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MDR KULTUR trifft Stefan Nolte
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| 6/20/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Stefan Nolte | Am 23. April wurde sie eröffnet, die 5. Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Der Frühjahrsflor ist bereits zugunsten einer farbenprächtigen Sommerbepflanzung gewichen. 172 Tage voller Blütenzauber, Begegnungen und besonderer Momente werden bis zum 11. Oktober in der Welt der Gartenkunst versprochen. Leinefelde-Worbis liegt im Eichsfeld, einst ein Dorf und zu Zeiten der DDR zu einem Industriestandort ausgebaut. Nun wird eine Gartenstadt entstehen. Mit dem Slogan „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ hatte sich Leinefelde-Worbis für die Landesgartenschau 2026 beworben. Viele der Investitionen, die wir in den vergangenen Jahren tätigten, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführer Stefan Nolte, bleiben dauerhaft bestehen: neue Grünflächen, attraktive Wegeachsen, Sport- und Freizeitangebote. Diese Infrastruktur mache die Stadt nicht nur schöner, sondern auch lebenswerter für kommende Generationen. Vielleicht kommen die jetzigen Besucher einmal wieder, als Touristen, als Fachkräfte oder gar als neue Einwohner. Stefan Nolte sieht die Landesgartenschau als Ausgangspunkt für viele weitere positive Entwicklungen in der Stadt und für die Landschaft. In Leinefelde wurde Stefan Nolte 1974 geboren, dort wuchs er auf. Nach der Schule ergriff er zunächst einen handwerklichen Beruf, absolvierte dann eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, arbeitete bei der Stadt Leinefelde im Bauamt, nahm noch ein Studium auf, arbeitete im Wirtschaftsamtsbereich, im Bauamtsbereich und wurde schließlich Leiter des Bauamtes der Stadt Leinefelde-Worbis. Hier verantwortete Stefan Nolte zentrale Infrastruktur- und Stadtplanungsprojekte in der Region. Im Januar 2021 übernahm er die Position einer der beiden Geschäftsführer des neu gegründeten Eigenbetriebes Entwicklungsgesellschaft Landesgartenschau GmbH. Ab 2025 hatte Stefan Nolte die alleinige Leitung inne. Moderation Karoline Knappe Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 6/13/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Dominik Intelmann | Das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz ist der bundesweit erste Erinnerungs- und Bildungsort, der die Perspektive der Opfer von rassistischer Gewalt in den Mittelpunkt stellt. Vor 15 Jahren, am 4. November 2011 enttarnte sich die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, kurz NSU, selbst. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen sich, Beate Zschäpe stellt sich nach kurzer Flucht der Polizei und wurde 2018 vom Oberlandesgericht München als Mittäterin zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Im Herbst 2026 entscheidet sich, wie viele Restjahre sie noch verbüßen muß. Zwischen 2000 und 2007 ermordete der NSU zehn Menschen, neun davon aus rassistischen Motiven. Wie soll der NSU-Komplex aufgearbeitet, wie angemessen an die Opfer erinnert werden? Im vergangenen Jahr, am 25. Mai 2025, wurde in Chemnitz „Offener Prozess - Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Sachsen“ eröffnet, um diesen Fragen nachzugehen. Neben einer umfangreichen Ausstellung werden Filmreihen, Lesungen, Vorträge und Workshops angeboten. Im Rahmen sogenannter „Critical Walks“ können Besucher soziale und politische Räume erkunden, in denen rechte Dominanz damals ungestört wirken und der NSU unentdeckt agieren konnte. Dominik Intelmann, der den Forschungsbereich verantwortet, versucht in einem Oral History Projekt zu den sogenannten Baseballschlägerjahren noch einmal die langen Linien, die rechtsautoritäre Dynamik in Chemnitz und Umgebung nachzuzeichnen, um zu rekonstruieren, wie es zu den NSU-Morden kommen konnte. Seit Ende Mai läuft eine neue Studie. Der Begriff Baseballschlägerjahre beschreibt den extremen Anstieg rechter, rassistischer Gewalt in den 1990er-Jahren. Das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz kooperiert mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der TU Chemnitz. Ein zugängliches Archiv soll aufgebaut werden, daß gezielt die Lücken der offiziellen Erinnerungskultur füllt und den Fokus auf die reale Erfahrung von Betroffenen rechter Gewalt in Südwestsachsen legt. Der Bundestag hat die Förderung des Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz für das Jahr 2026 mit Haushaltsmitteln in Höhe von 1,2 Millionen Euro bewilligt. Eine langfristige Finanzierung ab dem kommenden Jahr noch vage. In Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, wurde Dominik Intelmann 1981 geboren. Nach dem Abitur studierte er bis 2011 Philosophie an der TU Chemnitz und bis 2017 Humangeographie an der Goethe-Universität Frankfurt/ Main. Derzeit arbeitet Dominik Intelmann an seiner Promotion zu den Themen: Orte des Kontrollverlustes, Orte der Handlungsfähigkeit: Zur Geographie von Subjektivierungsformen am Beispiel von Chemnitz und Leipzig. Moderation Karoline Knappe Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 6/6/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Christoph Dittrich | Christoph Dittrich, Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz, hatte 2015 die Idee, dass Chemnitz sich als Kulturhauptstadt 2025 bewerben sollte, saß später in den vorbereitenden Gremien und war zwei Jahre Interimsgeschäftsführer der Kulturhauptstadt GmbH. 2021 übernahm Stefan Schmidtke. Zusammen gebaren sie bereits damals die