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Aktuelle Buchempfehlungen: Amélie Nothomb und Ondřej Hübl
Jun 16, 2026
28m 34s
Aktuelle Buchempfehlungen: Zum Tag der Schweizer Literatur
Jun 9, 2026
33m 21s
Aktuelle Buchempfehlungen: von den Solothurner Literaturtagen
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Aktuelle Buchempfehlungen: Roberto Saviano und Birgit Birnbacher
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| 6/16/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Amélie Nothomb und Ondřej Hübl | Die heute vorgestellten Bücher erzählen von einer Reise in die Vergangenheit: Nothomb trifft in Japan auf ihr früheres Ich, Hübl lässt seine Figuren in die Tschechoslowakei der 1950-er Jahre fahren. Die belgische Autorin Amélie Nothomb kehrt nach Jahren mit einer Freundin nach Japan zurück. Japan ist der Sehnsuchtsort ihrer Kindheit und frühen Erwachsenenjahre. Zwischen Kyoto, Nara und Tokio entfaltet sich eine Reise voller Wiederentdeckungen, Irritationen und leiser Komik. Doch je näher sie den Orten ihrer Vergangenheit kommt, desto deutlicher wird: Eine Rückkehr ist unmöglich. Nostalgisch, selbstironisch und berührend erzähle Nothomb von der Begegnung mit dem früheren Ich, meint Annette König. Der tschechische Autor Ondřej Hübl schickt seine Figuren auf eine Ferienreise der ganz besonderen Art: Josef Kaarls, schwerreicher Besitzer einer KI-Firma, will seiner antikapitalistisch aufbegehrenden Tochter zeigen, wie schlimm der Kommunismus gewesen sei. Darum bezahlt er ein kleines Vermögen dafür, dass eine darauf spezialisierte Firma ihn und seine Familie für einige Zeit in den tschechischen Kommunismus der 50er-Jahre zurückversetzt. Nur klappt das mit der Rückreise dann nicht ganz – und in der Folge entwickelt sich ein fast thrillerartiges Szenario rund um die Fragen, wer eigentlich gerade wen in der Hand hat und was Geld dabei für eine Rolle spielt. Simon Leuthold war von diesem Buch, das er trotz des künstlichen Settings in den 50er-Jahren für ziemlich aktuell hält, bestens unterhalten. Buchhinweise: Amélie Nothomb. Die unmögliche Rückkehr. Aus dem Französischen von Brigitte Grosse. 144 Seiten. Diogenes, 2026. Ondřej Hübl. Der Vorhang. 400 Seiten. Aus dem Tschechischen von Daniela Pusch. Voland & Quist, 2026. | 28m 34s | ||||||
| 6/9/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Zum Tag der Schweizer Literatur✨ | Schweizer LiteraturSagen und Mythen+3 | — | Die Schrecken der anderenWilhelm Tell für die Schule+7 | — | Schweizer LiteraturSagen+3 | — | 33m 21s | |
| 5/19/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: von den Solothurner Literaturtagen✨ | book recommendationsliterature+3 | Markus GasserJennifer Khakshouri+2 | Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Am Kantenhain+8 | Solothurn | book recommendationsliterature+3 | — | 43m 28s | |
| 5/12/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Norbert Gstrein und Fatima Daas✨ | warcoming-of-age+3 | — | HanserClaassen+2 | — | Norbert GstreinFatima Daas+5 | — | 25m 48s | |
| 4/21/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Roberto Saviano und Birgit Birnbacher✨ | literatureADHD+4 | — | HanserZsolnay+3 | — | Roberto SavianoBirgit Birnbacher+7 | — | 29m 58s | |
| 4/14/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Catalin D. Florescu und Thomas Hettche✨ | Rumänienpolitische Gedichte+4 | — | Rowohlt BerlinKiepenheuer & Witsch | — | Catalin Dorian FlorescuThomas Hettche+7 | — | 21m 09s | |
| 4/7/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Martin Suter und Kurt Prödel✨ | book recommendationscoming-of-age+3 | — | Business ClassKönnen Sie mich sehen? | — | Martin SuterKurt Prödel+5 | — | 27m 54s | |
| 3/17/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Jérémie Gindre und Lilli Tollkien✨ | literaturebook recommendations+3 | Jérémie GindreLilli Tollkien | Schweizer Radio und FernsehenTombola+1 | — | literaturebook recommendations+5 | — | 21m 32s | |
