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FC St. Pauli Abstieg: Wir, die die bleiben
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| 6/23/26 | ![]() FC St. Pauli Abstieg: Wir, die die bleiben | Als St. Pauli Fan bleibt man, wenn andere weiterziehen. Ein Essay über diesen masochistischen Kreislauf als Fußballfan.Jeder August riecht nach frisch erholtem Rasen, nach vertrautem (mal wieder teurer gewordenen) Billigbier; der letzte Rest der verratenen Träume schliert noch auf dem Beton der Stufen. Ich stehe wieder auf der Nordkurve des Millerntors, zusammen mit Willi, Markus und all den anderen, die ich nur aus dem Stadion kenne. Das Astra wärmt sich in meiner Hand auf, und ich schwöre mir feierlich: „Dieses Mal nicht. Dieses Mal binde ich mein Herz nicht an einen Typen, der ohnehin in zwei Jahren weg ist.“Aber dann kommt da so ein neuer Joel, läuft, als hätte er drei Lungen, grätscht an der Außenlinie, zirkelt den Ball in den Lauf unseres neuen 25-Tore-Stürmers (die er nie und nimmer schießen wird) – und ich, ich verdammter Idiot, fange wieder an zu lieben. Es ist eine chronische Malaise, dieses Fan-Sein. Ein immer wiederkehrender Kreislauf aus Kennenlernen, Liebgewinnen und am Ende – unvermeidlich – traurig sein (manchmal auch stinkwütend), wenn ein weiterer Spind im Bauch der Süd ausgeräumt wird.In diesem Sommer ist es beinahe noch schlimmer als sonst. In diesem Sommer wird nicht ein Spind ausgeräumt, sondern eine halbe Kabine. Eine Ära geht zuende.Vom Aufstieg, vom Klassenerhalt bis zum verdient unnötigen Abstieg. Ein Drama in drei Akten, das sich alle drei bis vier Jahre oder so wiederholt. (Ok, die Umlaufbahn eines Aufstiegs ist bei St. Pauli länger, eliptischer als anderswo, aber ihr ahnt?)Am 16. Mai 2026 habe ich auf genau diesen Stufen gestanden, als der FC St. Pauli die Partie gegen den VfL Wolfsburg nicht gewann und damit nach zwei Jahren wieder abstieg. Zurück in Liga zwei. Ich habe gesehen, wie Jackson Irvine, unser Kapitän, weinend in die Kurve ging, und ich habe selbst feucht-krustige Krumen in den Augen gespürt. „You’ll never walk alone“, und dann gehen sie eben doch, einer nach dem anderen. Ein Abstieg ist kein Abschied. Ein Abstieg ist ein Dutzend Abschiede auf einmal.Warum tue ich mir das eigentlich an?Der Profifußballer ist letztlich ein Nomade im Trikot. Für mich ist das Vereinswappen nichts zum Küssen, für viele Spieler schon; ist es oft nur der temporäre Briefkopf des aktuellen Arbeitgebers. Ich atme den Kiez, blinzle trotzig in den Hamburger Regen, ertrage den ranzigen Geruch ekeliger Gäste – sie folgen währenddessen einem Karriereplan.Wir sehen sie nicht oft am Milllerntor, die absolute Krönung der fußballerischen Heuchelei: die Wappenküsser. Oh, diese verfluchten Wappenküsser! Sie schießen ein Derbysieg-Tor, rutschen auf den Knien zur Eckfahne, treten sie theatralisch um, wenn sie eine Raute ziert, zerren unser Logo an die Lippen und spielen mir vor, sie hätten in St.