Idee sich für die Ausrichtung des Festivals „Theater der Welt“ im Jahr 2026 zu bewerben. Vom 18. Juni bis 05. Juli nun findet es statt, ausgerichtet von den Theatern Chemnitz, der Festival Academy Brüssel und der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH. Deutschlands größtes internationales Festival für zeitgenössische Bühnenkunst wird seit 1981 alle drei Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. An 18 Festivaltagen werden in diesem Jahr in Chemnitz 33 Produktionen von Künstlerinnen und Künstlern aus allen Kontinenten zur Aufführung kommen. Erstmals in der Geschichte des Festivals teilte sich ein neunköpfiges internationales Kuratoren-Team die künstlerische Leitung. Fragen von Identität, Herkunft, Machtverhältnissen und Sichtbarkeit ziehen sich durch zahlreiche Produktionen. Eröffnet wird das Festival am 18. Juni mit „Paper Planet“ des australischen „Polyglot Theatre“ und mit der europäischen Erstaufführung von „Split Tooth: Saputjiji“ von der kanadischen Künstlerin Tanya Tagaq. In Dresden wurde Christoph Dittrich 1966 geboren. Bereits während der Schulzeit erhielt er einen Instrumental-. Gesangs- und Chorleiter-Ausbildung. Von 1986 bis 1991 studierte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden Tuba, Gesang und Musikpädagogik. Zudem nahm er Kammermusik-Unterricht in der Meisterklasse von Prof. Ludwig Güttler. 1987 gründete Christoph Dittrich das Blechbläser-Ensemble „Dresden Brass Quintet“, mit dem er zahlreiche Konzert gab, Festivals besuchte und CDs aufnahm. Von 1991 bis 2002 war er Musiker und dramaturgischer Mitarbeiter der Elbland Philharmonie Sachsen und von 2002 bis 2012 deren geschäftsführender Intendant. Ab 2006 gab es eine Zusammenarbeit mit dem Theater Junge Generation Dresden. Christoph Dittrich hielt zudem Gastvorlesungen an der TU Dresden und der Dresden International University und promovierte 2008 im Bereich Musikwissenschaften zu Komponisten der 1960er bis 1980er Jahre. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung der Meissner Burgfestspiele. Mit der Spielzeit 2013/2014 wurde Christoph Dittrich Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz. Er ist über diese Tätigkeit hinaus Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins, den er von 2010 bis 2019 als Vorsitzender führte. 2020 wurde Christoph Dittrich zum Präsidenten der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gewählt. Moderation: Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 5/30/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Tupoka Ogette | Tupoka Ogette erzählt vom Aufwachsen in der DDR als Schwarze Tochter einer Regimekritikerin, die 1988 mit der Tochter nach West-Berlin übersiedelte, vom tansanischen Vater, der die DDR zuvor verlassen mußte und in seine Heimat zurückkehrte, von der Suche nach Zugehörigkeit, von einem Leben im Widerspruch, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt, aber auch von Liebe, Mutterschaft und Selbstermächtigung. „Meinen Zweitnamen Sibylle habe ich so oft es ging verheimlicht. Ich habe der Geschichte und den damit einhergehenden Zuschreibungen und Projektionen, die andere über mich und meinen Namen hatten, mehr Glauben geschenkt als mir selbst. Diese Zeit ist vorbei.“, schreibt Tupoka Ogette in „Trotzdem zuhause“ und fährt fort, „Tupoka heißt auf Deutsch „Die das Glück ins Haus bringt“. Die Sibyllen sind mythologische Gestalten aus der antiken griechischen und römischen Tradition, die als Prophetinnen oder Seherinnen galten. … Ich bin die Tochter von Camilla aus Gera und Ambonesigwe aus Sange. Ich bin Tupoka Sibylle. Ich bin ein Brückenmensch. Das ist doch was“. Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen Studenten der Landwirtschaft und einer deutschen Mathematikstudentin geboren. In West-Berlin lebte Tupoka Ogette bis zum Abitur. An der Universität Leipzig studierte sie Afrikanistik mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft Afrikas, sowie Deutsch als Fremdsprache und absolvierte 2007 bis 2009 einen Master in International Business an der Graduate School of Grenoble. Von 2008 bis 2012 arbeitete Tupoka Ogette als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der Université Stendhal in Grenoble. Seit 2012 ist Tupoka Ogette bundesweit als Beraterin und Trainerin im Bereich Rassismuskritik tätig, leitet in Deutschland, Österreich und in der Schweiz Workshops und Fortbildungen, berät Teams und Organisationen. 2017 erschienen ihr Handbuch „exit RACISM“. Rassismuskritisch denken lernen.“ In ihrem podcast „TUPODCAST“ spricht sie mit Schwarzen Frauen über ihr Leben, Wirken und Sein in Deutschland. Zudem gründete sie mit ihrem Team die digitale Akademie „Tupokademie. Die Community“, ein Angebot für Menschen, die rassimuskritisch denken und leben lernen möchten. Tupoka Ogette lebt mit ihrem Mann, dem Künstler und Bildhauer Stephen Lawson, und ihren Kindern in Berlin. Im Penguin-Verlag erschienen zudem die Bücher „Und jetzt du. Rassismuskritisch leben“ und „Tag für Tag aktiv gegen Rassismus“. Moderation Julia Hemmerling Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 5/23/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Maria Fagerlund | Über 260 Lesungen laden zum Zuhören auf historischen Plätzen ein, in verträumte Gassen und in romantische Höfe. Zudem wird auf fünf Open-Air-Bühnen und an 35 Veranstaltungsorten wie Kirchen, Ateliers, Cafés, Seniorenresidenzen oder Vereinen ein vielfältiges Literaturprogramm geboten. Zu den diesjährigen Gästen gehören Martina Hefter, die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2024, sowie