| 2/24/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Julia Weber und Clara Umbach✨ | magical realismlove+3 | Julia WeberClara Umbach | — | — | magical witchlove story+3 | — | 29m 52s | |
| 2/17/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Pedro Lenz und Gabriella Zalapì✨ | book recommendationsliterature+3 | Pedro LenzGabriella Zalapì | Mit linggs | GenfItalien | Pedro LenzGabriella Zalapì+5 | — | 29m 26s | |
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| 2/10/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Lisa Ridzén und Mariana Enriquez✨ | agingliterary horror+3 | Lisa RidzénMariana Enriquez | Wenn die Kraniche nach Süden ziehen | — | Lisa RidzénMariana Enriquez+5 | — | 29m 20s | |
| 1/20/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Julian Barnes und Helga Schubert | Der britische Schriftsteller Julian Barnes und die deutsche Schriftstellerin Helga Schubert haben einiges gemeinsam: mit achtzig oder über achtzig Jahren sind sie beide in fortgeschrittenem Alter. Und sie haben beide ein Buch veröffentlicht, in dem sie Rückschau halten und über das Leben nachdenken. Julian Barnes ist einer der bedeutendsten britischen Schriftsteller und Booker-Preisträger. Er wird 80 und verabschiedet sich vom Schreiben. Mit «Abschied(e)» legt er sein letztes Buch vor: eine Mischung aus Liebesgeschichte, Erinnerungen und Gedanken über Vergänglichkeit und Leben. Julian Barnes erzählt von einer Jugendliebe, die nach 40 Jahren neu beginnt, von seiner eigenen Krankheit und vom Rätsel der Erinnerung. An seiner Seite: Jimmy, ein Hund, der ihn über Bewusstsein bei Mensch und Tier nachdenken lässt. Jennifer Khakshouri stellt das Buch vor. In der DDR schrieb die Psychologin und Schriftstellerin Helga Schubert jahrzehntelang bespitzelt und ohne Anerkennung. Als sie 1980 zum Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen war, durfte sie nicht ausreisen. 2020 kam die zweite Einladung. Mit 80 Jahren gewann Helga Schubert sensationell den Preis, der eigentlich für Newcomer gedacht ist. Seither ist sie aus der deutschen Literatur nicht mehr wegzudenken. In ihrem jüngsten Buch «Luft zum Leben. Geschichten vom Übergang» zieht sie Bilanz - mit einer Sammlung neuer und alter Texte aus ihrem ganzen Schaffen. Ein berührendes und beflügelndes Buch, findet Literaturredaktorin Franziska Hirsbrunner. Buchhinweise: Julian Barnes. Abschied(e). Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. 256 Seiten. Kiepenheuer&Witsch, 2026. Helga Schubert. Luft zum Leben. Geschichten vom Übergang. 288 Seiten. dtv, 2025. | 27m 44s | ||||||
| 1/13/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Pascal Mercier und Leïla Slimani | Mit «Trag das Feuer weiter» beendet die marokkanisch-französische Schriftstellerin Leïla Slimani ihre autorbiografisch verwurzelte Familiensaga und mit «Der Fluss der Zeit» erscheinen nochmals Kurzgeschichten aus dem Nachlass des verstorbenen Schweizer Erfolgsautors Pascal Mercier. Man kennt ihn für seinen Bestseller «Nachtzug nach Lissabon»: Pascal Mercier. 2023 verstarb der Schweizer Schriftsteller. Nun erscheint posthum ein Band mit Kurzgeschichten aus seinem Nachlass. «Der Fluss der Zeit» ringt mit elementaren Themen wie Freiheit, Identität und Vergänglichkeit. Fünf philosophische Miniaturen. Die letzte Zugabe Pascal Merciers. SRF-Literaturredaktorin Katja Schönherr stellt den Erzählband vor. Mit «Trag das Feuer weiter» vollendet Leïla Slimani ihre dreiteilige Familiensaga. Die Trilogie erzählt von der 1974 in Marokko geborenen Mia, die zwischen Tradition und Globalisierung ihren Weg sucht und in Paris eine zweite Heimat findet. So baut Slimani Brücken zwischen Orient und Okzident und zeigt, wie Politik ins Private wirkt. Multiperspektivisch, lebendig, nah an der Realität liest sich Slimanis Roman in einem Zug weg, findet SRF-Literaturredaktorin Annette König. Buchhinweise: Pascal Mercier. Der Fluss der Zeit. 112 Seiten. Hanser, 2026. Leïla Slimani. Trag das Feuer weiter. 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand, 2026. | 22m 20s | ||||||