-Pauli-Bettwäsche geschlafen, seit sie aufrecht gehen können, als hätten sie verstanden, was das heißt, St. Paulianer zu sein. Und in diesem ekstatischen Moment glaube ich ihnen. Ich will ihnen glauben!Sukuta Pasu, auch eines der Talente, denen ich mein kleines Fanherz hinterher geworfen habe, hat jüngst in einem sehr ehrlichen Interview sinngemäß gesagt: 90% aller Emotionen der Spieler sei fake; kalkuliertes Spielen mit unseren Gefühlen und Erwartungen. Warum ich gerade an Hauke Wahl denken muss?Hej, das ist meine selbst gewählte Tragödie. Ich bin wie ein naiver Liebhaber, der den süßen Lügen in einer durchtanzten und warmen Nacht auf St. Pauli Glauben schenkt, weil deine hübsche Brust gerade so schön wärmt. Der Fußball, diese große, zynische Maschinerie, die mich jede Saison aufs Neue verführt und mich dann mit einem Händedruck des Sportdirektors und den Worten „Ich suche eine neue Herausforderung“ auf die Straße setzt.Und doch wäre es zu billig, nur den Spielern den Schwarzen Peter zuzuschieben. Ein Abstieg legt die Mechanik gnadenlos offen: Es ist nicht immer der Spieler, der geht. Manchmal ist es die Tabelle, die ihn vertreibt. Ein Fujita, der mit zehn Millionen Euro Marktwert in der Bilanz steht, ist für einen Zweitligisten kein Mensch mehr, sondern ein Posten. Wer absteigt, muss verkaufen, um zu überleben. Die Liebe der Kurve und die Kassenlage des Vereins stehen plötzlich auf verschiedenen Seiten. Und ich, der ich den Spieler halten will, weiß insgeheim: Genau dieser Verkauf finanziert vielleicht die drei Neuen, die ich im Januar wieder lieben werde.Bleiben und Gehen – zwei Sprachen, die einander nicht verstehenDie Ziele könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Profi sucht den nächsten Vertrag. Er jagt die Bundesliga oder noch forscher die Premier League, das Handgeld, die Villa mit Pool auf Mallorca, das Appartment in Dubai im schlimmsten Fall oder die letzten dicken Dollar der Karriere in St. Louis. Ich kann es ihnen kaum verdenken – ihre Knochen haben ein Verfallsdatum. Für sie ist Nostalgie ein Luxus, den sie sich nicht leisten können. Ein Saad, den zwei Jahre lang Bänder und Muskeln verraten haben und der dann doch in die Bundesliga nach Augsburg geht; ein Treu, der dorthin zurückkehrt, wo er herkam – sie tun nichts Verwerfliches. Sie tun nur das, was ihr Beruf von ihnen verlangt: weitergehen, bevor der Schiri die Karriere abpfeift.Widersinnig suche ich Beständigkeit in einer Welt, die sich rasend schnell dreht. Ein ewiger Romantiker, der versehentlich in einem knallharten, absurden Millionenbusiness gelandet ist. Wenn ein Burgstaller seinen Koffer packt, wenn ein Kyereh oder Hartel die Segel streicht, wenn ein Vasilj nach fünf Jahren unter Tränen Tschüss sagt, dann reißen sie ein Loch in mein Wochenendritual. Es fühlt sich an wie ein kleiner Verrat, selbst wenn es keiner ist.Aber es gibt sie eben doch, die andere Seite der Medaille. Es gibt die, die bleiben, obwohl sie gehen könnten. Jackson Irvine, der Kapitän, hat es nach dem Abstieg in zwei Sätze gepackt: „Ich werde hier sein. Das ist meine Heimat.“ Er wohnt nicht weit vom Stadion, seine Frau ist im Viertel verwurzelt, und er hätte allen Grund, sich in der zweiten Liga nicht weiter aufzuhalten. Er bleibt trotzdem. Und genau das macht ihn für mich wertvoller als jedes Zehn-Millionen-Angebot, das für einen anderen hereinflattert. Loyalität ist im Profifußball kein Naturgesetz, sondern eine Entscheidung – und sie ist umso schöner, je seltener sie vorkommt.