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40 | Prof. Dr. med. Joachim Labenz
May 29, 2026
33m 20s
39 | Tristan Vitt
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| Date | Episode | Topics | Guests | Brands | Places | Keywords | Sponsor | Length | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5/29/26 | ![]() 40 | Prof. Dr. med. Joachim Labenz✨ | PatientenversorgungGesundheitssystem+4 | Prof. Dr. med. Joachim Labenz | Klinikum Siegen | — | GesundheitssystemReformen+4 | — | 33m 20s | |
| 4/24/26 | ![]() 39 | Tristan Vitt✨ | regional health carepolitical challenges+3 | Tristan Vitt | — | SiegenSüdwestfalen+2 | health careSiegen+3 | — | 31m 25s | |
| 3/6/26 | ![]() 38 | Dr. med. Thomas Bandorski✨ | digital healthpatient journey+3 | Dr. med. Thomas Bandorski | DIHVA-Praxis Borchen-EttelnPraxis Dr. Bandorski + Schäfer | EttelnPaderborn | digital practicepatient care+3 | — | 31m 52s | |
| 2/13/26 | ![]() 37 | Dr. med. Andreas Gassen✨ | ambulante VersorgungGesundheitsversorgung+3 | Dr. med. Andreas Gassen | KBV | Deutschland | ambulante VersorgungGesundheitsversorgung+5 | — | 34m 30s | |
| 10/10/25 | ![]() 36 | Jens Kamieth✨ | healthcare systemdemographic change+4 | Jens Kamieth | Krankenkassen | — | healthcaredemographic change+5 | — | 31m 09s | |
| 9/5/25 | ![]() 35 | Nils B. Krog✨ | healthcareresource management+3 | Nils B. Krog | — | — | healthcarequality of life+4 | — | 32m 15s | |
| 8/8/25 | ![]() 34 | Dr. Tobias Silberzahn✨ | health investmentdigital health+4 | Dr. Tobias Silberzahn | Klasse2000 | Berlin | health investmentdigital health+6 | — | 32m 08s | |
| 7/18/25 | ![]() 33 | Dr. med. Erik Becker✨ | digitalizationhealthcare structure+4 | Dr. med. Erik Becker | VERAH | — | healthcaredigitalization+5 | — | 32m 15s | |
| 6/13/25 | ![]() 32 | Prof. Wolfgang Holzgreve [Spezial]✨ | Klinik-Routinendigitale Lösungen im Gesundheitswesen+4 | Prof. Wolfgang Holzgreve | Universitätsklinikum Bonn | — | GesundheitswesenDigitalisierung+5 | — | 1h 00m 01s | |
| 5/9/25 | ![]() 31 | Florian Müller✨ | healthcare accessrural health+3 | Florian Müller | Deutscher Bundestag | Südwestfalenländlichen Raum+1 | healthcarerural areas+3 | — | 30m 46s | |
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| 4/4/25 | ![]() 30 | David Löher | „Es lässt einen manchmal verzweifeln, wenn man weiß, dass wir in Unternehmen Lösungen und Produkte haben, die morgen sofort Nutzen stiften können, die wir aber nicht sofort einsetzen können“, sagt David Löher und bezieht sich dabei auf Hürden aufgrund politischer, gesetzlicher, institutioneller als auch unternehmerischer Strukturen. „Wenn man uns in zehn Jahren fragt, ‚Habt ihr das damals nicht gesehen?‘, dann müssen wir doch selbstkritisch sagen, ‚Natürlich wussten wir das; wir wussten, dass wir diese Defizite haben‘“, führt der Geschäftsführer weiter aus. Er betont, dass die Umsetzung von Innovationen aktiv angegangen werden muss. Seiner Einschätzung nach sei dies eine Frage des Mindsets. So herrsche in anderen Ländern bspw. eine andere Art von Pragmatismus, wenn es darum geht innovative Lösungen in die Anwendung zu bringen. Es könne helfen, sich an den Best Practices aus anderen Ländern zu orientieren. Im Hinblick auf den Wissenschafts- und Technologietransfer beschreibt David Löher einen wechselseitigen Nutzen zwischen Wissenschaft und Industrie. „Wenn es jemandem gelungen ist einen Prozess in einem Fertigungsbetrieb papierlos zu machen, dort papierlos zu dokumentieren, wieso sollen wir diese Best Practices nicht eins-zu-eins versuchen zu übertragen in das Gesundheitswesen“, bringt der Geschäftsführer beispielhaft an. Neben der universitären Transferleistung können genauso unternehmerische Lösungen aus anderen Branchen überführt werden in das Gesundheitswesen. Außerdem sprechen Dr. Olaf Gaus und David Löher über Technikakzeptanz und relevante Faktoren, die die universitären Bildungswege im Gesundheitswesen betreffen. | — | ||||||
