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Schweizerhalle 1986: Der rote Rhein und tausende tote Fische
Oct 6, 2026
36m 45s
Schweizerhalle 1986: Die Wut nach der Brandnacht
Sep 22, 2026
30m 39s
Schweizerhalle 1986: Die Nacht der Chemie-Katastrophe
Sep 8, 2026
25m 40s
Weltwirtschaftskrise: Warum's nie mehr so schlimm kam
Aug 25, 2026
26m 27s
Weltwirtschaftskrise: die Schweiz trifft’s später, aber härter
Aug 11, 2026
28m 12s
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 10/6/26 | Schweizerhalle 1986: Der rote Rhein und tausende tote Fische | Nach der Brandkatastrophe von Schweizerhalle treibt eine Giftwelle durch Europa. Der Rhein wird zum Symbol einer Umweltkatastrophe. Doch der Fluss erholt sich überraschend schnell. Wie ist das gelungen? Und was hat die Schweiz aus Schweizerhalle gelernt? Der Brand in der Schweizerhalle ist gelöscht. Doch für den Rhein beginnt die eigentliche Katastrophe erst danach: Mit Chemikalien belastetes Löschwasser gelangt in den Fluss, eine Giftwelle bewegt sich durch Europa, Fischbestände brechen zusammen und das Vertrauen in Chemieindustrie und Behörden wird nachhaltig erschüttert. In der dritten Folge des SRF-Podcasts «Geschichte» geht es um die ökologischen Folgen der Chemiekatastrophe. Die Ökologin Patricia Holm erzählt, wie sie als junge Forscherin unmittelbar nach dem Brand an den Rhein reist, tote und sterbende Fische untersucht und dokumentiert, welche Schäden Pestizide und andere Schadstoffe im Ökosystem anrichten. Die Folge zeigt, weshalb gerade die Aale fast vollständig verschwanden, wie sich der Rhein über Jahrzehnte erholte und warum heute wieder Menschen darin schwimmen können. Gleichzeitig geht es um die umstrittene Kommunikation von Sandoz, die Kritik aus Deutschland und den Niederlanden sowie die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Basel und seiner Chemieindustrie verändert hat. Historiker Jakob Tanner ordnet ein, weshalb Schweizerhalle die Umweltpolitik prägte, warum neue Sicherheitsvorschriften und die Störfallverordnung entstanden und weshalb die Katastrophe trotz aller Empörung keinen politischen Umbruch auslöste. Ausserdem geht die Folge einer bis heute kursierenden Frage nach: War der Brand tatsächlich ein Unfall oder steckt mehr dahinter? Denn im Jahr 2000 äussert der ehemalige leitende Mitarbeiter des US-Auslandgeheimdienstes CIA in einer ZDF-Dokumentation die Vermutung: Die Stasi könnte hinter dem Brand gesteckt haben. ____________________ Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf eure Nachricht via [email protected] – und wenn ihr euren Freund:innen von uns erzählt. ____________________ In dieser Episode zu hören: · Patricia Holm, ehemalige Professorin für Ökologie an der Universität Basel, fische in Mannheim am 1. November Fische aus dem Rhein, um sie zu untersuchen · Jakob Tanner, Historiker, emeritierter Professor für Geschichte an der Universität Zürich ____________________ Produktion und Moderation: Silvan Zemp Archivrecherchen: Seraina Scherer, Stefanie Strahm, Susan Eberhard (Recherchen & Archive Radio SRF) ____________________ Literatur: · Tanner, Jakob (1988): Die Chemiekatastrophe von Schweizerhalle und ihr Widerhall in der schweizerischen Umweltpolitik. In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 17, 1988, S. 17-32. ____________________ Links: «Falscher Alarm»: Hörcollage von Lukas Holliger zu den Ereignissen in Schweizerhalle: https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/falscher-alarm-hoer-collage-von-lukas-holliger?id=AUDI20251010_NR_0006 ____________________ Welche Aspekte der Brandkatastrophe von Schweizerhalle interessieren euch besonders? Eure Fragen greifen wir in einer späteren Q&A-Folge mit Fachleuten auf. Schreibt uns an [email protected]. | 36m 45s | ||||||