(Dass ein Profi, der sich auf uns einlässt, zu Recht für sich reklamieren kann, ein Teil von St. Pauli zu sein, uns dann aber anders enttäuscht, soll hier nur am Rande erwähnt sein – vgl. meine Artikel zu Jackson Irvine)Vielleicht ist das die ehrlichste Lektion, die mir der Fußball beibringt: Dass Bleiben und Gehen keine moralischen Kategorien sind, sondern nur zwei verschiedene Antworten auf dieselbe Frage – was ist mir dieser Ort wert? Der Spieler beantwortet sie mit seiner Karriere, ich beantworte sie mit meinem Bleiben (auch wenn das in diesem Verein wahrlich nicht immer ein Vergnügen ist – und da können die Spieler nix dafür). Wir kommen einfach zu verschiedenen Ergebnissen, weil wir verschiedene Ideen über den Fußball in unseren Körpern tragen (die sich auch fulminant unterscheiden, btw ;).Wir sind das Gebäude, sie sind die MieterIch bin derjenige, der bleibt. Der Verein ist das Gebäude, die Spieler sind Feriengäste. Vasiljs Abschiedsworte – „Es waren fünf wunderschöne Jahre, an die ich mich immer erinnern werde“ – sind echt, und trotzdem zieht er aus. Das ist keine Heuchelei mehr, das ist einfach die Wahrheit zweier Menschen, die sich für eine Weile dieselbe Adresse geteilt haben. Die Mieter wechseln, das Haus auf der kleinen Insel steht unbeirrt im Westwind, der erbarmungslos in unsere zugige Ecke weht.Liebe und Fantum kann auch übel riechen. Dann, wenn Kontroll- und Besitzansprüche dazu kommen. „Ich bezahle Dich, also performe“ ist der gängigste. Das Schimpfen auf Millionarios, die nur ihren Egointerssen dienen, das Symptom.Davor sind in Zeiten, da Präsidium und AR aus Fans bestehen, auch Aufsichtsräte nicht gefeit.Einziger Ausweg: bewusste RomantikRomantiker unterscheiden sich vom Zyniker dadurch, daß der Romantik die Enttäuschung innewohnt; der erfahrene Romantiker weiß das und kann diese ambivalente Spannung sogar genießen.Und so stehe ich am nächsten ersten Spieltag wieder da, diesmal in Liga zwei, mit demselben Schal (der schon soviel gesehen hat), demselben aufgedrehten Humor, der Dew neben mir mal gefällt, mal nicht.Ein halbes Dutzend Gesichter weniger, ein halbes Dutzend neuer, die ich noch nicht kenne. Bereit, das Herz erneut auf den Rasen zu werfen, damit der nächste hoffnungsvolle Neuzugang mit seinen Stollen darauf herumtrampeln kann.Es sind Symptome von Wahnsinn. Ich weiß, es ist völlig irrational. Und doch das Schönste auf der Welt.O. hat in unserem Podcast ohne Aufnahme gemeint, wir sollten unsere Spieler nicht zu Posterboys hochjazzen, das sehe ich inzwischen anders. Lasst sie uns lieben, ein wenig doof anhimmeln und aus ihnen Posterboys für unseren inneren Spind machen. Wohl wissend, dass die Enttäuschung am Ende der Reise wartet, wie eine alte Bekannte, die einen nachts am Flughafen abholt.St. Pauli POP is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber.Bringen wir ihnen bei, was es heißt St. Paulianer zu sein – immer wieder aufs Neue. Und wer weiß, vielleicht bleibt ja etwas backen, nehmen sie wirklich einen Teil von uns mit zu ihren neuen Boxenstopps im kapitalistischen Turborace. So wie Gyökeres, heute Superstar, oder einst Ralle Gunesch. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 23m 33s | ||||||
| 5/21/26 | ![]() Jackson Irvine forever?✨ | soccerleadership+3 | — | FC St. Pauli | — | Jackson IrvineFC St. Pauli+6 | — | 15m 26s | |
| 5/11/26 | ![]() FC St. Pauli: Ein Endspiel de Poitrine✨ | BundesligaFC St. Pauli+4 | Toby | FC St. PauliStuttgarter Kickers+3 | — | BundesligaFC St. Pauli+6 | — | 1h 31m 44s | |
| 4/27/26 | ![]() Jackson Irvine auf Kloppos Spuren - FCSP Spielertrainer jetzt!✨ | soccerFC St. Pauli+3 | Jackson Irvine | FC St. PauliWolfsburg+1 | — | Jackson IrvineFC St. Pauli+6 | — | 10m 30s | |
| 4/26/26 | ![]() FC St. Pauli im Abstiegskampf: Rette sich wer kann ...✨ | FC St. Paulirelegation battle+5 | — | FC St. PauliMopo | — | FC St. Paulirelegation+5 | — | 17m 58s | |
| 4/19/26 | ![]() FC St. Pauli: "Wer 1:0 führt..."✨ | FC St. Paulisoccer+4 | Willi | FC St. PauliSV Werder+1 | Hamburg | FC St. Paulisoccer+5 | — | 1h 08m 08s | |