| 3/7/25 | ![]() 29 | Dr. Jens Jacobs | Im Dreiländereck gibt es Schwierigkeiten in der Wiederbesetzung von Arztpraxen, sodass Menschen aus dem Umland nach Siegen pendeln müssen zur Aufrechterhaltung ihrer eigenen Gesundheitsversorgung. Die Universität Siegen kann den Prozess unterstützen, diese Herausforderungen für die Menschen in der Region zu lösen. Jungen Menschen soll unternehmerisches Denken und Handeln nähergebracht werden, um Bedarfe für neue Produkte und Dienstleistungen zu erkennen. „Wir wollen Ideen in eine unternehmerische Nachhaltigkeit bringen“, erklärt Dr. Jacobs im Hinblick auf die Relevanz eines durchdachten Geschäftsmodells, auch über die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung hinaus. Es sei sinnvoll, den Wissenschafts- und Techniktransfer an Universitäten frühzeitig mitzudenken. So könne bereits in der Lehre relevantes Wissen vermittelt werden, um für eine spätere Gründung zu sensibilisieren – als einer von mehreren möglichen Transferwegen: „Es ist immer wertvoll, wenn jemand, der tief in der Forschung steckt, die Ergebnisse auch in die Gesellschaft transferieren kann“, ergänzt der Leiter der zentralen Transferstelle. Darüber hinaus diskutieren Dr. Jens Jacobs und Dr. Olaf Gaus über die Innovationskraft in Deutschland und die Rolle der Universität als Impulsgeber für Investitionen sowie über Gründe für rückläufige Potenziale in der Gesundheitsversorgung. | — | ||||||
| 2/7/25 | ![]() 28 | Martina Thelen | Die Gesundheitswirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftszweig in Deutschland. „Mehr als jeder sechste Erwerbstätige ist in der Gesundheitswirtschaft tätig. Die Bruttowertschöpfung liegt bei über 400 Milliarden“, so Thelen. Um die Gesundheitsversorgung auch zukunftsfähig zu gestalten, bedürfe es einer größeren Förderung für die Realisierung von zunächst regionalen Versorgungsprojekten. Speziell im Ausbau der Digitalisierung sieht sie großes Potential: „Man ist gut beraten, wenn man erstmal vor Ort mit den Gesundheitswirtschaftsakteuren und den jeweiligen Einrichtungen zusammenarbeitet. Es muss intersektoral und interdisziplinär gearbeitet werden und Digitalisierung kann da eine großartige Unterstützung sein.“ Neben der medizinischen Versorgung sieht Frau Thelen speziell im Bereich der Pflege dringenden Handlungsbedarf, der vielmehr gesamtgesellschaftlich betrachtet werden müsse. Pflegende Angehörige benötigen Unterstützung, damit Pflegebedürftige so lange wie möglich zuhause versorgt werden können. Das ist insbesondere aufgrund des demografischen Wandels wichtig. Neben der Ausbildung neuer Berufsbilder wie dem Studiengang Physician Assistant (PA), die den modernen Anforderungen gerecht werden, gelte es die Prävention und Gesundheitsförderung mehr in den Fokus zu rücken und stärker in das Gesundheitssystem zu integrieren. „Wir sehen, dass präventive Maßnahmen auch im hohen Alter einen positiven Effekt haben“, so Thelen, die insbesondere auf gesundheitswirtschaftliche Effekte hinweist. | — | ||||||