die Schriftsteller und Schriftstellerinnen Jan Kuhlbrodt, Anja Kampmann, Jens Sparschuh, sowie die 81jährige Stilikone Günther Krabbenhöft. Im Rathaus der Stadt wird Irina Scherbakowa mit Aktuellem aus Osteuropa erwartet. Geplant und organisiert wird das Literaturfestival Meißen von Maria Fagerlund und Daniel Bahrmann in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen, Institution und Bürgern der Stadt. Das Literaturfest Meißen wird komplett ehrenamtlich vom veranstaltenden Verein organisiert, wie auch von den 35 Leseorten. MDR Kultur hat sich im Rahmen des ARD-Schwerpunktes „Ehrenamt und Zusammenhalt“ eine ganze Woche lang im Radio mit Fragen und Sichtweisen zum Thema beschäftigt und wird auch Maria Fagerlund zu ihren Erfahrungen mit dem Ehrenamt befragen. Am 23. Mai 2026 feiert das Grundgesetz Geburtstag. Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen, sagt Bundespräsident Steinmeier und hat den 23. Mai 2026 zum ersten deutschlandweiten Mitmachtag ausgerufen. In Dresden wurde Maria Fagerlund 1982 geboren, in Plauen im Vogtland wuchs sie auf. Nach dem Abitur absolvierte sie in Leipzig eine zweijährige Berufsausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französischen und Italienisch, der sich ein EU-gefördertes Pflicht-Auslandspraktikum in Frankreich anschloß. Maria Fagerlund gefiel es dort so gut, daß sie nicht zurückkehrte, vier Jahre in Paris blieb und an Rezeptionen, im touristischen Bereich und an einer Sprachschule arbeitete. Die Sehnsucht nach Natur, Stille und Weite führte Maria Fagerlund nach Schweden. Da lernte sie ihren späteren Mann und Vater der gemeinsamen drei Kinder kennen. Sie zogen zusammen nach Irland und lebten drei Jahre in Dublin. 2009 ließ sich die Familie in Berlin nieder, zog dann nach Dresden und 2016 schließlich nach Meißen. Dort stieß Maria Fagerlund, die u.a. als freiberufliche Gästeführerin arbeitet, eher zufällig als Hörerin auf das Literaturfest, wurde 2019 Vorleserin auf der Kinderbühne, kam 2020 zum Organisationsteam und hat heute die Programmleitung inne. Seit 2017/ 2018 engagiert sich Maria Fagerlund zudem im Verein „Bundes Meißen“ und ist seit 2025 im Vorstand des Vereins. Moderation Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 5/16/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Claudia Buder | Das Akkordeon, ein vielseitiges Klangwunder zwischen Tradition und Moderne, wurde von den Landesmusikräten von 14 Bundesländern zum Instrument des Jahres 2026 gekürt. Es kann die Klangfülle eines ganzen Orchesters entfalten, aber auch sanft und leise Emotionen, Rhythmus und Harmonie vereinen. In Wien wurde 1829 das erste Akkordeon von dem Instrumentenbauer Cyrill Demian und seinen Söhnen patentiert. Im Laufe der Zeit und seiner Verbreitung in der Welt erhielt es die mundartlichen Beinamen Quetschkommode, Schifferklavier, Schweineorgel, Leninraupe oder Zerrwanst. In Weimar, an der Hochschule Franz Liszt, wird Akkordeon seit 1949 unterrichtet. Die in Leipzig geborene Akkordeonistin Claudia Buder erhielt nach langer Lehrtätigkeit dort 2018 eine Professur für Akkordeon. Sie selbst studierte einst an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und nach der politischen Wende 1989/ 90 an der Folkwang Universität der Künste Essen, schloß mit zwei Diplomen und dem Konzertexamen ab. Mit sieben Jahren hatte sie begonnen sich dem Instrument zu nähern, da die Mutter es spielte. Jedoch, es war eine Annäherung mit nur wenig Enthusiasmus für das Instrument. Erst mit dem ersten Preis beim Internationalen Akkordeonwettbewerb in Klingenthal weckte es in Claudia Buder Leidenschaft und Begeisterung, wurde es das Instrument ihres Lebens. Claudia Buder wurde mehrfach Preisträgerin verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe, u.a. im Jahr 1994 erste Preisträgerin des III. Interpretationswettbewerbes für Musik des 20. Jahrhunderts. Eine facettenreiche Ausbildung erwarb sie an unterschiedlichen Bildungsstätten. Internationale Lehraufträge führten sie später nach Finnland an die Fachhochschule Turku, in die Slowakei an die Universität Prešov und in die Niederlande an die Musikschule ARTEZ Enschede. Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere am Musikgymnasium Schloß Belvedere ist Claudia Buder ein wichtiges Anliegen. Neben Meisterkursen leitet sie auch Förderkurse auf internationaler Ebene. Mit dem Wintersemester 2009 eröffnete sie die Fachrichtung Akkordeon an der Hochschule für Musik in Münster. Claudia Buder selbst spielt bis heute in unterschiedlichsten Besetzungen im kammermusikalischen Bereich. Zahlreiche Konzerte erschienen auf CD. Engagements im In- und Ausland führten sie auch mit größeren Ensembles wie dem Ensemble Ascolta, dem Ensemble Modern und dem Ensemble Resonanz zusammen. Claudia Buder übernahm den Akkordeonpart bei der Uraufführung der Oper „Emilia Galotti“ von Marijn Simons, der deutschen Erstaufführung der neu instrumentierten Fassung von Alban Bergs Oper „Lulu“, der deutschen Erstaufführung der Oper „Les Boulingrins“ von Georges Asperghis sowie der Kammeroper „Powder Her Face“ von Thomas Adès. Als Solistin war Claudia Buder u.a. zu Gast bei Amsterdam Sinfonietta, der Königlichen Philharmonie Stockholm, den Wiener Philharmonikern und arbeitete mit Dirigenten wie George Alexander Albrecht, Kent Nagano, Andris Nelsons und Jonathan Stockhammer zusammen. 