| 4/10/26 | ![]() Von Houtonji nach Madrid✨ | socceryouth football+5 | Willi | FCB | MadridStrande+1 | soccerBayern Munich+5 | — | 1h 26m 04s | |
| 4/3/26 | ![]() Einfach mal Dazke sagen✨ | bloggingFC St. Pauli+3 | — | FC St. PauliMillernton | Lüneburg | bloggingFC St. Pauli+3 | — | 26m 07s | |
| 3/25/26 | ![]() Ach Igor!✨ | soccertactical analysis+3 | — | FC St. PauliSC Freiburg+1 | Hamburg-Altona | St. Paulisoccer+5 | — | 41m 39s | |
| 3/15/26 | ![]() Gladbach, Olympia und die CDU✨ | soccersports analysis+3 | — | CDU | StuttgartWerder+2 | soccerAlex Blessin+3 | — | 22m 26s | |
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| 3/10/26 | ![]() Kein Dreier mit Zwayer✨ | FC St. Paulisoccer analysis+5 | — | FC St. Pauli | Hamburg | FC St. Paulisoccer+5 | — | 1h 32m 57s | |
| 3/1/26 | ![]() Frühlingsgefühle auf St. Pauli✨ | soccersports+3 | — | SV Werder | MillerntorstadionBremen+1 | MillerntorstadionSV Werder+5 | — | 1h 04m 48s | |
| 2/22/26 | ![]() FC St. Pauli - Stehplatz-Adel und andere Armleuchter✨ | soccer culturefan behavior+3 | — | FC St. Pauli | NordkurveNord+3 | FC St. Paulifan behavior+5 | — | 15m 58s | |
| 2/16/26 | ![]() St. Pauli Vibes auf Mallorca | Es gibt Tage, da musst du einfach raus. Wenn der Hamburger Nieselschnee sich wie eine kalte, nasse Decke über dein Bewusstsein legt und die Trümmer der letzten Niederlage (dieses verdammte Leverkusen-Spiel!) noch in deinen Knochen stecken, hilft nur die Flucht. Ein Ticket, ein Flieger, und plötzlich stehst du nicht mehr an der Feldstraße, sondern im grellen Licht der mallorquinischen Sonne. 15 Grad. Ein Hauch von Frühling, der sich anfühlt wie der erste Schluck eines eiskalten Cerveza nach einem langen Winter, mit gefrierendem Astra.Vor dem Stadion gibt's eine kleine Bar mit starkem Café und lokalem Bier für nach dem Spiel. Willkommen im Estadio Municipal Ses Forques. Willkommen in Porreres.Ich bin hierhergekommen, um den Kopf frei zu kriegen, doch der Fußball verfolgt mich wie ein süchtiger Geist. Ich stehe am Sonntag um 12 Uhr mittags am Rand dieses beschaulichen Platzes, der seit über hundert Jahren – die Unió Esportiva Porreres wurde 1923 gegründet, als man hier wahrscheinlich noch mit Lederbällen gegen die bleierne Franco-Zeit ankickte – das emotionale Zentrum dieses Dorfes ist. Die Farben? Rot und Weiß. Die Stimmung? Pur. Es riecht nach gewässertem Kunstgras, scharf gebranntem Kaffee und der verzweifelten Hoffnung, die nur die vierte Liga (Segunda Federación) bieten kann.Blick auf die Tribüne.Auf dem Papier ist es Porreres erste gegen die Reserve des FC Girona. In der Realität ist es ein Kampf gegen das Schicksal eines Absteigers.St. Pauli-Vibes unter PalmenMan sagt, man kann den Verein wechseln, aber nicht die Neurose. Und da sitze ich nun, tausende Kilometer vom Millerntor entfernt, und was sehe ich? St. Pauli-Vibes. Oder Altona 93-Vibes, für die Feinschmecker unter euch. Das Spielniveau hat diesen herrlichen, kantigen Regionalliga-Charme. Es ist ehrlich, es ist schmerzhaft, und es ist verdammt schön es anzusehen und dabei in die Sonne zu blinzeln.Porreres rennt. Sie beißen. Aber zur Halbzeit steht es 0:2. Javi Sarasa hat sie schon in der 6. Minute eiskalt erwischt, und kurz vor dem Pausenpfiff legte Carles Garrido nach. Ein Schlag in die Magengrube, den jeder Fan von Braun-Weiß im Schlaf mitsingen kann. Die Sonne brennt auf die Flutlichter – diese „Love-Lights“, wie mein