| 1/10/25 | ![]() 27 | Prof. Dr. Ingo Froböse | „Wir haben kein Gesundheitssystem, sondern ein Krankheitssystem“, betont Prof. Dr. Froböse. Er erwartet für die kommenden Jahre eine deutliche Verschärfung der aktuellen Gesundheitslage. Es sei davon auszugehen, dass das Gesundheitssystem im Jahr 2030 die Kosten für die Sozialausgaben der Rentenversicherung übersteigen werde. Um dem entgegenzuwirken, sieht der Hochschulprofessor besonderes Potential in der Förderung gesundheitlicher Prävention. Aktuell sei das System fachlich und finanziell vor allem auf den Bereich der Diagnostik ausgerichtet. „Wir haben keine institutionelle Verankerung in unserer Gesellschaft, was Prävention betrifft“, so Froböse, der Gesundheit als interdisziplinäre Aufgabe betrachtet. Beispielsweise sei die Vernetzung verschiedener Organisationen in der Kommune wichtig, um eine Angebotsstruktur zu schaffen, die nach individuellem Bedarf bedient werden könne. Dabei sei es wichtig, die Bevölkerung in ihren gesundheitlichen Kompetenzen zu stärken, hin zu mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit und Lebensqualität. Weiter bringt Prof. Dr. Froböse Vorschläge ein, diesen Herausforderungen zu begegnen und spricht u. a. über die Notwendigkeit von Präventionsforschung und die Rolle der Wissenschaftskommunikation. Er geht auf Lebensstilerkrankungen ein und rät dazu, schon im Kindesalter präventiv vorzubeugen. Auch sei im Bereich der Pflege Potential vorhanden, das zum Beispiel in der Förderung der Ressourcen der Senioren bestünde, wenn der Fokus vermehrt auf der Rehabilitation läge. Nicht zuletzt sieht er Maßnahmen für das Thema Prävention auf ministerieller Ebene und spricht sich dafür aus, dass Sektorendenken im Gesundheitswesen aufzubrechen. „Wenn wir unsere Gesellschaft für die Zukunft planen – und nur eine leistungsfähige aktive Gesellschaft ist eine gesunde Gesellschaft – brauchen wir ein neues Denken“, so Froböse. | — | ||||||
| 11/8/24 | ![]() 26 | Dr. med. Phillipp Kurtz | “Wir haben mit dem TIM eine Lösung geschaffen, die erstmalig einen Rahmen schafft für ganzheitliche Kommunikation“, erläutert Dr. med. Phillipp Kurtz. Multimediales Kommunizieren mittels Bildern, Text, Sprache, Dokumenten oder Videos sei zwischen allen Beteiligten möglich. Neben Mediziner*innen, Pflegefachpersonen und Therapeut*innen sollen auch Patient*innen den TIM nutzen können. Der Messenger der Famedly GmbH ist bereits erhältlich und wird derzeit beispielsweise im Pilotprojekt TIMO TI-Modellregion Hamburg & Umland verwendet. Weitere TI-Messenger von anderen Anbietern werden folgen. Dr. Kurtz erklärt im Interview, dass unterschiedliche Messenger gemäß den Vorgaben der gematik GmbH untereinander interoperabel sein werden. „TIM und ePA gehören untrennbar zusammen“, so der Mediziner. Während in der ePA insbesondere strukturierte Daten abgelegt würden, seien über den TIM schnelle Abklärungen unter den Beteiligten möglich. Des Weiteren wird im Gespräch erörtert, welche Vorteile sich durch die dezentrale Technologie ergeben, wie Nachrichten die richtigen Adressaten finden, welche Rolle das Matrixprotokoll der gematik GmbH spielt und warum zukünftig auch Chatbots in den TIM integriert werden sollten. | — | ||||||
| 10/11/24 | ![]() 25 | Andrea Schmidt-Rumposch | Mit Bezug auf das neu erschienene Fachbuch „Human Hospital“, das Frau Schmidt-Rumposch zusammen mit Prof. Dr. med. Jochen A. Werner herausgegeben hat, beschreibt die Pflegedirektorin die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Medizin und Pflege: „Die gelungenste Operation wird nichtig, wenn die Nachsorge nicht funktioniert“. Vor dem Hintergrund der höher werdenden Zahl zu pflegender Menschen sieht Andrea Schmidt-Rumposch die Notwendigkeit, Pflegefachpersonen mithilfe der Digitalisierung insbesondere im Bereich der Administration zu entlasten. Dies führe zu mehr Pflegezeit für die Patient*innen, mehr Arbeitszufriedenheit bei den Fachkräften und somit zu höherer