2016 spielte sie kammermusikalisch wie auch solistisch bei den BBC Proms mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo. In Zusammenarbeit mit den Komponisten HK Gruber, Georg Katzer, Steffen Schleiermacher, sowie mit den Komponistinnen Rebecca Saunders und Annette Schlünz brachte Claudia Buder zahlreiche Werke zur Uraufführung. Moderation Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 5/9/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Raymonde Will | Am 10. Mai war Muttertag und am 15. Mai ist der Internationale Tag der Familie, der seit 1993 von den Vereinten Nationen ausgerufen wird. Dieser Tag soll die Bedeutung von Familien als grundlegende Einheit der Gesellschaft betonen und auf verschiedene familienbezogene Themen aufmerksam machen: 2026 auf „Familien, Ungleichheiten und Kinderwohlbefinden“. Raymonde Will hat 1990 in Leipzig den ersten Mütterzentrum e.V. in Ostdeutschland mitbegründet. Seit 1992 ist er als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt und auf dem Gebiet der Familienbildung tätig. 1994 bereits konnte er in Leipzig auf drei Zentren und das Vierte kurz vor Eröffnung verweisen. Nach diesem Vorbild entstanden Mütterzentren in Pirna, Zwickau, Sangerhausen und anderen ostdeutschen Städten. Während einer großen Tagung „Mütterzentren in den neuen Bundesländern“ konnte der Leipziger Verein im selben Jahr Vertreter von Jugendämtern, Gleichstellungsbeauftragten, Vereinen, Mütter- und Familienzentren, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen ins Gespräch bringen. Bereits ein Jahr später gab es im Osten Deutschlands 17 Mütterzentren und 20 Familienzentren und sie wuchsen zu einem Modell-Projekt für die gesamte Bundesrepublik. Raymonde Will übernahm 2010 die Geschäftsführung des Vereins Mütterzentrum Leipzig. 36 Jahre nach Gründung und mit gesellschaftlichen Veränderungen, neuen Lebensrealitäten von Frauen nach dem politischen Umbruch 1989/ 90, dem Aufeinandertreffen von Frauenbewegungen in Ost- und Westdeutschland im geeinten Land, sowie einer sich gesamtdeutsch wandelnden Familienkultur in den letzten Jahrzehnten, fand im Februar 2026 eine Namensänderung statt. Der Mütterzentrum e.V. heißt fortan Familie im Zentrum e.V. - FiZ Leipzig. Ende März 2026 übergab Raymonde Will die Geschäftsführung an die jüngere Generation und ist seit dem 1. April nur noch beratend tätig. Am 09.11.1960 in Gotha geboren, wuchs Raymonde Will die ersten zehn Jahre in Thüringen auf, danach im Erzgebirge. An der Universität Leipzig ließ sie sich zur Diplom-Lehrerin für Erwachsenenbildung ausbilden. Von 1989 bis 1991 arbeitete Raymonde Will als Lektorin beim Leipziger Reclam-Verlag. Als die Mutter zweier kleinen Töchter ihre Arbeit verlor wurde sie 1990 Mitgründerin des Vereins Mütterzentrum Leipzig. Sie sammelte in den Folgejahren Erfahrung in der Konzipierung, Finanzierung, Durchführung und Leitung von größeren Projekten im sozialen Bereich, u.a. einem Bundesmodellprojekt von 1992 bis 1995. Auch begleitete Raymonde Will von 2002 bis 2004 die Sanierung zweier Gründerzeithäuser für das Projekt „Treffpunkt Linde - Mütterzentrum und Kindergarten unter einem Dach“ in Leipzig/ Plagwitz und übernahm von 2004 bis 2010 die Projektleitung im „Treffpunkt Linde“. Ab Juni 2010 war sie Geschäftsführerin des Vereins Mütterzentrum Leipzig. Heute ist er Träger von fünf Familienzentren in den Leipziger Stadtteilen Grünau, Mockau, Paunsdorf, Plagwitz und Thekla, von drei Kindertagestätten in den Stadtteilen Lindenau, Paunsdorf und Plagwitz, einer Kindertagespflegevermittlung, sowie der Upcyclingwerkstatt Restlos. Ihre über 35 Jahren währenden Erfahrungen in Teamarbeit, Konfliktmanagement, Gesprächsführung, Seminarleitung, Einzel- und Gruppenberatung, Moderation, Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit übergab Raymonde Will zum 1. April 2026 in einem lang vorbereiteten Prozeß an ihre Nachfolgerin. Moderation Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 5/2/26 | ![]() MDR KULTUR trifft... Stefanie Eckert | 1946 wurde die Deutsche Film AG gegründet. Die dort produzierten und vom Staat finanziell geförderten Filme waren eng mit den politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der DDR verbunden. Doch die DEFA war stets mehr als nur ein Propagandainstitut, so der verstorbene Filmhistoriker, von bis 2020 Vorstand der DEFA-Stiftung, Ralf Schenk. Sie sei in ihren besten Zeiten und Filmen ein Seismograph der Wirklichkeit gewesen. Seit 1955 gehörte auch das Studio für Trickfilme in Dresden zur DEFA. Die 1998 gegründete DEFA-Stiftung bewahrt den an die 12.000 Produktionen umfassenden DEFA-Filmstock als wesentlichen Teil des deutschen Filmerbes und bereitet ihn für Kino- und Fernsehausstrahlungen auf, sowie zur Verbreitung auf DVD, Bluray oder als Stream. Auf dem YouTube Channel DEFA Filmwelt präsentiert sie eine Auswahl von Spiel-, Dokumentar- und Trickfilmen aus dem reichen Bestand der DDR-Kinoproduktionen, darunter sind auch bislang unveröffentlichte, bzw. nicht mehr auf DVD erhältliche Titel. Viele davon werden in neuer Digitalisierung präsentiert. Die Berliner Medienwissenschaftlerin Stefanie Eckert übernahm 2020 Vorstand der DEFA-Stiftung. Seit 2001 bereits war sie bei der DEFA beschäftigt. Im Jubiläumsjahr 2026 nun freut sich Stefanie Eckert besonders diese Einladung auszusprechen zu können: „80 Jahre DEFA: Feiern Sie mit uns das Filmerbe - lizenzfrei!“. Vom 14. bis 17. Mai können deutschlandweit alle Kinobetreiberinnen und Kinobetreiber alle DEFA-Produktionen, die im Rahmen des Förderprogramms Filmerbe digitalisiert wurden, ohne Leih- und Lizenzgebühren im Kino zeigen. 