Gehirn sie im Rausch der Euphorie umtauft –, und ich denke: Wie schön doch Flutlichtmasten sind. Ich werde nostalgisch.Zweite Halbzeit: die Hoffnung lebt auch hier …Dann passiert es. Die zweite Halbzeit beginnt, und dieses Team in Rot fängt an zu glauben. Es ist dieser Teamgeist, den wir am Millerntor so oft beschwören und so selten in Punkte ummünzen können. In der 64. Minute gibt es Elfmeter. De Tomás tritt an. Der Ball zappelt im Netz. 1:2.Plötzlich ist da Lärm im Ses Forques, kein Murmeln mehr, sondern ein Brüllen. Es ist die pure, unfiltrierte Lust am Widerstand. Ich sehe Parallelen, die mich noch nostalgischer machen. Diese jungen Talente, dieser strategiefreie Wahnsinn, das letzte Aufgebot, das sich weigert, einfach umzukippen. Es ist Fußball in seiner reinsten Form: Ein Dorf gegen die Übermacht vom Festland, ein Gefühl von Wir gegen die Statistiken des modernen Fußballs.Der Kater und die ErkenntnisNoch eine Ecke … und das wars.Am Ende reicht es nicht. Girona schaukelt das Ding über die Zeit. 1:2. Die Gesichter der Einheimischen sind gezeichnet von jener Mischung aus Stolz und Erschöpfung, die man nur kennt, wenn man alles gegeben hat und trotzdem mit leeren Händen dasteht. Es gibt sogar noch n Tumult mit Spielertraube zum Abpfiff. Porreres kennt die Tragik auch, so viel ist sicher.Was bleibt? Ein Sonnenbrand auf der Nase, ein leerer Becher und die Erkenntnis, dass Fußball überall gleich wehtut und gleich gut. Ob im Nieselregen von Hamburg oder unter den Pinien Mallorcas. Die UE Porreres mag auf Platz 17 der Tabelle hängen, genau wie unsere Jungs im Keller der Bundesliga darben, aber solange da noch dieser Funke ist, dieser „Mir-doch-egal-und-Spaß-dabei“-Vibe, ist nichts verloren.Nächste Woche bin ich wieder am Millerntor. Der Hamburger Regen wird mich empfangen wie ein alter, mürrischer Freund. Aber in meinem Kopf brennt noch das Licht von Ses Forques.Porreres, du schönes patiniertes Stück Fußball geschichte – ich komme wieder. Aber nur, wenn ihr weiter so kämpft, ob ihr dabei gewinnt, ist mir Sopa. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 30m 01s | ||||||
| 2/11/26 | ![]() Das Wie gewinnt | (Das kleine Besteck zum kleinen Spriter)Endlich mal wieder ein Abend in der Taverna; endlich mal wieder ein Heimsieg. Willi und Erik treffen sich in der Taverna Plaka in de Schanzenstraße auf eine gute Stunde Podcast mit dem kleine Besteck, zwei bis drei Ouzo und viel Hoffnung, dass sich das mit den Spielen gegen Leverkusen, Mönchengladbach und Bremen noch zurecht ruckelt.Denn: es kommt nicht auf das Was, das Wieviel oder womöglich die “Qualität” der Stürmer an - sondern auf das Wie.Gib Willi 1 Ouzo aus: https://ko-fi.com/summary/67bd0a3e-fafd-46e5-9937-086d2285d005 Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 1h 11m 00s | ||||||
| 2/7/26 | ![]() Klassenkampf mit dem letzten Aufgebot | Angst und Schrecken (und verdammt viel Spaß) verbreitet der FCSP im Hamburger Nullgrad-Nieselregen: Wie das letzte Aufgebot des FC St. Pauli den VfB Stuttgart zerlegteVon unserem Korrespondenten im digitalen ExilEs war ein Tag für Grabenkämpfe. Draußen herrschten ein Grad, Nieselregen und jene spezifische Art von Hamburger Klammigkeit, die normalerweise Depressionen züchtet. Aber drinnen, im Kessel, oder besser gesagt: in den Köpfen derer, die noch übrig waren, passierte etwas Seltsames. Etwas, das man am Millerntor schon fast für einen Mythos hielt, begraben unter monatelangem Abstiegskampf-Gejammer. Es roch plötzlich