Personalbindung. Angesichts der aktuellen Versorgungslücken hebt Andrea Schmidt-Rumposch die Relevanz der Implementierung von Ambulanzzentren, der Umsetzung der Krankenhausreform und der Prävention hervor. „Wir brauchen in jedem Fall eine Erhöhung des Effizienzgrades in der Behandlung“, sagt auch Dr. Olaf Gaus. Darüber hinaus erläutert Frau Schmidt-Rumposch anhand von konkreten Beispielen aus dem Universitätsklinikum Essen, welche Entwicklungsfortschritte im Bereich der klinischen Pflege bereits gemacht wurden. Hierbei geht sie u. a. auf die Ausbildung von ePA-Trainer*innen, die Erstellung von Bewegungsprofilen durch Sensorik an Patient*innenbetten, die Rolle der KI bei der Erkennung von Wundarten und die Entwicklung einer App für Chemotherapie-Patient*innen ein. | — | ||||||
| 9/6/24 | ![]() 24 | Dr. med. Thorsten Hornung | Vor dem Hintergrund des Wandels im Gesundheitssystem und der auf den Weg gebrachten Krankenhausreform sind insbesondere auf dem Land immer mehr Versorgungsengpässe zu erwarten. „Wir müssen Prozesse so effizient machen, dass wir in Zukunft die Versorgung gewährleisten können“, so der Appell von Dr. med. Thorsten Hornung im Hinblick darauf, dass ärztliches Fachpersonal derzeit ein Drittel der Arbeitszeit mit Bürokratie statt mit Patient*innengesprächen verbringt. Im Kontext der zunehmenden ambulanten Versorgung schreibt Dr. Olaf Gaus Netzwerkfunktionen eine enorme Bedeutung zu und spricht von einer „Verschränkung von Technik und Ambulantisierung“. Auch Dr. med. Thorsten Hornung erachtet Netzwerke – z. B. zwischen Krankenhäusern und Praxen – und das Vitaldatenmonitoring als besonders wichtig. Er erläutert seine Aussagen im Interview anhand von verschiedenen Beispielen aus medizinischen Abteilungen des UKB, aber auch aus dem Westerwald, den USA und Großbritannien. Dr. med. Thorsten Hornung wünscht sich, dass bis Ende des Jahres ein Konsens gefunden wird, um das Krankenhaussystem in NRW neu zu gestalten. „Wir haben Werkzeuge, mit denen wir Medizin neu denken und aufbauen können“, so das Fazit des Mediziners. | — | ||||||
| 8/2/24 | ![]() 23 | Prof. Josef Hecken | Dr. Olaf Gaus und Prof. Josef Hecken diskutieren gemeinsam über Lösungen für den absehbaren Mangel an Haus- und Fachärzt*innen in Deutschland. Mittlerweile sei allen klar, dass insbesondere in ländlichen Regionen nicht genügend Allgemeinmediziner*innen bereit seien, sich dort niederzulassen. „Für die Grundversorgung […] müssen wir dann auch bereit sein, auf dem Land mehr Geld in die Hand zu nehmen“, argumentiert Prof. Hecken. Im Gespräch wird ebenfalls erörtert, wie der Experte die vom Bundesgesundheitsminister angestoßene Krankenhausreform einschätzt und welche weiteren strukturellen Veränderungen aus seiner Sicht umgesetzt werden sollten. Angesichts der Kostenexplosion im Gesundheitswesen durch den demografischen Wandel sowie den zeitgleich rasanten medizinisch-technischen Fortschritt stellt Prof. Hecken die wichtige Rolle des Gemeinsamen Bundesausschusses als Akteur in der deutschen Gesundheitspolitik heraus. Beim G-BA gehe es nicht darum, politischen Begehrlichkeiten gerecht zu werden, sondern um einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Geldern der Beitrags- und Steuerzahler*innen. Gemäß der beiden Leitprinzipien – dem Qualitäts- und dem Wirtschaftlichkeitsgebot – treffe der G-BA seine Entscheidungen streng nach Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Er plädiert in Hinblick auf die steigenden Gesundheitsausgaben dafür, die aktuellen Strukturen des Gesundheitssystems schnellstmöglich zu optimieren: "Wir geben 12% unseres Bruttoinlandprodukts für Gesundheit aus. Dieser Kuchen ist mittlerweile so groß, dass man nicht davon ausgehen kann, dass er beliebig wachsen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Effizienzsteigerung für mich das absolute Credo, das wir in den nächsten Jahren nachhaltig betreiben müssen." Insbesondere die Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie die Ambulantisierung von Versorgungsleistungen müssten konsequent weiter vorangetrieben werden, um eine stärkere Verzahnung der beiden Sektoren zu ermöglichen, so der Experte. | — | ||||||