| 1/6/26 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Aus dem Leben gegriffen | Joan Didion hält in «Notizen für John» ihre eigenen Therapiegespräche für ihren Mann fest. Hu Anyan erzählt in «Ich fahr Pakete aus in Peking» von seinem Leben in Nebenjobs. Joan Didion (1934-2021) gehört zu den berühmtesten US-amerikanischen Autorinnen. Wegen ihrer gnadenlosen Polit- und Gesellschaftsreportagen ist sie bis heute Kult. Zudem war sie auf eine zerbrechliche und schusselige Weise sehr schön und wurde noch mit über 80 zum Gesicht des Modelabels Celine. Sie lebte ein glamouröses Leben im Umfeld von Hollywood, war hip und erfolgreich. Aber als Mutter sah sie sich gescheitert. Sie hatte ein Mädchen adoptiert, als es noch ein Baby war und hatte ihm ein gutes Leben geboten. Doch dann wurde Quintana schwer alkoholsüchtig. Quintanas Psychiater bat Didion darum, selbst eine Therapie zu absolvieren. Was Didion tat und die Therapiegespräche für ihren Ehemann John Dunne festhielt. Das Tagebuch «Notizen für John» wurde nun aus dem Nachlass veröffentlicht. Nicht ganz ohne Lärm – das sei doch taktlos etc. Enthüllungen finden sich aber kaum. Vielmehr geht es um verzweifelte Liebe, findet Franziska Hirsbrunner. Während seiner Zeit als Paketbote in Peking kämpft Hu Anyan mit riesigem Zeitdruck. Jede Minute, in der er kein Paket zustellt, kostet ihn einen Teil seines sowieso schon winzigen Lohns. Fehler werden mit Strafgebühren geahndet. Trotzdem begehrt er kaum auf – dafür liest er in seiner knappen Freizeit James Joyce oder Robert Musil. «Ich fahr Pakete aus in Peking» ist Hu Anyans Bericht über 20 Jahre prekäre Arbeit in Niedriglohnjobs in chinesischen Riesenstädten – immer so lang, bis Frust, Erschöpfung oder Langeweile zu gross wurden. In China wurde das Buch schon 2023, kurz nach seinem Erscheinen zu einem Hit – nun ist es auch in deutscher Übersetzung erschienen. Für Simon Leuthold eine eindrückliche Stimme von Ausgebeuteten, die selten zu Wort kommen. Buchhinweise: Joan Didion. Notizen für John. Aus dem Amerikanischen von Antje Rávik Strubel. 256 Seiten. Ullstein, 2025. Hu Anyan. Ich fahr Pakete aus in Peking. Aus dem Chinesischen von Monika Li. 295 Seiten. Suhrkamp, 2025. | 30m 09s | ||||||
| 12/30/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Salman Rushdie und Philippe Collin | Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie zeigt in seinem neuen Buch einmal mehr, was für ein wunderbarer Erzähler er ist. Und dem französischen Autor Philippe Collin gelingt zugleich ein fesselnder Thriller und ein eindringliches Zeitdokument. Salman Rushdie ist zurück. Zum ersten Mal seit der Messerattacke vom Sommer 2022 und nach dem «Aufarbeitungsbuch» «Knife» knapp zwei Jahre später erscheint jetzt wieder ein fiktionales Werk des Schriftstellers. Darin nähert er sich in fünf unterschiedlichen Erzählungen dem Thema Tod, mit dem er ja eine ziemlich intime Begegnung gehabt hat, wie Rushdie selber kürzlich in einem Interview sagte. Eine wunderbare Rückkehr eines grossen Erzählers, meint Literaturredaktor Michael Luisier, und eine Wiederbegegnung mit all den Orten, an denen Rushdies Geschichten von jeher spielen: Indien, England und die USA. Der Roman «Der Barmann des Ritz» spielt im legendären Pariser Hotel Ritz während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum steht der Barmann Frank Meier, eine reale Figur, die zwischen den Fronten agiert: Er bedient Nazis, Spione, Künstler und Widerstandskämpfer – und wird selbst Teil eines gefährlichen Spiels aus Loyalität, Verrat und Überleben. Die Geschichte verbindet historische Fakten mit einer spannenden, atmosphärischen Erzählung. Ein Buch, das zugleich fesselnder Thriller, eindrückliches Zeitdokument und aufschlussreiche Charakterstudie ist, findet SRF-Literaturredaktorin Annette König. Buchhinweise: Salman Rushdie. Die elfte Stunde. Fünf Erzählungen. Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 288 Seiten. Penguin, 2025. Philippe Collin. Der Barmann des Ritz. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. 447 Seiten. Insel, 2025. | 28m 15s | ||||||