1980 in Ost-Berlin geboren, machte Stefanie Eckert 1998 nach einem einjährigen Aufenthalt ihren Highschoolabschluß in Minneapolis, Minnesota/ USA, beendete 2000 das Gymnasium mit Abitur in Berlin und studierte Kulturwissenschaft und in den Nebenfächern Amerikanistik und Betriebswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004 bis 2006 studierte sie Audiovisuelle Medienwissenschaften an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg und schloß 2007 einen Fernstudiengang zur Filmkauffrau ab. Seit 2001 ist Stefanie Eckert für die DEFA-Stiftung tätig, zunächst als Praktikantin, dann als studentische Hilfskraft, anschließend Referentin des Vorstands und seit 2020 Vorstand der DEFA-Stiftung. Und, Stefanie Eckert hält noch immer an dem Jugendtraum fest, irgendwann ein eigenes Kino zu eröffnen. Moderation Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 4/25/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Sibylle Klug | Sibylle Klug investiere viel ehrenamtliche Zeit in die Erarbeitung neuer Ideen für den Verband und sei mit ihrem Engagement eine herausragende Botschafterin mit einem großen Herz für den ländlichen Raum, ständig das „Wir“ im Blick behaltend, so die Geleitworte zur Auszeichnung durch Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier vom Landfrauenverband Sachsen-Anhalt. Bereits 1991 war Sibylle Klug Gründungsmitglied der Landfrauengruppe im Kreis Stendal, aus der später der Kreisverein Stendal entstand. Vom 2001 bis 2019 war sie dessen Vorsitzende. In ihrem Heimatdorf gründetet Sibylle Klug 1997 eine Ortsgruppe, der sie seither vorsteht. Von 2019 bis 2023 war sie Beisitzerin im Bundesvorstand des Deutschen Landfrauenverbandes. Rund 850 Landfrauen sind im Landfrauenverband Sachsen-Anhalt e.V. organisiert. Gemeinsam pflegen sie den Erntekronenwettbewerb zur Bewahrung alter Bräuche und Traditionen, engagieren sich in Nachhaltigkeitsprojekten zur Sensibilisierung im Umgang mit Plastik und Lebensmitteln, setzen sich für gesundes Frühstück in der Kita ein und unterhalten ein Bauernpaten-Projekt. Kurz vor dem 1. Mai kommen Frauen aus allen Generationen zum traditionellen Maikranzbinden zusammen. Die Lebensmaxime von Sibylle Klug ist: Machen! Das gilt einmal mehr 2026 in dem von der UN ausgerufenen „Internationalen Jahr der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft“. Allein in Deutschland folgten 22 Verbände und Organisationen aus Landwirtschaft und Ländlichem Raum dem Aufruf des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimar, um Frauen sichtbarer zu machen, ihre Bedeutung für Landwirtschaft und ländliche Räume stärker ins Bewußtsein zu rücken und Dialog, Offenheit und Veränderungsbereitschaft zu fördern. In Stendal wurde Sibylle Klug 1965 geboren, in einem altmärkischen Dorf wuchs sie als Zweite von drei Töchtern auf. Ihre Eltern waren Genossenschaftsbauern. 1982 absolvierte Sibylle Klug eine Berufsausbildung zum Zootechniker/ Mechanisator mit Abitur und studierte bis 1988 an der Fachschule für Tierzucht Wernigerode. Anschließend arbeitete sie als Brigadier in der örtlichen LPG. Zusammen mit ihrem Mann baute sie nach der politischen Wende ab 1990 einen eigenen landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit heute über 200 Milchkühen auf. Dieser wird in diesem Sommer an einen der beiden Söhne übergeben. Moderation Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 4/20/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Stefan Poetzsch✨ | musiccomposition+1 | Stefan Poetzsch | Dream WalkingMDR KULTUR+2 | — | New Global EnsembleDream Walking+1 | — | 44m 10s | |
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| 4/14/26 | ![]() Theater- und Opern-Regisseur, Berlin✨ | TheaterOpera+2 | — | der Leipzig OperRegina | Berlin | BerlinRegie+1 | — | 43m 44s | |
| 4/11/26 | ![]() MDR KULTUR trifft... Bernd Mottl | Zehn Aufführungen sind beim Lortzing Festival in Leipzig zu erleben, darunter am 24.04. in der Musikalischen Komödie die Spieloper „Der Waffenschmied“. Die selten gespielte Revolutionsoper „Regina“ feiert am 25.04. im Opernhaus Premiere, in einer Inszenierung von Bernd Mottel. Das Gewandhausorchester wird von Constantin Trinks dirigiert. Vor fast 180 Jahren mußte Albert Lortzing Leipzig nach Unstimmigkeiten und künstlerischen Differenzen verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit Leipzig verbunden. In dieser Stadt lebte und arbeitete der 1801 in Berlin geborene Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent am längsten und erschuf die meisten seiner Werke, darunter acht Opern. Vor allem mit seinen Komödien feierte Albert Lortzing Erfolge, darüber hinaus engagierte er sich politisch und gesellschaftlich. Er war Mitglied im Verein „Tunnel über der Pleiße“, in dem sich die politische Opposition während des Vormärz traf und in der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“. Nach Leipzig lebte Albert Lortzing in Wien und Berlin, wo er 1851 völlig verarmt im Alter von 49 Jahren verstarb. Zwischen 1835 und 1850 war er der bedeutendste deutsche Opernkomponist. Bis weit in die Nachkriegszeit gehörten seine Opern zu den meistgespielten Werken im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1848 und in Wien beendete Albert Lortzing die kaum bekannte Oper „Regina“, als auch dort der deutsche Revolutionsversuch gescheitert war, in der Stadt, in der sein Freund Robert Blum, der in Leipzig den Sturz der sächsischen Regierung und demokratische Grundrechte gefordert, hingerichtet ward. Diese seine „Freiheits-Oper“ spiegelt den Geist der Frankfurter Paulskirche, als Tagungsort der ersten deutschen Nationalversammlung