| 6/7/24 | ![]() 22 | Dr. Christian Weber | „KI bildet die Kognitivität des Menschen ab und ergänzt sie“, erläutert Dr. Christian Weber zu Beginn des Interviews. Für die Medizin bestehe der Nutzen von KI darin, dass Algorithmen Muster selbständig erkennen und Hinweise auf Krankheitsbilder liefern können. „Je mehr Daten wir haben, desto mehr können auch seltene Muster erkannt werden“, so Weber. Auf Dr. Olaf Gaus‘ Frage, ob eine effiziente Zusammenführung medizinischer Daten auf europäischer Ebene notwendig sei, um aus einer sehr großen Datenmenge (‚Big Data‘) eine qualitativ hochwertige Datenauswertung erzeugen zu können, erklärt Dr. Christian Weber, dass mit ‚Gaia-X Health‘ bereits in diese Richtung gegangen wurde. Dieser Ansatz sei jedoch aufgrund eines zentralen Datenreservoirs sehr anfällig für Datengefährdung. Daher seien verteilte Datenstandorte und ‚mobile KI-Algorithmen‘ vorteilhafter. Des Weiteren wird im DMGD-Talk thematisiert, in welcher Form KI bei prädiktiver Diagnostik unterstützen kann und welche Rolle der ‚Digitale Zwilling‘ dabei spielt. Auch werden die Zusammenhänge von elektronischer Patient*innenakte (ePA) und derzeit von Krankenkassen angebotenen Apps betrachtet. Dr. Christian Weber sieht die Zukunft darin, dass industrielle Systeme mit den auf höherem Standard gesicherten medizinischen Systemen zusammenwachsen. | — | ||||||
| 5/3/24 | ![]() 21 | Dr. Christian Temath | Vor dem Hintergrund des Ressourcenrückgangs in der gesundheitlichen Versorgung sieht Dr. Christian Temath Chancen und Mehrwert für Patient*innen durch das Zusammenbringen von Daten mit der menschlichen Intelligenz der Mediziner*innen. Von der Mensch-Maschine-Schnittstelle in den 1990er Jahren bis zu ChatGPT heute habe eine rasante Entwicklung stattgefunden, so Temath. Im medizinischen Bereich sei daher vor allem die Akzeptanz der neuen Technologien Voraussetzung für eine erfolgreiche Nutzung. Mit Bezug auf das Vitaldatenmonitoring beschreibt Dr. Olaf Gaus den Einbezug von KI in die Datenauswertung als „sehr nutzbringend und als möglichen zukünftigen Grundpfeiler der intersektoralen Gesundheitsversorgung.“ Dr. Christian Temath ergänzt, dass KI-Modelle auf entsprechende Datensätze trainiert werden müssen, damit sie gut funktionieren. In diesem Zusammenhang verweist er auf das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG), mit dem die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zurverfügungstellung von großen Datenmengen über Krankheitshistorien geschaffen wird. Während in einzelnen Bereichen der Patient*innenreise bereits heute KI-Verfahren eingesetzt werden, fehlen für eine umfassende Nutzung im medizinischen Bereich derzeit noch Dateninfrastrukturen, Regularien und KI-Algorithmen. Inwiefern Datenmedizin und Digitale Praxis eine Bereicherung für Mediziner*innen und Patient*innen darstellen können, wird im DMGD-Talk weiter erörtert. „Wir wollen durch Technologie den Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt einer vertrauenswürdigen, KI-gestützten Medizin bringen“, so Temath. | — | ||||||