| 12/23/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Von Freundschaft und Familienbanden | Die Wienerin Lili Körber erzählt persönlich grundiert von einem Paar, das nach New York auswandert. Stefan Hertmans widmet sich einer berührenden platonischen Freundschaft zwischen zwei Männern. Und Elisa Shua Dusapin beschreibt mit grosser Zartheit die ambivalente Beziehung zweier Schwestern. Ein Roman, der vor 80 Jahren geschrieben wurde und erst heute erscheint: «Abschied von gestern». Die Wienerin Lili Körber (1897-1982) erzählt darin autobiografisch grundiert vom Exil. Schauplatz ist New York. Dorthin konnte sich ein gutbürgerliches jüdisches Ehepaar um 1940 vor den Nazis flüchten. Aber vom alten Leben ist ihnen nichts geblieben. Der Roman beginnt mit einer demütigenden Zimmersuche. Die Ignoranz Menschen gegenüber, die alles verloren haben, ist omnipräsent. Ein berührend zeitloses Buch über Flüchtlingsschicksale, findet SRF-Literaturredaktorin Franziska Hirsbrunner. Mit «Dius» legt der flämische Autor Stefan Hertmans seinen vierten Roman in deutscher Übersetzung vor. Einmal mehr sei Hertmans damit ein herausragendes Stück Literatur gelungen, findet Felix Münger. Es schildert eine Freundschaft zwischen zwei Männern, fernab von aller Erotik und Sexualität. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – ein junger emotionaler Künstler und ein etwas älterer Intellektueller, welcher der rationalen Analyse zuneigt. Doch beide finden im Gegenüber jenen fehlenden Teil des eigenen Ichs, der sie beide zu ganzen Menschen macht. Agathe, Drehbuchautorin in New York, kehrt nach fünfzehn Jahren ins französische Périgord zurück, um mit ihrer Schwester Véra das Elternhaus auszuräumen. Neun Tage lang suchen die beiden Nähe – und stoßen auf Distanz. Alte Erinnerungen brechen auf, an die Kindheit, ans Schweigen. Denn Véra spricht seit ihrem sechsten Lebensjahr nicht mehr. Elisa Shua Dusapin inszeniert ein Kammerspiel von großer Intensität über die zerbrechliche Beziehung zweier Schwestern. Ihr Stil ist knapp, elliptisch, voller Pausen. Das Ungesagte wird zum Resonanzraum für Emotionen. Ein leiser, eindringlicher Roman, der im französischen Sprachraum begeistert aufgenommen wurde. Buchhinweise: Stefan Hertmans. Dius. Aus dem Niederländischen von Ira Wilhlem. 352 Seiten. Diogenes, 2025. Lili Körber. Abschied von gestern. Herausgegeben von Peter Graf. Aus dem Englischen von Beate Swoboda. 320 Seiten. Das Kulturelle Gedächtnis. Elisa Shua Dusapin. Damals waren wir unzertrennlich. Aus dem Französischen von Andreas Jandl. 144 Seiten. Kein & Aber, 2025. | 30m 47s | ||||||
| 12/16/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: David Szalay und Jane Austen | Gleich zwei grosse Namen vereinigt dieses BuchZeichen eine gute Woche vor Weihnachten: Den des aktuellen Booker Prize-Träges David Szalay und den der britischen Literaturikone Jane Austen. Vor einem Monat gewann der 51jährige kanadisch-ungarisch-britische Autor David Szalay den Booker Prize. Es ist der wichtigste britische Literaturpreis, und Szalay bekam ihn für ein Buch, das im Original den provozierenden Titel «Flesh» (menschliches Fleisch) trägt und von einem vermurksten Männerleben erzählt. Der deutsche Titel, «Was nicht gesagt werden kann», trifft es aber auch. Szalays Held ist ein Mann ohne Worte. Er ist eine Leerstelle und eine Projektionsfläche, insbesondere