und der 1848er Revolution wider. Für Regisseur Bernd Mottl eine besondere Freude und Ehre gerade diese Oper in Leipzig, der Stadt der Friedlichen Revolution von 1989 und in gegenwärtiger politischer Zeit zur Premiere zu führen. In Mönchengladbach wurde Bernd Mottl 1965 geboren. An der Freien Universität Berlin studierte er Theater und Musikwissenschaften. Zusammen mit Marcel Pomplun gründete er die Studiobühne der FU neu. Hier inszenierte Bernd Mottl von 1988 bis 1994 mit Studenten der Berliner Schauspielhochschulen zahlreiche Aufführungen, die auch auf europäischen Festivals gezeigt wurden. Er assistierte zudem bei den Regisseuren Harry Kupfer und John Dew. Seit 1994 arbeitet Bernd Mottl als freischaffender Regisseur an Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sein Repertoire umfaßt Oper, Schauspiel, Musical und Operette. Zunächst brachte er an der Neuköllner Oper einige vielbeachtete Musical-Uraufführungen mit dem Autor Peter Lund zur Premiere, inszenierte dann am Staatstheater Cottbus, am Maxim Gorki Theater Berlin, an der Staatsoper Hannover, an der Oper Köln, dem Staatsschauspiel Dresden, am Theater Heidelberg, am Schauspiel Kiel, am Berliner Renaissance-Theater und weiteren zahlreichen Bühnen. 2018 zeigte er am Staatstheater Wiesbaden eine Interpretation von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Bei den hessischen Theatertagen 2019 erhielt Bernd Mottl für „Schade, daß sie eine Hure war“ von John Ford den Preis für die beste Inszenierung und den Publikumspreis 2022 des Hans Otto Theaters Potsdam für das Musical „Cabaret“. Die Inszenierung „Der Vogelhändler“ am Staatstheater am Gärtnerplatz München erhielt vom Bayerischen Rundfunk die Auszeichnung Operetten-Frosch für die Spielzeit 2023/ 2024. 2026 wird Bernd Mottl an der Semperoper Dresden debütieren. Moderation Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 4/7/26 | ![]() MDR KULTUR trifft... Felix Papenhagen✨ | Judaismcommunity projects+1 | Felix Papenhagen. | KULTURNotenspur Leipzig e. | — | JudaistNotenspur Leipzig+1 | — | 38m 30s | |
| 4/1/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Jörg Junhold✨ | PongolandLeipziger Zoo+2 | Jörg Junhold | MDR KULTUR | — | MenschenaffenanlageZoo+1 | — | 43m 36s | |
| 4/1/26 | ![]() MDR Kultur trifft Regina Bittner✨ | GlasBeton+2 | Regina Bittner | MDR KulturGlas, Beton, Metall | — | HauptausstellungAusstellungsbaustein | — | 47m 16s | |
| 3/23/26 | ![]() MDR Kultur trifft Martin Becker und Tabea Soergel✨ | KrimiLiteratur+1 | Martin BeckerTabea Soergel | Die Feuer von Prag. Kisch ermitteltDie Schatten von Prag. Kischs erster Fall+1 | — | KischBücher+1 | — | 46m 37s | |
| 3/16/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Lena Schätte✨ | literaturewriting+1 | Lena Schätte | Das Schwarz an den Händen meines VatersMDR KULTUR | Erfurt | Deutscher BuchpreisStadtschreiberwohnung+1 | — | 37m 18s | |
| 3/8/26 | ![]() MDR Kultur trifft Daniela Danz✨ | literatureawards+1 | Daniela Danz | MDR Kultur | ThüringenWeimar | Konrad-Adenauer-StiftungWeimar+1 | — | 50m 04s | |
| 2/26/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Iryna Fingerova✨ | JournalismusLiteratur+1 | Iryna Fingerova | ZugwindMDR KULTUR+1 | Dresden | DresdenRowohlt Verlag+1 | — | 46m 23s | |
| 2/15/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Paul Smaczny✨ | filmart+1 | Paul Smaczny | Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der ZeitenMDR KULTUR+2 | — | MalenKinos+1 | — | 44m 40s | |
| 2/14/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Holger Lemme | Holger Lemme ist seit Oktober 2025 der kaufmännische Geschäftsführer des Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle. Das Verfahren für die Besetzung der Programmdirektion, zuständig für die inhaltliche Ausrichtung und Forschung, läuft noch. Der Bundestag hatte im Mai 2022 für die Einrichtung eines Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit gestimmt. Vor drei Jahren entschied sich eine 15-köpfige Jury für den Standort Halle. Den Architektur-Wettbewerb gewann im April 2025 das Berliner Büro Richter Musikowski. Der 60 Meter hohe, zeltartige Glasbau soll am Riebeckplatz entstehen und im Jahr 2030 seine Türen öffnen. Ein Abbild davon hängt derzeit in einer Etage der städtischen Wohnungsgesellschaft in Halle, dort wo Holger Lemme und die ersten 12 Mitarbeiter bereits an den Inhalten für ein Dialog- und Debattenort für die ganze Gesellschaft arbeiten. Das Zukunftszentrum soll ein Ort für Begegnung, Wissenschaft und Kultur werden, mit dem Auftrag, Erfahrungen von Aufbruch und Wandel sichtbar zu machen, den Dialog über Vergangenheit und Gegenwart zu fördern und Impulse für die Gestaltung künftiger Transformationen zu geben. Zudem will es Plattform für Austausch und Vernetzung zwischen Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur sein, in Deutschland und im europäischen Kontext. Und, das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle lädt bereits 2026 mit verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen dazu ein daran mitzuwirken. In Halle wurde Holger Lemme 1974 geboren. Von 1994 bis 1999 studierte er Kommunikations - und Medienwissenschaften, Anglistik und Psychologie an der Universität Leipzig, war selbständiger Kommunikationsberater und Webdesigner und wissenschaftliche Hilfskraft im Rektorat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bis er von 2000 bis 2007 als Communications Specialist für die Dow Olefinverbund GmbH in Schkopau arbeitete. Zeitgleich absolvierte Holger Lemme berufsbegleitend den