| 4/5/24 | ![]() 20 | Prof. Dr. rer. nat. Rainer Brück [Spezial] | Prof. Rainer Brück war Inhaber der Professur für Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf an der Universität Siegen und ist seit März 2024 im Ruhestand. Er hat maßgeblich zum Erfolg der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) und zur Entwicklung der Datenmedizin beigetragen. Die Begrifflichkeiten „Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf“ bezeichnet Prof. Brück als seinen „wissenschaftlichen Werdegang in a nutshell“, als zu Beginn des Interviews seine berufliche Entwicklung genauer betrachtet wird. Auch wird die Entstehung der medizinischen Informatik und Medizintechnik an der Universität Siegen erläutert. Im Rahmen der Frage „Was können Daten innerhalb der Medizin besser machen?“ erklärt Dr. Olaf Gaus, dass das Ziel darin bestehe, insbesondere im ländlichen Raum herauszufinden, wie eine Datenmedizin intersektoral eingesetzt werden kann. „Die Nutzung von Daten ist mehr als die ePA“, ergänzt Prof. Rainer Brück. Man benötige die Informatik in Ergänzung zum Mikrosystementwurf, um eine Korrelation zwischen Vitalparametern auf der einen Seite und Krankheiten auf der anderen Seite festzustellen. Hierbei käme die KI als algorithmische Technik ins Spiel. Durch eine Kombination von datengetriebenen Techniken und wissensbasierten KI-Systemen seien detaillierte Datenanalysen möglich. Es existiere noch Forschungsbedarf hinsichtlich der Datenauswertung durch KI, um das geplante Versorgungsmodell einer Digitalen Praxis umzusetzen, jedoch sei man auf einem guten Weg dorthin, berichtet der emeritierte Professor. | — | ||||||
| 3/1/24 | ![]() 19 | Lars Rettstadt | „Die Hausarztpraxis ist kein Auslaufmodell“, beschreibt Lars Rettstadt und betont die Attraktivität und Vielfalt einer Tätigkeit als Allgemeinmediziner*in. Jedoch sei die ambulante, wohnortnahe Versorgung häufig gefährdet und vor allem die Praxen in ländlichen Gebieten seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Um dem entgegenzuwirken, müssten sich die Strukturen ändern. Insbesondere die Patientensteuerung, z. B. durch Hausarztverträge, sei für das Gesundheitssystem und die Kostenträger von großer Wichtigkeit. Auch mögliche Erleichterungen durch die fortschreitende Digitalisierung hebt Lars Rettstadt im Interview hervor. In seiner Praxis gibt es z. B. eine Patient*innen-App mit Chatfunktion. Über diese App können die Patient*innen nicht nur Kontakt zur Praxis aufnehmen, sondern auch ihre Krankenakte einsehen, Rezepte bestellen oder Blutdruckwerte übermitteln. Des Weiteren wird im DMGD-Talk darüber gesprochen, dass Mittel zur Förderung der Weiterentwicklung von hausärztlichen Praxen benötigt werden. Auch wird thematisiert, welche Bereiche in den Praxen sich bereits verändert haben oder zukünftig einem Wandel unterliegen werden. | — | ||||||
| 2/2/24 | ![]() 18 | Arndt G. Kirchhoff | „Die Unternehmer sehen mit Sorge die Kostenexplosion im Gesundheitswesen und dass das System nicht leistungsfähig genug ist.“ So beschreibt Arndt G. Kirchhoff im Gespräch die aktuelle Situation. Durch die digitale Medizin könnten die Kosten reduziert und die Versorgung der Patient*innen wesentlich verbessert werden. Für die Arbeitgeber sei es besonders wichtig, ihre Belegschaften gesundheitlich gut betreut zu wissen, da die Gesundheitsversorgung in der Region einen bedeutenden Standortfaktor für die Unternehmen darstellt. „Die Politik ist zu langsam. Die Zeit der Transformation und der Digitalisierung läuft schneller“, so Arndt G. Kirchhoff. Er beschreibt, warum die Politik bundesweit geltende Standards sowie Vorgaben mit Anreizen für Ärzt*innen und Patient*innen im Bereich der Digitalisierung setzen sollte. Des Weiteren erläutert er im DMGD-Talk, warum er Projekte wie Telemed@ATN sehr sinnvoll findet, warum das Vitaldatenmonitoring insbesondere im Bereich der Prävention von Bedeutung ist und wie mit sensiblen Gesundheitsdaten umgegangen werden sollte. | — | ||||||