| 9/22/26 | Schweizerhalle 1986: Die Wut nach der Brandnacht | Nach der Brandkatastrophe von Schweizerhalle ist das Feuer gelöscht, doch die Krise beginnt erst: Wut, Misstrauen und Protest erfassen Basel. Warum vertrauen viele den Behörden und der Chemieindustrie nicht mehr? Und bleibt die politische Wirkung dennoch begrenzt? Der Brand von Schweizerhalle verändert das Sicherheitsgefühl einer ganzen Region. In Basel wachsen Zweifel an den Informationen von Behörden und Chemieindustrie, während Demonstrationen, hitzige Podiumsdiskussionen und Proteste die Stadt prägen. Historiker Jakob Tanner ordnet ein, weshalb die Katastrophe das Vertrauen vieler Menschen erschütterte und wie sie in das Krisenjahr 1986 mit Tschernobyl und anderen Grossereignissen passt. Warum wurden die Schulen geöffnet, obwohl viele Menschen die Gefahr nicht einschätzen konnten? Der Podcast rekonstruiert die umstrittenen Entscheidungen der Behörden in den Stunden nach dem Brand. ____________________ Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf eure Nachricht via [email protected] – und wenn ihr euren Freund:innen von uns erzählt. ____________________ In dieser Episode zu hören: · Jakob Tanner, Historiker, emeritierter Professor für Geschichte an der Universität Zürich · Hans-Rudolf Striebel, damaliger Basler Bildungsdirektor und Regierungspräsident (Archivtöne Radio SRF) · Urs Thommen, damaliger Arzt am Kantonsspital Basel (Archivtöne Radio SRF) · diverse Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Menschen auf Basels Strassen (Archivtöne Radio SRF) ____________________ Produktion und Moderation: Silvan Zemp Archivrecherchen: Seraina Scherer, Stefanie Strahm, Susan Eberhard (Recherchen & Archive Radio SRF) ____________________ Literatur: · Tanner, Jakob (1988): Die Chemiekatastrophe von Schweizerhalle und ihr Widerhall in der schweizerischen Umweltpolitik. In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 17, 1988, S. 17-32. ____________________ Links: «Falscher Alarm»: Hörcollage von Lukas Holliger zu den Ereignissen in Schweizerhalle: https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/falscher-alarm-hoer-collage-von-lukas-holliger?id=AUDI20251010_NR_0006 ____________________ Welche Aspekte der Brandkatastrophe von Schweizerhalle interessieren euch besonders? Eure Fragen greifen wir in einer späteren Q&A-Folge mit Fachleuten auf. Schreibt uns an [email protected]. | 30m 39s | ||||||
| 9/8/26 | Chemie-KatastropheUmweltkatastrophe+3 | Cathy Flaviano | Geschichte | SchweizerhalleBasel | SchweizerhalleChemie-Katastrophe+5 | — | 25m 40s | ||
| 8/25/26 | WeltwirtschaftskriseFinanzkrisen+4 | deutschen Ökono | — | — | WeltwirtschaftskriseBörsencrash+6 | — | 26m 27s | ||
| 8/11/26 | WeltwirtschaftskriseSchweiz+5 | Bernard Degen | Schweizer Radio und Fernsehen | Wall StreetNew York+3 | WeltwirtschaftskriseSchweiz+8 | — | 28m 12s | ||
| 7/28/26 | WeltwirtschaftskriseBörsencrash+4 | Andrew Ross Sorkin | New York TimesNational City+1 | — | WeltwirtschaftskriseBörsencrash+7 | — | 31m 08s | ||
| 7/14/26 | Internet historySwitzerland+4 | Steff Gruber | xbox.comSwisscom+6 | — | Internetmass medium+6 | — | 34m 29s | ||