Studiengang Umweltmanagement, Umweltrecht, Ökonomie an der Universität Lüneburg. Von 2007 bis 2011 war er Public Affairs Leader bei der Dow Europe GmbH in Hogen in der Schweiz. Anschließend wirkte Holger Lemme von 2011 bis 2022 als Studienleiter Arbeit und Wirtschaft an der Evangelischen Akademie Thüringen, war 2013 bis 2022 stellvertretender Direktor und 2018 amtierender Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen. Von 2022 bis 2025 hatte er das Amt des Verwaltungsleiters der Stiftung Bauhaus Dessau in Dessau-Roßlau inne. Moderation: Julia Hemmerling Redaktion: Angelika Zapf Moderation: Julia Hemmerling Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 1/31/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Jonas Schütte | Mitten im Zentrum von Halle fand Jonas Schütte eine Wohnung, die sich als Wohnzimmertheater anbot und einen kunstaffinen Vermieter dazu. Jonas Schütte gründete den Kaulenberg e.V., der sich als Plattform für Freie Darstellende Künste in Halle und Sachsen-Anhalt versteht. Der Verein betreibt die Volksbühne am Kaulenberg, wirkt darüber hinaus in verschiedenen Kooperationen und etablierte sich zu einem wichtigen kulturellen Anlaufpunkt in der Region. Mit zeitgenössischem Theater und sozialkritischen Themen bietet die Volksbühne ein abwechslungsreiches Programm mit lokalen, nationalen- und internationalen Künstlern und Jonas Schütte inmitten als Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent. Am 30. Januar steht „Hamlet und ich“ auf dem Spielplan und am 31. Januar 14.00 Uhr „Romeo vs Julia: Liebe auf Ableben“ und ab 19.30 Uhr „Die Unendliche Geschichte“. In Konstanz am Bodensee wurde Jonas Schütte 1983 geboren, in Ravensburg wuchs er auf. Dort fand er durch die Theaterautorin und Regisseurin Ingrid Lausund u.a. „Der Tatortreiniger“ über drei Projekte das Theater kennen und lieben. Von 2005 bis 2009 studierte Jonas Schütte an er Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin Schauspiel. In der Spielzeit 2008/ 2009 arbeitet er ein Jahr im Theater an der Rott in Eggenfelden unter dem damaligen Oberspielleiter Brian Lausund. Von 2009 bis 2013 wurde Jonas Schütte dann festes Ensemblemitglied an neuen theater Halle. Anschließend arbeitete er als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent im deutschsprachigen Raum, lebend in Halle und Berlin. 2017 realisierte Jonas Schütte zusammen mit dem preisgekrönten Zauberkünstler Markus Zink und dem Sounddesigner Stephan Kloß die Uraufführung von Jan-Philipp Sendkers Bestseller „Das Herzenhören“ am Studio Halle. 2018 übernahm er die Regie der MDR Comedy-Sendung „Zärtlichkeiten im Bus“. Zudem produzierte er die Science-Fiction-Theater-Comedy-Serie „SOAP - Siebte Ostdeutsche All Patrouille“. Seit 2009 engagiert sich Jonas Schütte für Kinder- und Jugendkultur in Halle, gründete u.a. das „Projekt „Die Bude“ und 2015 „Das Größere Übel“. Moderation: Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 1/24/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Dennis Krauß | Der undotierte Preis DER FAUST würdigt in acht Kategorien, sowie mit einem Preis für das Lebenswerk, Kulturschaffende, deren herausragende Leistungen wegweisend für das deutsche Theater sind. Vergeben wird die Auszeichnung von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein. Die Neuproduktion „Sleepless“ von Dennis Krauß feierte am 17.04.2024 im Opernhaus Chemnitz seine Premiere. Grundlage ist der Erzählband „Trilogie“ des norwegischen Autors Jon Fosse, 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Eine kluge mutige Arbeit, die publikumswirksam ihren eigenen Weg sucht und selten in der Interpretation von zeitgenössischen Opern zu erleben ist, so die Jury-Begründung in der Kategorie Regie Musiktheater. Derzeit arbeitet Dennis Krauß an der Neuproduktionen von „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Theater Chemnitz. Die Premiere ist am 30. Januar. Kein moralisches Lehrstück, heißt es in der Ankündigung, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds, der in der universellen Frage mündet: Wie viel Individualität kann eine Gesellschaft ertragen, bevor sie ins Wanken gerät? In Berlin wurde Dennis Krauß 1991 geboren. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin studierte er Regie und arbeitete anschließend als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Dennis Krauß war Assistent am Schauspiel Frankfurt, dem Berliner Ensemble und später als langjähriger Mitarbeiter von Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche an international renommierten Theater- und Opernhäusern wie dem Residenztheater München, dem Burgtheater Wien, der Staatsoper Stuttgart, dem Grad Théatre de Genève und den Salzburger Festspielen tätig. Mit der Inszenierung von „Tristan und Isolde für Kinder“ im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2021 und neu inzensiert für das Tokyo Spring Festival 2024 erlangte Dennies Krauß erste überregionale Aufmerksamkeit. Mit Benjamin Brittens „A Midsummer Night`s Dream“ debütierte er 2022 als Regisseur und Bühnenbildner am Theater Aachen. Es folgten Engagements an den Theatern Krefeld-Mönchengladbach, Chemnitz und Regensburg. Zuletzt eröffnete Dennis Krauß mit „Der fliegende Holländer“ am Theater Osnabrück die aktuelle Spielzeit. Moderation: Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 1/17/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Babett Baraniec | Zusammen mit Sebastian Miedtank betreibt Babett Baraniec eine digitale Begleitplattform, die Krebspatientinnen und -patienten, sowie