nach Lust. Lust am Kampf, Lust an der Kraft.Ich war nicht dort. Ich konnte heute nicht. Vielleicht darf ich auch nie wieder hin, denn wenn ich nicht da bin, spielen sie plötzlich wie von der Tarantel gestochen. Ich saß vor dem Schirm, trötete auf Social Media und sah zu, wie sich das „letzte Aufgebot“ gegen den Champions-League-Adel aus Stuttgart erhob.Das Lazarett tanzt PogoMan muss sich die Szenerie mal vorstellen: Da kommt der VfB, bereit, sich an den Trögen der Champions League gütlich zu tun, und trifft auf einen Kader, der eher einer Krankenstation gleicht. Ein Lazarett, das die Hälfte des Gesamtwerts umfasst. Dapo ist weg, Rocky Jones kaputt, und kurz vor Anpfiff fällt auch noch Fujita aus, der einzige, der seit Monaten konstant liefert.Jeder vernünftige Mensch, jeder Buchhalter des Fußballs hätte auf ein massakerartiges 0:3 getippt. Aber stattdessen? Statt den Bus vor dem Tor zu parken und um Gnade zu winseln, entscheiden sich diese Wahnsinnigen für „Free your mind and the rest will follow“.Wieder da: Jackson Irvine. Der Mann spielt mit Schmerzen, als wäre Schmerz nur eine Illusion, reißt fast zwölf Kilometer ab und grätscht an der Seitenlinie in meine Erinnerung an Carsten Rothenbach. Und dann war da wieder Manolis Saliakas. Es gab Gerüchte, der Mann sei schon halb in Griechenland, aber an diesem Nachmittag hatte er einfach die Schnauze voll. Er fand diese Attitude wieder: „Ich bretter das Ding mal kurz unter die Latte“. Ein Tunnel-Zuspiel von Sinani, mit dem Überblick eines Feinsinnigen, und Saliakas wuchtet das Leder oben rechts rein. 1:0. Das Millerntor brüllte nach mehr, noch mehr Klassenkampf.Basketball im Strafraum und die Wiederentdeckung der OffensiveDer VfB Stuttgart wusste nicht, wie ihm geschah. Sie dachten, sie spielen gegen einen Abstiegskandidaten, aber sie spielten gegen ein Gefühl. Ein Gefühl von: „Mir doch egal.“Und dann wurde es grotesk. Ein Stuttgarter entschied sich mitten im Strafraum für eine kurze Basketball-Einlage. Dummdi-dummdi-dumm mit der Hand. Sinani, der Mann mit dem Radar-Auge, trat an. 2:0. Ein Satz, so trocken wie ein Bond-Martini.Es war nicht nur Glück. Es war pure Statistik für die Seele: 15 Torschüsse, neun davon direkt auf den Kasten, 6,2 Kilometer mehr gelaufen als der Gegner. Sie haben nicht verwaltet, sie haben gejagt. Vorchecking, hohes Pressen – Dinge, die man eigentlich nur aus Erzählungen kannte.Die Erlösung des Alexander BlessinUnd an der Seitenlinie? Alexander Blessin. Der Mann, den ich – ich gestehe es – oft genug zum Teufel gewünscht habe. Aber an diesem nasskalten Abend sah man etwas Neues. Nach dem Abpfiff eine Umarmungstraube zwischen ihm, Nemeth und dem weißhaarigen Bornemann. Der Druck fiel ab wie nasser Putz von der Wand. Heute hatte er aufgehört, nur die Null halten zu wollen. Heute ließ er sie spielen.Natürlich wurde es am Ende nochmal eng. Das obligatorische Gegentor in der 90. Minute, weil der FC St. Pauli ohne Herzrasen nicht funktionieren kann. Aber Lars Ritzka verteidigte nach vorne, kratzte den Ball fast von der Linie – ein ungültiges Traumtor nimmt auch Minuten von der Uhr; wen kümmert das schon? – körpereigener Rausch ist der schönste.Das Fazit: Wir ziehen sie alle mit runterAls der Schlusspfiff ertönte, war es keine Freude, es war Erlösung. Wir stehen zwar immer noch auf Platz 17, aber wir sind nur noch einen Punkt hinter Bremen. Und das ist die perverse Schönheit dieses Spieltags: Mit diesem Sieg ziehen wir Wolfsburg und Bremen wieder ganz tief mit rein in den Sumpf.Das war kein taktisches Meisterwerk am Reißbrett. Das war ein Sieg des Willens, der „Lust am vorne Verteidigen“. Ein Sieg für die, die schon abgeschrieben waren.Ich werde wohl doch wieder ins Stadion gehen, schiet doch auf Aberglauben. Wenn sie so weiterspielen – mit dieser „Mir doch egal und Spaß dabei“-Attitüde – dann tröte ich gerne weiter aus der Ferne.Prost. Auf den Klassenkampf. Auf zu weiterem Spaß mit Leverkusen. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 14m 07s | ||||||