| 6/30/26 | World Wide WebSwiss invention+4 | — | CERNPTT+2 | SchweizFrankreich+1 | World Wide WebTimothy Berners-Lee+5 | — | 33m 46s | ||
| 6/16/26 | Internet historySwitzerland+4 | — | ETHPTT+2 | SchweizKalifornien | InternetSwitzerland+8 | — | 32m 14s | ||
| 6/2/26 | post-war theaterexile theater+4 | — | Schauspielhaus ZürichAndorra+1 | — | Schauspielhaus Zürichpost-war theater+6 | — | 30m 52s | ||
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| 5/19/26 | TheaterZweiter Weltkrieg+3 | — | SchauspielhausSchauspiel AG+2 | ZürichSchweiz | SchauspielhausZürich+3 | — | 27m 14s | ||
| 5/5/26 | NazismExile+4 | — | Schauspielhaus ZürichNationale Front | ZürichDeutschland | SchauspielhausNazis+5 | — | 26m 07s | ||
| 4/21/26 | Tschernobylnuclear disaster+4 | Christophe MurithYvonne+1 | eidgenössischen Kommission zur Überwachung der Radioaktivität | SchweizAtomkraftwerk Tschernobyl+1 | Chernobylnuclear accident+5 | — | 30m 43s | ||
| 4/6/26 | Chernobyl disasterpersonal history+3 | Maryna Peter | — | PrypjatTschernobyl | ChernobylPrypjat+7 | — | 25m 06s | ||
| 3/24/26 | Tschernobylnuclear disaster+3 | Anna Veronika WendlandLaurent Coumel | RBMK-1000-ReaktorHerder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung+2 | Ukraine | Chernobylnuclear accident+3 | — | 27m 08s | ||
| 3/10/26 | MenschenrechteDiplomatie+4 | Fredy Gsteiger | UNOVölkerbund | Genf | UNOGenf+5 | — | 34m 52s | ||
| 2/24/26 | Gründung der UNOAtlantik-Charta+4 | — | VölkerbundUNO+1 | GenfSan Francisco | UNOAtlantik-Charta+8 | — | 26m 25s | ||
| 2/10/26 | VölkerbundUNO+5 | Pierre-Etienne BourneufJörg Leonhard | VölkerbundRotes Kreuz+1 | Genf | VölkerbundUNO+6 | — | 29m 22s | ||
| 1/27/26 | Olympic Gamessports development+3 | Kirstin Hallmann | Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln | Cortina | CortinaOlympic Games+5 | — | 26m 09s | ||
| 1/13/26 | Olympic historyWinter Olympics+4 | Juri JaquemetFelix Wirth+1 | Museum für Kommunikation in BernInstitut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln+1 | Cortina d’Ampezzo | Cortina 1956Olympics+4 | — | 25m 40s | ||
| 12/30/25 | Schweizer BrauchtumSilvesterchlausen+4 | Mischa Gallati | Universität ZürichRadio SRF | — | SilvesterchlausenAppenzell+5 | — | 14m 50s | ||
| 12/23/25 | Schweizer Brauchtum zu Weihnachten: Pelzmartiga und Nünichlingler | Pelzmartiga in Kandersteg und die Nünichlingler im Baselbiet: Zwei Bräuche, die in der Weihnachtszeit für Lärm und Aufsehen sorgen. Woher kommen sie? Und warum spielt Angst dabei eine Rolle? Während viele Weihnachten still und besinnlich feiern, wird es in Kandersteg und im Baselbiet laut: Die Pelzmartiga ziehen am Weihnachtstag und an Neujahr mit Kettengerassel durchs Dorf Kandersteg, die Nünichlingler schon an Heiligabend pünktlich um neun Uhr abends mit hohen Zylindern und Kuhglocken durch verschiedene Dörfer im Kanton Basel-Landschaft, zum Beispiel durch Ziefen. Beide Bräuche haben eine lange Geschichte – und eine gemeinsame Botschaft: Lärm soll Angst vertreiben. Kulturwissenschaftler Mischa Gallati von der Universität Zürich erklärt, warum solch ritualisierte Bräuche auch Grenzüberschreitungen erlauben, weshalb sie sich ständig wandeln müssen und was sie über unsere Gesellschaft verraten. Zwei lebendige Traditionen, die jedes Jahr aufs Neue für Staunen sorgen. ____________________ In dieser Episode zu hören: · Mischa Gallati, Kulturwissenschaftler und Brauchtumsexperte, Universität Zürich · Archivtöne Radio SRF ____________________ Recherche, Produktion und Moderation: Silvan Zemp Mitarbeit: Melanie Löw, SRF Recherche und Archive ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via [email protected] – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst. | 13m 01s | ||||||