ihre Angehörigen mit verständlichen Expertenkursen, praktischen Selbstmanagement-Tools und Online-Gesprächsforen durch die jeweiligen Therapiephasen begleitet, finanziert über günstige Mitgliedsbeiträge. Das Angebot umfaßt interaktive, evidenzbasierte Lernmodule zu Themen wie Diagnoseverständnis, Symptom- und Nebenwirkungsmanagement, Ernährung, Sozialrecht oder Komplementärmedizin, um Betroffene bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Das 2023 gegründete Unternehmen Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus schafft somit auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und trägt dazu bei, daß das Gesundheitssystem langfristig entlastet wird, so die Begründung der Jury. Diese besteht aus Vertretern von Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Kreativwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Babett Baraniec treibt an, daß Wissen Angst kleiner macht, die Selbstwirksamkeit stärkt. Sie selbst war nach dem Studium in der medizinischen Grundlagenforschung tätig, promovierte in Neurobiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, als sie 2012 schwanger wurde und mit der Geburt Ihrer Tochter die Diagnose Leberkrebs erhielt. Metastasen fanden sich in den Folgejahren auch der Bauchdecke, der Nebenniere und in der Lunge. 19 Operationen liegen hinter ihr. Dennoch absolvierte Babett Baraniec in Gera noch einen Master-Studiengang in Medizinpädagogik und unterrichte viele Jahren angehende Pflegefachkräfte. In Leipzig wurde Babett Baraniec 1976 geboren, dort wuchs sie auf. Schon als Kind interessierte sie, herangeführt durch den Großvater, die Biologie. Nach dem Studium in Leipzig war sie von 2004 bis 2009 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Zentrum für Molekulare Neurobiologie wissenschaftliche Angestellte und promovierte dort. 2009 bis 2012 war Babett Baraniec wissenschaftliche Angestellte an der Universität zu Lübeck am Institut für Anatomie. 2017 bis 2019 absolvierte sie an der Hochschule für Gesundheit Gera den Masterstudiengang Medizinpädagogik. Babett Baraniec lebte und arbeitete als Medizinpädagogin fünf Jahre in Plauen, u.a. am Helios Vogtland-Klinikum Plauen, zog 2021 nach Leipzig und arbeitete dort im Helios Park-Klinikum Leipzig an der Berufsfachschule und gründete im Februar 2023 in Leipzig die Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus. Moderation: Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
| 1/10/26 | ![]() MDR KULTUR trifft Bernd Ebert | Seit Mai 2025 ist Bernd Ebert Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Eine der zentralen Fragen ist für den Kunsthistoriker und Generaldirektor „Was ist ein Museum?“ Und was kann es als Institution, als Museumsverbund leisten. Zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehören zwölf Museen, darunter das Grüne Gewölbe, die Gemäldegalerie Alte Meister, das Albertinum, das Kupferstich-Kabinett, die Rüstkammer, der Mathematisch-Physikalische Salon, das Münzkabinett, das Kunstgewerbemuseum, sowie die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und weitere Sammlungen, die an verschiedenen Orten in historischen Gebäuden wie dem Residenzschloss, dem Zwinger und dem Jägerhof beheimatet sind. Das Jahr 2026 begann für Bernd Ebert am 09. Januar mit einer feierlichen Schlüsselübergabe für zwei fertiggestellte Festräume im Dresdner Schloss. Das ehemalige Residenzschloss ist eines der prominenten Aushängeschilder Dresdens. Im Februar 1945 wurde es bei der Bombardierung Dresdens stark beschädigt, seit 40 Jahren wieder aufgebaut und restauriert. Fürs Publikum werden sich der jetzt der Große Ballsaal und der Propositionssaal erst im April öffnen, wenn dort die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen - Festkultur und Herrschaftspräsentation am sächsischen Hof“ eröffnet wird. Zwei weitere große Ausstellungen für 2026: Ab 08. Februar, dem 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker, wird im Albertinum die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ eröffnet und im Semperbau am Zwinger ist im September „Correggio. Berührend menschlich“ zu sehen. In Berlin wurde Bernd Ebert 1972 geboren, dort wuchs er auf. In Dresden absolvierte er Anfang der 90er Jahre zunächst eine Ausbildung bei der Deutschen Bank zum Bankkaufmann. Anschließend studierte Bernd Ebert in Bonn Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft. 2005 promovierte er zu den niederländischen Barockmalern Simon und Isaack Luttichuys. Mehrjährige Forschungsaufenthalte führten in dafür in die Niederlande. Anschließend arbeitete Bernd Ebert für Privatsammlungen, den Kunsthandel, war für zahlreiche Museen wie die Kunsthalle Emden, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Newtown Galleries in Johannesburg, die National Gallery of South Africa und das Irma Stern Museum Kapstadt tätig. 2005 bis 2013 war Bernd Ebert zunächst als wissenschaftlicher Museumsassistent in der Generaldirektion und Gemäldegalerie, später als wissenschaftlicher Referent des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig. 2011 forschte er u.a. als Gastwissenschaftler am Getty Research Institute in Los Angeles. 2013 bis April 2025 leitete Bernd Ebert die Sammlung für Holländische und Deutsche Barockmalerei an der Alten Pinakothek München der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und war damit verantwortlich für die Staatsgalerien in Bayreuth und Bamberg. Moderation: Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf | — | ||||||
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