für die Frauen. Sein Lone-Wolf-Gebaren gefällt ihnen – bis sie ihn wieder loshaben wollen. Schillernd und schroff erzählt David Szalay davon, was es heissen kann, ein Mann zu sein. Ihre Romane wie «Stolz und Vorurteil», «Emma» oder «Überredung» haben sich in den literarischen Kanon und auch in die Herzen vieler Lesenden eingeschrieben. Doch Jane Austens Leben war nicht ganz so rosig, wie die Happy Ends ihrer Bücher. Sie blieb bis zu ihrem frühen Tod unverheiratet und kämpfte um Anerkennung für ihr Schreiben. Die Graphic Novel von Austen-Expertin Janine Barchas, illustriert von Isabel Greenberg bietet einen einzigartigen Einblick in Austens Biografie. Wir lernen, wo Austen auf Gegenwind traf, wo sie Inspiration fand und wo ihre Unterstützerinnen. leichter Einstieg für angehende Austen-Fans und ein Muss für Austen-Begeisterte meint Ariane Schwob. Buchhinweise: David Szalay. Was nicht gesagt werden kann. Aus dem Englischen von Henning Ahrens. 384 Seiten. Classen, 2025. Janine Barchas und Isabel Greenberg. Jane Austen. Ihr Leben als Graphic Novel. Aus dem Englischen von Eva Bonné. 144 Seiten. Penguin, 2025. | 24m 35s | ||||||
| 12/9/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Daniel Mezger und Daniel Wisser | In seinem neuen Roman «Bevor ich alt werde» spürt der Schweizer Autor Daniel Mezger einer existentiellen Frage nach. Und sein österreichischer Namensvetter, Daniel Wisser, wirft mit seinem neuen Buch «Smart City» einen Blick in eine mögliche Zukunft. Würden Sie wissen wollen, wenn Sie eine unheilbare Krankheit in sich tragen – oder würden Sie lieber im Ungewissen bleiben? Diese Frage steht im Zentrum des Romans «Bevor ich alt werde» des Schweizer Autors Daniel Mezger. Die Protagonistin Charlotte ist Musikerin und stürzt sich auf Konzertbühnen ins volle Leben. Ihre Mutter hingegen leidet an einer tödlichen Krankheit, die durch Vererbung weitergegeben werden kann. Charlotte scheut den Test, der ihr lähmende Gewissheit oder befreiende Klarheit verschaffen würde. Aber spätestens mit Charlottes Kinderwunsch rückt die Krankheit näher. «Bevor ich alt werde» ist ein intimes Mutter-Tochter-Porträt, das Tim Felchlin vor allem wegen seiner musikalischen Sprache überzeugt. NEUDA ist eine künstliche Stadt. Abgeschirmt von der Umwelt gibt es dort all das, was heute in der Politik diskutiert wird: Sicherheit, Nachhaltigkeit und vor allem: keine Migration. Doch das hat seinen Preis. Die Bewohnerinnen und Bewohner NEUDAS geben dafür einen Teil ihrer Freiheit und demokratischen Grundrechte ab. Der österreichische Schriftsteller Daniel Wisser spielt anhand seiner «Smart City» durch, wie die Forderungen gewisser politischer Strömungen in der Realität aussehen könnten. Michael Luisier bringt das Buch an den Literaturstammtisch. Buchhinweise: Daniel Mezger. Bevor ich alt werde. 336 Seiten. Atlantis, 2025. Daniel Wisser. Smart City. 416 Seiten. Luchterhand, 2025. | 29m 01s | ||||||
| 12/2/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Die besten Bücher im Dezember/Januar | Am Literaturstammtisch stellen wir heute drei Bücher vor, die von einer Fachjury zu den lesenswertesten Büchern des Monats gekürt worden sind: «Auf ganz dünnem Eis» von Peter Stamm, «Haus zur Sonne» von Thomas Melle und «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» von Usama Al Shahmani. Die SRF-Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen. Der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm braucht nur wenige Worte, um ganze Leben zu erzählen. Sein neuer Erzählband «Auf ganz dünnem Eis» versammelt neun Geschichten, sprachlich klar und unverwechselbar. Die Figuren in den Erzählungen stehen mitten im Leben, mitten im Alltag. Und genau dort passiert das Überraschende: Stamm macht das Kleine gross, das Unspektakuläre spektakulär, meint SRF-Literaturredaktorin Jennifer Khakshouri. Der 50jährige deutsche Schriftsteller Thomas Melle leidet seit jungen Jahren an einer besonders schweren Form der bipolaren Störung. 