| 12/16/25 | Schweizer Brauchtum im Advent: Das Klausjagen in Küssnacht | Warum wird es im Advent in Küssnacht so laut? Das Klausjagen lockt jedes Jahr Tausende an – mit riesigen Laternen, Tricheln und viel Krach. Wir tauchen ein in die Geschichte dieses Brauchs und fragen: Weshalb brauchen wir Bräuche überhaupt? Am 5. Dezember verwandelt sich Küssnacht in ein Meer aus Licht und Lärm: Über 1700 Klausjäger ziehen mit kunstvollen Laternen (sogenannten Iffelen) durch das Dorf, begleitet von Geisslechlöpfern, Tricheln, Hörnern und Jubelrufen. Und natürlich dem heiligen St. Nikolaus, dem Samichlaus. Das Klausjagen ist einer der bekanntesten Adventsbräuche der Schweiz – und zugleich ein Ritual voller Geschichte und Symbolik. Woher kommt dieser Brauch? Warum halten wir an solchen Traditionen in der Weihnachtszeit fest, obwohl Religion in der Schweiz an Bedeutung verliert? Kulturwissenschaftler Mischa Gallati erklärt, weshalb Bräuche für Gemeinschaft und Identität wichtig sind – und warum sie manchmal auch ausschliessen. ____________________ In dieser Episode zu hören: · Mischa Gallati, Kulturwissenschaftler und Brauchtumsexperte, Universität Zürich · Archivtöne Radio SRF ____________________ Quellen: · https://www.klausjagen.ch/brauchtum/ ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via [email protected] – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst. | 13m 10s | ||||||
| 12/9/25 | Migros-Gründer Duttweiler und der Schweizer Detailhandel (3/3) | Gottlieb Duttweiler expandiert in neue Geschäftsfelder und schenkt sein Lebenswerk der Bevölkerung - zumindest formell. Er sorgt ausserdem im Bundeshaus für Aufsehen und tritt in einen Hungerstreik. Gottlieb Duttweiler findet einen Weg, um trotz Filialverbot weiter wachsen zu können. Er gründet die Reise-Genossenschaft Hotelplan, um den Tourismus in der Schweiz zu fördern und Ferien für alle erschwinglich zu machen. Das Filialverbot treibt Duttweiler auch in die Politik. Er wird Nationalrat und gründet den Landesring der Unabhängigen. Duttweiler ärgert sich oft über den behäbigen Politbetrieb in Bern. Er verschafft seinem Ärger auch Luft und zerstört eine Scheibe im Bundeshaus. 1941 wandelt Duttweiler seine Migros in eine Genossenschaft um. Er «verschenkt» sie an die Kundinnen und Kunden, bleibt aber faktisch der Mann, der das Sagen hat. Duttweiler träumt von einer neuen Form der Marktwirtschaft, einem sozialen Kapitalismus. Die Migros-Klubschule ist ein Beispiel dafür oder auch das Migros-Kulturprozent. Nach dem Zweiten Weltkrieg expandiert die Migros stark. Und Gottlieb Duttweiler schielt wieder über den grossen Teich, um sich inspirieren zu lassen. In Zürich eröffnet der erste Selbstbedienungsladen der Schweiz. Nicht alle seine Projekte aber sind erfolgreich, er scheitert zum Beispiel bei der Expansion nach Deutschland, wo die Nazis gegen seine Migros vorgehen. Und auch aus dem Taxi-Geschäft zieht er sich wieder zurück. Kurz vor seinem Tod geht es für Duttweiler nochmals um eine Herzensangelegenheit. Im «Park im Grüene» in Rüschlikon legt er den Grundstein für ein internationales Lehr- und Forschungsinstitut, heute das Gottlieb-Duttweiler-Institut. Gottlieb Duttweiler stirbt im Juni 1962, mit 74 Jahren. Die Trauerfeier im Zürcher Fraumünster wird in drei weitere Kirchen übertragen. Mit Duttweilers Lebenswerk geht es weiter. Dafür sorgt auch seine Frau Adele, die ihn um 28 Jahre überlebt. ______________________ In dieser Episode zu hören: · Katja Girschik, Wirtschaftshistorikerin ZHAW · Matthias Heim, Wirtschaftsredaktor SRF ______________________ Quellen: Literatur: Riess, Kurt: Gottlieb Duttweiler. Europa Verlag Zürich. 