022 einen Paradigmenwechsel. Sie schuf ein umfassendes Rahmenwerk, das Rechte für Nutzer:innen digitaler Vermittlungsdienste – wie z. B. Social Media Plattformen oder Marktplätze für private Angebote – gegenüber den Anbietern dieser Dienste begründet. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht dabei besonders im Fokus, denn obwohl deren Alltag und Sozialleben stark geprägt ist von Sozialen Medien, sind diese Umgebungen alles andere als kindgerecht. Jugendgefährdende Inhalte, denen schon kleine Kinder plötzlich und ohne Vorwarnung ausgesetzt werden können, sind gefährlich. Es gibt aber auch Straftäter, die im Netz Kontakt zu Minderjährigen aufbauen. Und nicht zuletzt birgt die Nutzung digitaler Medien als solches schon Risiken, etwa Störungen der geistigen und motorischen Entwicklung, manifeste Suchterkrankungen, oder Schädigungen durch gesundheitsgefährdende Trends, die über Social Media Verbreitung finden. Es ist keine Lösung, Kindern und Jugendlichen die Nutzung digitaler Medien zu verbieten. Dies schlösse sie aus der digitalen Öffentlichkeit aus – und aus völliger Unerfahrenheit entstünde auch kein nachhaltiger Schutz. Heranwachsende haben also nicht nur das Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre und Gesundheit, sondern auch auf altersgerechte Teilhabe und Befähigung zu einem selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien. Der Volljurist Michael Terhörst leitet die neue, unabhängige Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD). Im Digitalgespräch beschreibt der Experte für Kinder- und Jugendmedienschutz, welchen Gefahren Heranwachsende bei der Nutzung von Online-Plattformen ausgesetzt sind, wer dafür zuständig ist, sie davor zu schützen, und wie diese Stellen dabei vorgehen. Er erklärt, wie gerade der DSA die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärken kann, warum nicht nur die Strafverfolgung im Einzelfall, sondern auch die Erarbeitung verbindlicher Standards und integrierter Schutzmechanismen wichtig ist und nennt konkrete Möglichkeiten, digitale Dienste sicherer und jugendfreundlicher zu machen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Terhörst, ob Online-Angebote insgesamt kindgerechter werden müssen, welche gemeinsame Perspektive die EU-Mitgliedstaaten auf das Thema haben - und welche konkreten Schritte nun nötig sind, damit die Rechte Heranwachsender auf Schutz, Befähigung und Teilhabe auch im digitalen Leben gewahrt werden können. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-062-michael-terhoerst Link zum „Gefährdungsatlas“ der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz: https://www.bzkj.de/bzkj/service/publikationen/gefaehrdungsatlas-digitales-aufwachsen-vom-kind-aus-denken-zukunftssicher-handeln-aktualisierte-und-erweiterte-2-auflage--197812 Link zur Working Group 6 des European Board for Digital Services: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/working-group-6-european-board-digital-services-protection-minors | 54m 39s | ||||||
| 2/18/25 | ![]() Digital Streetwork: Sozialarbeit in digitalen Räumen | Chat-Foren, Social Media, Online-Communities – das Internet bietet viele Adressen und Bezugspunkte, die sich als „digitale Räume“ umschreiben lassen. Man kann dort Gleichgesinnten begegnen, sich informieren, seinen Interessen nachgehen – oder aber sehr gezielt bestimmte Personengruppen identifizieren und sogar kontaktieren. Die soziale Arbeit tut dies. Sie hat, angeführt durch Pioniere eines „Digital Streetwork“, das Internet als Zugangsmöglichkeit zu schwer erreichbaren oder besonders vulnerablen Zielgruppen entdeckt. Und obwohl gerade kleine, spezialisierte Netzwerke die Sozialarbeiter als Ergänzung und Entlastung (oft ehrenamtlicher) Content-Moderatoren schätzen und unterstützen, ist aufsuchende digitale Kommunikation noch nicht in der Breite sozialer Arbeit etabliert. Spezifische Kompetenzen, die „digitale“ Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitet für ein glaubhaftes und vertrauenswürdiges Auftreten in Netz-Communities brauchen, sind kaum Teil der Ausbildung. Politische Unterstützung und öffentliche Nachfrage laufen nur langsam an. Allerdings sind auch die Interessen und Geschäftspraktiken großer, kommerzieller Plattformen nicht unbedingt kompatibel mit den Bedingungen für eine seriöse, an professionellen Standards orientierten Sozialarbeit. Christina Dinar ist Sozialarbeiterin und hat zudem Kulturwissenschaften studiert. In ihrer praktischen Arbeit wie auch als Wissenschaftlerin und Dozentin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin etabliert sie in der