2016 machte er seine Krankheit mit einem furiosen Buch öffentlich. Mit «Die Welt in Rücken» glaubte er, das Schlimmste hinter sich zu haben. Doch er hatte sich getäuscht. Die Krankheit kam heftiger denn je zurück. Das neue Buch zu Thomas Melles Erkrankung konzentriert sich auf die enorme Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die auf eine Manie folgt und gleitet in eine bitterböse Dystopie: Verzweifelten Menschen bietet das Sozialamt einen Aufenthalt in einem Sanatorium an, wo man ihnen ein paar Wochen lang alle Lebenswünsche erfüllt und sie danach in den Tod entsorgt. Klug, unverblümt, oft auch witzig stellt Thomas Melle in «Haus zur Sonne» Fragen, die alle etwas angehen, findet Franziska Hirsbrunner. In seinem neuen Roman erzählt der in Bagdad geborene und seit über 20 Jahren in der Schweiz lebende Autor Usama Al Shahmani von Heimat, Herkunft, Verlust und Versöhnung. Die Handlung: Der in Zürich lebende Israeli Gadi reist ans Sterbebett seines Vaters. Zurück bleibt er mit einer Tasche voll Aufzeichnungen. Beim Lesen entdeckt Gadi die verdrängte Vergangenheit seines Vaters: ein jüdisches Leben im Irak, geprägt von Ausgrenzung und Flucht. Ein wichtiges Buch, auch um das aktuelle Zeitgeschehen zu verstehen, findet SRF-Literaturredaktorin Annette König. Buchhinweise: Peter Stamm. Auf ganz dünnem Eis. 192 Seiten. S. Fischer, 2025. Thomas Melle. Haus zur Sonne. 320 Seiten. Kiepenheuer & Witsch, 2025. Usama Al Shahmani. In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied. 224 Seiten. Limmat, 2025. | 22m 17s | ||||||
| 11/25/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Doppelt aktuell | Der Literaturstammtisch bespricht heute «Wir dachten, wir können fliegen», einen Erzählband herausgegeben von Matthias Jügler mit Geschichten zum Thema Artensterben, und «Heimat», einen Roman zum Thema «Tradwives» von Hannah Lühmann. Der 41jährige deutsche Schriftsteller und Herausgeber Matthias Jügler ist seit Kindheit ein begeisterter Angler. Das Artensterben begegnet ihm bei seinem Hobby immer wieder. Aber dass pro Tag 150 Arten aussterben, wusste er nicht. Als Akt des Widerstands bat er 19 Autorinnen und Autoren, über ein ausgestorbenes Tier oder eine ausgestorbene Pflanze zu schreiben. Von T. C. Boyle (Goldkröte) über Charlotte Gneuss (Mituhokko) und Kim de l’Horizon (Schuppenkehlmoho) bis hin zu Caroline Wahl (Beutelwolf) steuerten die Angefragten wunderbare Geschichten bei. Sie lassen Arten wiederauferstehen, vermitteln aber auch ein Gefühl für den unwiederbringlichen Verlust. Zudem sind sie auf witzige Art lehrreich. Eine Lektüre, die die Literatur feiert, sehr viel Spass macht und zum Nachdenken anregt, findet Franziska Hirsbrunner. Die deutsche Autorin Hannah Lühmann hat einen Social-Media-Trend zum Thema ihres neuen Romans «Heimat» gemacht: das der «Tradwives», also jener Frauen, die sich ihrer Familie und nicht zuletzt ihren Männern unterordnen, Bilder und Videos aus ihrem Alltag auf Instagram und TikTok posten. Im Roman geht es um die junge Mutter Jana, die aufs Land zieht, dort auf eine solche scheinbar «perfekte Hausfrau» trifft und sich von deren Lebensstil mehr angezogen fühlt, als sie je von sich selbst gedacht hätte. Ein hochaktuelles Buch, sagt Literaturredaktorin Katja Schönherr. Buchhinweise: Matthias Jügler (Hrsg.) Wir dachten, wir könnten fliegen. 256 Seiten. Penguin, 2025. Hannah Lühmann. Heimat. 176 Seiten. hanserblau, 2025. | 24m 31s | ||||||