2011 Häsler, Alfred: Das Abenteuer Migros. Migros-Genossenschafts-Bund. 1985 Film: «Dutti der Riese» (Martin Witz, 2007): https://www.youtube.com/watch?v=BZyRVOWKIx0 Webseite Migros-Genossenschaftsbund https://corporate.migros.ch/de/ueber-uns/unsere-geschichte Archiv Migros Genossenschaftsbund ______________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via [email protected] – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst. | 26m 05s | ||||||
| 11/25/25 | Migros-Gründer Duttweiler und der Schweizer Detailhandel (2/3) | Die Migros wächst – aber der Kampf geht weiter. Duttweiler bleibt eine Bedrohung für Lebensmittelläden und Hersteller. Auf deren Boykotte reagiert er mit eigenen Produkten, kopiert Markenartikel und provoziert Prozesse. Der Kampf gipfelt in einem vom Bundesrat verfügten Filialverbot. Gottlieb Duttweilers Migroswagen kommen gut an in der Stadt Zürich. Und bald eröffnet er auch den ersten stationären Laden. Die Konkurrenz sieht das gar nicht gern. Die Lebensmittelvereine und Konsumgenossenschaften reagieren mit Einschüchterungsversuchen. Hersteller boykottieren die Migros. Um diese zu umgehen, beginnt Duttweiler selber Produkte herzustellen – sein erster eigener Betrieb ist eine Süssmost-Fabrik in Meilen am Zürichsee. Und es folgen viele weitere. Der Migros-Gründer kopiert Markenartikel, die gleichwertig sind, aber günstiger – und er provoziert mit einer phantasievollen Namensgebung. Dadurch handelt er sich viele Prozesse ein – und nutzt die Bühne, sich als Kämpfer für die schwachen Konsumentinnen darzustellen. Auch bei der Expansion in andere Kantone kommt es zu Konflikten mit den Behörden. Sie versuchen ihn mit höheren Gebühren und angepassten Gesetzen zu bremsen. Duttweiler organisiert Referenden. Er hat die meisten Parteien gegen sich – und kann auch die Stimmberechtigten nicht immer überzeugen. 1933 kommt es ganz dick für die Migros. Der Bundesrat beschliesst ein Filialverbot. Es ist die Antwort der Politik auf die Sorgen der kleinen Ladenbesitzer. Rechtsgerichtete Kreise formieren sich zur Mittelstandsbewegung, die Massnahmen zum Schutz der Branche fordert. Das Filialverbot ist zuerst auf zwei Jahre begrenzt. Aber das Parlament verlängert es mehrmals. Vom Verbot befreit wird nur, wer sich mit dem Schweizerischen Gewerbeverband über Erweiterungen einigen kann. Die Migros bleibt aussen vor. Gottlieb Duttweiler sind zwölf Jahre lang die Hände gebunden. ______________________ In dieser Episode zu hören: · Katja Girschik, Wirtschaftshistorikerin ZHAW · Matthias Heim, Wirtschaftsredaktor SRF ______________________ Quellen: Literatur: Riess, Kurt: Gottlieb Duttweiler. Europa Verlag Zürich. 2011 Häsler, Alfred: Das Abenteuer Migros. Migros-Genossenschafts-Bund. 1985 Film: «Dutti der Riese» (Martin Witz, 2007): https://www.youtube.com/watch?v=BZyRVOWKIx0 Webseite Migros-Genossenschaftsbund https://corporate.migros.ch/de/ueber-uns/unsere-geschichte Archiv Migros Genossenschaftsbund ______________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via [email protected] – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst. | 25m 43s | ||||||
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