sozialen Arbeit einen Fokus auf Communities in digitalen Räumen. Die Expertin und Pionierin für „Digital Streetwork“ erklärt im Digitalgespräch, was gute Sozialarbeit im Netz bewirkt und unter welchen Voraussetzungen sie gelingt, wie weit die Professionalisierung der digitalen sozialen Arbeit im Netz heute ist, und welche Kompetenzen Digital Streetworker:innen brauchen. Sie beschreibt unterschiedliche Konzepte und Herangehensweisen dieser Variante Sozialer Arbeit, und welche Position Digital Streetwork gegenüber Content-Moderator:innen und Plattformbetreibern einnimmt. Mit den Gastgeberinnern Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Dinar, wer Verantwortung trägt für sozialverträgliche, sichere digitale Räume, welche Bedeutung globale Plattformen als Infrastruktur für soziale Arbeit heute haben – und ob die Finanzierungslogik für soziale Projekte, die aus der analogen Zeit stammt, für die digitale Welt greift. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-061-christina-dinar Link zu Christina Dinars Profil auf der Webseite der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin: https://www.khsb-berlin.de/de/profile-personal/136265 Link zum Ansatz „Digital Streetwork“ der_ Amadeu Antonio Stiftung_: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/good-gaming-well-played-democracy/digital-streetwork/ | 43m 18s | ||||||
| 1/28/25 | ![]() Weit mehr als Technik: Suchmaschinen verstehen | Die Nutzung von Suchmaschinen ist uns im digitalen Alltag so selbstverständlich, dass wir nur selten deren Design, ihre Funktionsweise und vor allem: die Ergebnisse unserer Suche hinterfragen. Die erfolgreiche Internetsuche war zu den Anfangszeiten des WWW eine Herausforderung für Expert:innen. Heute hingegen ist jede:r Mensch in der Lage, von einer Suchmaschine in Sekundenschnelle brauchbare Treffer zu erhalten. Was dahinter steht: ein gigantischer Aufwand. Macht man sich klar, wie groß die Menge an Netzinhalten ist, die dafür von den Suchmaschinen systematisch zusammengetragen und hinsichtlich ihrer Relevanz interpretiert werden müssen, erahnt man, warum es nur wenige Suchmaschinen gibt – und warum der Aufwand sich für diese Akteure ganz offensichtlich lohnt, obwohl die äußerliche Dienstleistung, eben die Suche, auf den ersten Blick gratis ist. Um zu verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren und warum der unangefochtene Marktführer Google so erfolgreich ist, sind jenseits der technischen Systeme Geschäftsmodelle wichtig. In diesen sind Nutzer:innen bekanntermaßen nicht die Kund:innen, sondern ein Stück weit Mittel zum Zweck. Und die Selbstverständlichkeit der Internetsuche täuscht leicht darüber hinweg, welche kulturellen und politischen Dimensionen noch im Komplex „Suchmaschinen“ stecken. Welche Folgen hat die Beschaffenheit des Suchmaschinenmarktes für die Qualität von Suchergebnissen und die Pluralität der Perspektiven auf die Inhalte im Netz, die immer mehr Abbild unserer kollektiven Wirklichkeit sind? Dirk Lewandowski ist Professor für Information Research & Information Retrieval an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und ausgewiesener Experte für Suchmaschinen und ihre Funktion innerhalb der digitalen Gesellschaft. Im Digitalgespräch erklärt der Wissenschaftler, wie Suchmaschinen technisch aufgebaut sind, welche Bedeutung sie für unsere Nutzung des Internets haben und wie die Geschäftsmodelle ihrer Anbieter mit Interessen von Nutzer:innen, und Produzent:innen von Web-Inhalten zusammenspielen. Er erklärt, wie die Marktdominanz von Google zustande kam, warum sie für gute Internetsuche schädlich ist, und welche Möglichkeiten für die Wiederbelebung eines echten Wettbewerbs der Suchmaschinen realistisch sind. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Lewandowski, wie sich unser aller Nutzungsverhaltung auf Design und Funktionsweise heutiger Suchmaschinen auswirken, wie generative Sprachmodelle ins Bild kommen, ob wir eine europäische Infrastruktur für Suchmaschinen brauchen – und ob wir (wieder) lernen sollten, wie man geschickt nach Netzinhalten sucht. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-060-dirk-lewandowski Link zu Dirk Lewandowskis Profil an der HAW Hamburg: https://www.haw-hamburg.de/hochschule/beschaeftigte/detail/person/person/show/dirk-lewandowski/ Link zu Dirk Lewandowskis Buch „Suchmaschinen verstehen“: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-63191-1 Link zur Open Search Foundation: https://opensearchfoundation.org/ | 43m 05s | ||||||