| 11/18/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: John Irving und Florian Illies | Der amerikanische Autor John Irving kehrt zurück an den Schauplatz seines Weltbestsellers «Gottes Werk und Teufels Beitrag». Und der deutsche Autor Florian Illies reist mit der Familie von Thomas Mann nach Südfrankreich. Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Bereits diese Ausgangslage ist sinnbildlich für Irvings Generationenroman «Königin Esther». Die unkonventionelle, aber liebevolle Familienkonstellation steht im Zentrum des Buches. Jimmy Winslow wächst behütet auf, geschützt von zweifacher Mutterliebe. Und so scheinen die Turbulenzen des 20. Jahrhunderts dem angehenden Schriftsteller nichts anhaben zu können auf seiner Suche nach der eigenen Identität. Ein eindeutig politisches Buch wie man es von Irving kennt, findet Ariane Schwob. Als Hitler 1933 in Deutschland die Macht ergriff, floh der Schriftsteller Thomas Mann mit seiner Familie nach Sanary an die Côte d’Azur. Vom aussergewöhnlichen Sommer einer aussergewöhnlichen Familie erzählt Florian Illies in seinem neuen Buch «Wenn die Sonne untergeht». Lebendig und mit viel Amüsement montiert er zahlreiche Anekdoten und Geschichten zu einem literarischen Biopic. Dieses Buch ist auch für all jene ein Lesegenuss, die Thomas Manns Werk noch nicht kennen, verspricht Tim Felchlin. Buchhinweise: John Irving. Königin Esther. Aus dem amerikanischen Englisch von Peter Torberg und Eva Regul. 560 Seiten. Diogenes, 2025. Florian Illies. Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary. 336 Seiten. S. Fischer, 2025. | 29m 04s | ||||||
| 11/11/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Schweizer Buchpreis 2025 | Am Sonntag, den 16. November wird der Schweizer Buchpreis 2025 verliehen. In der aktuellen Ausgabe der SRF-Literatursendung «BuchZeichen» stehen die fünf nominierten Werke im Mittelpunkt – mit Analysen, Einschätzungen und persönlichen Leseeindrücken. Der Schweizer Buchpreis wird jährlich im Rahmen des internationalen Literaturfestivals «BuchBasel» vergeben. Annette König, Simon Leuthold und Markus Gasser aus der SRF-Literaturredaktion diskutieren, was diese Bücher auszeichnet, welche Themen sie verhandeln – und wie ihre Chancen auf den Preis stehen. Dabei geht es nicht nur um literarische Qualität, sondern auch um gesellschaftliche Relevanz, sprachliche Innovation und erzählerische Kraft. Buchhinweise: Nelio Biedermann. Lázár. 336 Seiten. Rowohlt Berlin, 2025. Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen. 160 Seiten. Hanser, 2025. Melara Mvogdobo. Grossmütter. 128 Seiten. Transit, 2025. Meral Kureyshi. Im Meer waren wir nie. 216 Seiten. Limmat, 2025. Jonas Lüscher. Verzauberte Vorbestimmung. 352 Seiten. Hanser, 2025. | 28m 37s | ||||||
| 11/4/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Ian McEwan und Margaret Atwood | Der erfolgreiche Bestsellerautor Ian McEwan und die Altmeisterin Margaret Atwood haben über Jahrzehnte kontinuierlich publiziert. Jetzt warten beide mit neuen Büchern auf. McEwan erzählt von einer Welt im Jahre 2119 und Atwood präsentiert in einem fast 800 Seiten starken Buch ihre Memoiren. Den britischen Autor Ian McEwan kennt man von Bestsellern wie «Abbitte» oder «Der Zementgarten». Nun ist ein neuer Roman von ihm erschienen: «Was wir wissen können», ist eine Dystopie, die im Jahr 2119 spielt. Ein Literaturwissenschaftler begibt sich darin auf die Suche nach einem verschollenen Gedicht. McEwan zeige mit diesem Roman einmal mehr, was für ein versierter Erzähler er ist, sagt SRF-Literaturredaktorin Katja Schönherr. Und er rufe uns in Erinnerung, dass wir den Menschen der Zukunft auch eine Zukunft schulden. Die heute 85jährige kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood wurde mit ihrer Dystopie «Der Report der Magd» von 1985 weltberühmt. Aus dem Roman entstand 2017 eine Serie, zeitgleich mit Donald Trumps erster Amtszeit. Plötzlich war die Fiktion eines faschistischen Gottesstaats auf dem Boden der USA mit seinem brutalen Frauenhass gespenstisch plausibel. Margaret Atwood ist eine der engagiertesten, klügsten und witzigsten Erzählerinnen überhaupt. Nun legt sie ihre Memoiren vor. Am 4. November werden sie weltweit gleichzeitig publiziert. So lange ist Sperrfrist. Franziska Hirsbrunner freut sich schon, von diesem wunderbaren Buch zu erzählen. Buchhinweise: Ian McEwan. Was wir wissen können. 480 Seiten. Diogenes, 2025. Margaret Atwood. Book of Lives. So etwas wie Memoiren. Aus dem Amerikanischen von Helmut Krausser und Beatrice Renauer. 768 Seiten. Berlin Verlag, 2025. | 28m 05s | ||||||