| 1/12/24 | ![]() 17 | Thomas Müller | „Wir haben ein sehr gutes und stabiles Gesundheitssystem in Deutschland, das sehr patientenorientiert ist“, so Thomas Müller. Jedoch sei es aufgrund der steigenden Zahl von Versorgungsengpässen, die insbesondere in ländlichen Regionen auftreten, die Aufgabe der KVWL, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen junge Ärzt*innen bereit sind, sich in einer Praxis niederzulassen. Vor dem Hintergrund der von einigen Krankenhäusern geforderten Ambulantisierung beschreibt der Betriebswirt, dass die ‚Patientensteuerung‘ in Form von Aufklärung eine langfristige Aufgabe sei. Viele Patient*innen wüssten nicht, in welchen Fällen sie eine*n niedergelassene*n Mediziner*in, eine Notfallpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen sollten. „Die Digitalisierung kann ein Weg sein, die Versorgung zu optimieren und Zeit für den Arzt zu schaffen“, sagt Thomas Müller und führt die elektronische Anamnese, das Vitaldatenmonitoring, die Delegation von Aufgaben an nichtärztliche Fachpersonen sowie die Ausbildung von Digitalmanager*innen als positive Beispiele an. Dr. Olaf Gaus hebt in diesem Zusammenhang die Ausstellung ‚dipraxis‘ (Die digitale Praxis der KVWL) hervor, in der Mediziner*innen neue digitale Anwendungen kennenlernen und testen können. Des Weiteren wird im DMGD-Talk erörtert, warum die Krankenhausreform eine große Herausforderung darstellt, wie die Kommunikation zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen verbessert werden kann und warum die Trennung der Sozialgesetzbücher für den pflegerischen und medizinischen Bereich keine optimale Lösung darstellt. | — | ||||||
| 12/1/23 | ![]() 16 | Dr. Jochen Pimpertz | „Das Gros der Bevölkerung ist in einer Kranken- und Pflegeversicherung abgesichert, die nach dem Solidaritätsprinzip organisiert ist“, so Dr. Jochen Pimpertz zu Beginn des Interviews. Ob deswegen weite Teile der medizinischen und pflegerischen Versorgung nach marktfernen oder marktüblichen Regeln organisiert werden sollten, sei die entscheidende Frage. Aus ökonomischer Sicht positioniert sich Dr. Pimpertz klar: „Dort, wo es knapp ist, sollte der Preis steigen.“ Sowohl Kranken- als auch Pflegeversicherung könnten solidarisch organisiert sein, aber man müsse deswegen nicht jeden Preismechanismus bei den Versorgern ausklammern. Im Hinblick auf die zunehmende Überforderung unseres Gesundheitssystems durch eine alternde Gesellschaft spricht Dr. Olaf Gaus die Möglichkeit an, mit digitalen Methoden fehlende Versorgungsressourcen im ärztlichen Bereich und in der Pflege zu ersetzen. Dr. Jochen Pimpertz sieht die Digitalisierung mit Bezug auf die Verfügbarkeit von Patient*innendaten, die Organisation von Abläufen sowie im Rahmen von assistierenden Systemen als wichtig an. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land seien Digitalisierungsansätze sinnvoll, sofern sie zu vertretbaren Kosten und einem Nettonutzen führen würden. „Das Interesse an der Digitalisierung besteht, es wird nur nicht angereizt“, ergänzt Dr. Jochen Pimpertz. Inwiefern marktübliche Regeln im Gesundheitswesen die Digitalisierung vorantreiben und für eine Aufrechterhaltung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen sorgen könnten, wird im DMGD-Talk weiter erörtert. | — | ||||||
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