| 12/17/24 | ![]() Wer hat die Macht im Zeitalter sogenannter "Künstlicher Intelligenz"? | Das Digitalgespräch meldet sich vor den Feiertagen mit einer Bonusfolge: Die Gastgeberinnen Petra Gehring und Marlene Görger laden die Hörer:innen ausnahmsweise nicht zu einem Interview, sondern zu einem Vortrag ein. Am 10. und 11. Dezember 2024 hat in Darmstadt ein Symposium „Content? Context!“ stattgefunden, es ging um „Generative KI und kreative Autorschaft in Wissensarbeit und Literatur“. Federführend für das Programm war die Schriftstellerin, Übersetzerin und Moderatorin Nina George als Fellow des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung. Als einer der Gäste des Symposiums sprach Paul Nemitz, Chefberater der Europäischen Kommission, über rechtliche Möglichkeiten und Perspektiven des Schutzes der Interessen von Autor:innen und Kreativschaffenden angesichts der Übermacht von Software-Unternehmen. Der Vortrag – gerichtet an Betroffene, die nach Strategien und Hebeln suchen, ihre Rechte geltend zu machen – gibt Einblicke in die Welt der Lobbyarbeit auf EU-Ebene, enthält Ratschläge und benennt Notwendigkeiten, und er macht die gesamtgesellschaftliche Perspektive klar, vor der die legitimen Interessen einzelner Kreativer und ihrer Verbände zu einer demokratischen Angelegenheit werden. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-bonusfolge-paul-nemitz Link zum interaktiven Symposium "Content? Context! Generative KI und kreative Autorschaft in Wissensarbeit und Literatur“ am 10. und 11. Dezember 2024 in Darmstadt“: https://zevedi.de/themen/generative-ki-und-kreative-autorschaft/ Link zu Digitalgespräch Folge 36 mit Chris Biemann von der Universität Hamburg: https://zevedi.de/digitalgespraech-036-chris-biemann/ Link zu Digitalgespräch Folge 51 mit Jenifer Becker von der Universität Hildesheim: https://zevedi.de/digitalgespraech-051-jenifer-becker/ Link zu Digitalgespräch Folge 52 mit Nina George vom European Writers‘ Council: https://zevedi.de/digitalgespraech-052-nina-george/ | 21m 38s | ||||||
| 11/26/24 | ![]() Was sind Berufsbilder und verändern sie sich durch Digitalität? | Wie wir arbeiten verändert sich im digitalen Zeitalter und durch Digitalität. Neue Aufgaben und Berufe entstehen, andere verändern sich radikal oder fallen weg, einfache wie auch komplexe Tätigkeiten können an Maschinen übertragen werden oder werden es bereits. Betroffen sind wir alle, egal, ob wir neuen technischen Möglichkeiten mit Zurückhaltung begegnen oder sie neugierig in unser Berufsleben integrieren – wenn wir überhaupt diese Wahl haben. Ob Unternehmen die Bedürfnisse und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter wertschätzen und die Belegschaft in Transformationsprozesse integrieren, oder ob sie anonyme Angestellte als weisungsgebundene Zuarbeiter betrachten, macht nicht nur für die Akzeptanz von Veränderungen am Arbeitsplatz einen großen Unterschied, sondern entscheidet darüber, wie digitale Arbeitswelten ausgestaltet werden. Und in unserer Gesellschaft, in der junge Generationen zahlenmäßig klein sind und Berufseinsteiger in der Regel viele Optionen haben, gewinnt die Frage, wie wir arbeiten wollen und worin unsere Stärken liegen, an neuer Bedeutung. Dr. Britta Matthes, Soziologin und studierte Biologin, leitet den Bereich „Berufe in der Transformation“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, welche Mechanismen im Wandel von Berufsbildern und Arbeitsmarktstrukturen wirken, und wie der digitale Wandel der Berufswelt erforscht werden kann. Sie erklärt, auf welche neuen Gegebenheiten und Anforderungen unser Berufsleben in Zukunft prägen werden, wie unterschiedliche Berufsfelder Digitalität in ihre Prozesse integrieren und auf wessen Expertise es dabei ankommt, welche Hürden dabei im Weg stehen und welche Gestaltungsspielräume es gibt. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Matthes, welche Besonderheiten des deutschen Arbeitswesens in der Umsetzung von Digitalität sichtbar werden, was angesichts permanenter Veränderungen den Kern eines Berufs ausmacht, wie wir dabei als Individuen unser Berufsleben gestalten können – und ob die Idealvorstellung, „seinen“ Beruf ein Leben lang auszuüben, noch zeitgemäß ist. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-059-britta-matthes Link zum Link zum Job-Futuromaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: https://job-futuromat.iab.de/ | 56m 01s | ||||||