| 10/28/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Über den Mut, neue Wege zu gehen | Bestsellerautor Jan-Philipp Sendker hat mit «Akikos lange Reise» einen berührenden Roman geschrieben, über den Mut neue Wege zu gehen. Und Verena Kessler gelingt mit «Gym» eine bitterböse Satire auf die moderne Leistungsgesellschaft, die vergnüglich zum Lesen ist. Der deutsche Autor Jan-Philipp Sendker hat mit dem Roman «Akikos lange Reise» erneut eine berührende Geschichte geschrieben, die vom Mut, das eigene Leben zu verändern, erzählt. Die junge Japanerin Akiko hat sich getraut, alle Sicherheiten und Gewohnheiten hinter sich zu lassen und einen völlig neuen Weg einzuschlagen. Zunächst ist nichts wie erhofft. Aber Akiko entdeckt die Kraft, die in ihr steckt. Ein sehr liebevolles und ruhig geschriebenes Buch, das uns mit existentiellen Fragen konfrontiert, findet Britta Spichiger. Die deutsche Autorin Verena Kessler lässt ihren aktuellen Roman «Gym» in einem Fitnessstudio spielen. Im Zentrum steht eine zunächst unsportliche junge Frau, die sich dort mit einer Notlüge einen Job an der Saftbar ergattert. Da im Gym das Aussehen alles bedeutet, beginnt sie zu trainieren. Sie verliert bald alles Mass, spritzt sich Steroide – und fällt am Ende tief. Das Buch sei leichtfüssig und mit trockenem Humor erzählt und lasse sich als bitterböse Satire auf die moderne Leistungsgesellschaft verstehen, findet Felix Münger, der den Roman mit grossem Vergnügen gelesen hat. Buchhinweise: Jan-Philipp Sendker. Akikos lange Reise. 353 Seiten. Blessing, 2025. Verena Kessler. Gym. 189 Seiten. Hanser Berlin, 2025. | 30m 10s | ||||||
| 10/21/25 | ![]() Aktuelle Buchempfehlungen: Die Notwendigkeit von Empathie | Die Britin Julia R. Kelly erzählt in ihrem unterhaltsamen Debütroman «Das Geschenk des Meeres» von der heilenden Kraft der Empathie. Und der 96-jährige Jahrhundertzeuge Paul Lendvai warnt in seinem historisch interessanten Lebensbericht vom Wiedererstarken des Totalitarismus. Das Meer kann für uns Menschen manches bedeuten: Sehnsuchtsort, Gefahr oder auch mythisch aufgeladenes Geheimnis. Mit diesen verschiedenen Bildern spielt der berührende Debütroman «Das Geschenk des Meeres» der Britin Julia R. Kelly. Das Buch erzählt von einem schottischen Fischerdorf um das Jahr 1900. Dort gerät das soziale Gefüge durcheinander, nachdem ein Junge in den Fluten ertrunken ist und ein paar Jahre später plötzlich wieder auftaucht. Was ist damals wirklich geschehen? Der Roman erzähle von Hass und Hader, Lebenslügen und Selbstverleugnung - und von der heilenden Kraft der Empathie, sagt Felix Münger. Paul Lendvai ist Journalist und Jahrhundertzeuge. Geboren 1929 als Sohn jüdischer Eltern überlebte er den Holocaust und die stalinistische Diktatur. Nach dem Einmarsch der Russen floh er nach Wien, wo er einer der führenden Journalisten des Landes wurde. In seinem neusten Buch beschreibt der 96-jährige seine drei Identitäten (die jüdische, die ungarische und die österreichische) und er warnt vor einem Wiedererstarken des Totalitarismus. Ein enorm wichtiges Buch in Zeiten politischer Radikalisierung und systematischer Schwächung der Demokratie, findet Literaturredaktor Michael Luisier. Buchhinweise: Julia R. Kelly. Das Geschenk des Meeres. Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. 350 Seiten. mare, 2025. Paul Lendvai. Wer bin ich? 120 Seiten. Zsolnay, 2025. | 25m 26s | ||||||
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