| 11/5/24 | ![]() Gesetze im „Digitalcheck“ und was daraus folgt: Verwaltung digitaltauglich aufstellen | Die Digitalisierung von Staat und Verwaltung soll schnell voranschreiten – und an digitale Lösungen zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben werden hohe Anforderungen gestellt. Die digitale Verwaltung ist dabei kein Selbstzweck, sondern soll Prozesse effizienter, übersichtlicher und barrierefreier machen. Neben zahllosen konkreten, bedarfsgenauen Softwarelösungen, die am analogen Status quo ansetzen, sind daher auch Strategien gefragt, Digitalität langfristig als neue Normalität zu etablieren. Das heißt auch: Methoden zu entwickeln, mit denen sichergestellt werden kann, dass Regelungen, Gesetze und Prozesse von vornherein mit den Bedürfnissen der digitalen Gesellschaft und den Anforderungen des digitalen Staates kompatibel sind. Eine Einrichtung, die dabei helfen soll, diese große Aufgabe zu bewältigen, ist die DigitalService GmbH des Bundes, die 2020 ins Leben gerufen wurde. Die IT-Managerin Stephanie Kaiser ist Chief Product Officer des DigitalService, der zentralen Digitalisierungsstelle des Bundes. Im Digitalgespräch beschreibt die Expertin für Softwareentwicklung und IT-Projekte, welche Aufgaben diese ungewöhnliche Stelle hat, wie sie arbeitet und welche Neuerungen dabei entstehen. Sie erklärt, was es bedeutet, Regeln oder Prozesse „digitaltauglich“ zu gestalten, wer daran beteiligt ist und wie Bürger:innen und Verwaltungsangestellte davon profitieren. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Kaiser, wie sich Arbeitsweisen aus der Privatwirtschaft im öffentlichen Sektor anwenden lassen, welche Vermittlungsarbeiten dabei hilfreich sind – und wie es gelingen kann, auf Dauer und im großen Maßstab gute digitale Lösungen für die Schnittstellen zwischen Staat und Bürger:innen bereitzustellen. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-058-stephanie-kaiser Link zum im Gespräch erwähnten Blog-Beitrag mit Digitalcheck-Praxisbeispiel zum Stromsteuerrecht: https://digitalservice.bund.de/blog/aktuelles-beispiel-fuer-digitaltaugliche-regelungen-das-stromsteuerrecht | 45m 28s | ||||||
| 10/15/24 | ![]() Dynamische digitale Strategien für den europäischen Sender ARTE | Der Fernsehsender ARTE ist ein Projekt, das die Verständigung und den kulturellen Austausch zwischen den Ländern Europas fördern soll. Der Sender und insbesondere auch seine Mediathek sind berühmt für ihr sorgfältig kuratiertes Angebot, das Kunst, Unterhaltung, Information und Bildung bietet. Nicht nur das sogenannte lineare Fernsehen, also das klassisch nach einem festen Zeitplan ausgestrahlte Programm, sondern auch die Präsentation der Inhalte in der digitalen Welt wird sorgfältig und mit viel Aufwand von Expert:innen für die Bedürfnisse eines europäischen Publikums zusammengestellt. ARTE hat Fans, die das aufwendig bereitete Angebot gezielt aufsuchen und schätzen, aber wie für alle Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gilt auch für den deutsch-französischen Kultursender: Die hohe Dynamik der Digitalität fordert kluge Strategien und auch die Bereitschaft, wechselnde Wege zu den Zielgruppen zu gehen. Technologische Neuerungen bieten hier große Chancen – sofern es gelingt, sie im Sinne des öffentlichen Auftrags und des eigenen Selbstverständnisses einzusetzen. Kemal Görgülü ist Chief Technology Officer der Zentrale ARTE GEIE, des Hauptsendersitzes in Straßburg, und verantwortet dort unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Strategien für die Digitalität, insbesondere den Einsatz „Künstlicher Intelligenz“. Im Digitalgespräch beschreibt der Experte für technologische Innovation im Bereich redaktioneller Arbeit, welche Strategien ARTE verfolgt, welche Überlegungen und Werte dabei maßgeblich sind, und was es bedeutet, dass sich der Sender ARTE als explizit europäische „Content-Boutique“ versteht. Er zeigt auf, an welchen Stellen – sichtbar für das Publikum wie auch hinter den Kulissen – große Potenziale für den Einsatz von KI-Systemen liegen und wo sie schon heute ganz selbstverständlich eingesetzt werden. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Görgülü, wie öffentlich-rechtliche Sender im Sinne der Allgemeinheit auf neue Gewohnheiten in der Mediennutzung reagieren können, welche Kooperationspartner es für diese Aufgabe gibt, wo die Grenzen dessen liegen, was einzelne Sender und Medienanstalten zu leisten vermögen – und an welchen Stellen auch Entscheider:innen und Politik angesichts digitaler Wirklichkeiten umdenken sollten. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-057-kemal-gorgulu Link zur ARTE-Webseite und Mediathek: https://www.arte.tv Link zur Webseite der Beyond Platforms Initiative: https://beyond-platforms.org/ | 49m 33s | ||||||
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