| 1/27/26 | ![]() FC St. Pauli x RB Leipzig live on tape | Haha, das genaue Gegenteil vom Derby. Der FC St. Pauli erkämpft sich einen späten Punkt gegen RB Leipzig im Nachholspiel am Millerntor: die letzten 15 Minuten gibts hier live on tape ... Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 21m 27s | ||||||
| 1/24/26 | ![]() El Ángstico | HSV x FC St. Pauli (0:0) - Das Hamburger Derby wird von der Angst beider Mannschaften gefressen, der Rest vom Fest liegt irgendwo erfroren auf dem Rasen rum.Ich für meinen Teil versuche immer noch aufzutauen und irgendeinen Sinn in dem zu finden, was ich gestern erleiden musste.B. sagte heute beim Frühstück, kein Mensch könne bei diesen Temperaturen sportliche Höchstleistung erwarten. Vielleicht hat sie recht. Den knapp über 20% gewonnener Zweikämpfe der Boys in Brown in Halbzeit eins stehen ja auch keine fast 80% des hsv gegenüber. Irgendwo steckt der Rest in den gefühlten -11 Grad fest. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 15m 42s | ||||||
| 1/23/26 | ![]() Matchday #FCSPhsv - Knackekalter Derbytag in Hamburg | Es sind knackekalte Minus fünf Grad Celsius angesagt für heute Abend. Gefühlt zweistellig im Minus werden wir uns in der zugigen Ecke einfinden, um das erste Bundesligaderby am Millerntor zu erleben - vielleicht vorerst das letzte …Diese kleine Kurzgeschichte dient der Selbsttherapie und als Träger des kurzen Zwischenrufs als Podcast Bonus ;)0:37 Ein kleiner Zwischenruf3:04 Trainerentscheidungen und Spielerpsychologie4:29 Ausblick auf das Derby Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 5m 12s | ||||||
| 1/20/26 | ![]() Though shalt no fear | Habt ihr Angst vorm Abstieg aus der 1. Bundesliga? Ist vieles an dem Gemecker (auch in diesem Blog/Podcast) nicht einer gewissen Hasenfüßigkeit geschuldet? Und dem Wunsch bei den Großkopferten mitspielen zu dürfen?Was passiert, wenn man sich dieserAngst entledigte? Nicht bange zu sein, setzt Energien frei … die man für schöneres verwenden könnte. In Opposition zum Modernen Fußball. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 13m 23s | ||||||
| 1/18/26 | ![]() Der doppelte Ricky | Als ich ein wenig später die Max-Brauer-Allee hinunter schlendere, bleibt mein Blick an einer Fahrradampel hängen. Von oben nach unten erzählen die Sticker eine kurze Geschichte, eine des Spiels gg Dortmund vielleicht:Krise, St. Pauli, Ricky, Ricky.Zweimal Ricky. Das bedeutet ja zwei Tore für Ricky, freue ich mich. Ein Wink des Universums? Ich konnte da noch nicht ahnen, dass “2x Ricky” für zwei Tore DURCH Ricky steht.Im Aalhaus gibt es Pilsener Urquell vom Fass. Das ist nicht nur lecker, sondern auch echt ne Wohltat ggü der Astra—Carlsberg Plörre anderswo (ja, Millerntor: Du kannst einiges, aber Bier kannst du nicht!)Willi ist schon da und hat mir einen Hocker reserviert. Wir sitzen direkt an der hölzernen Bar. Der Blick auf den Fernseher ist gut. Das kleine Gezapfte steht vor mir — Anpfiff. Die Boys stoßen an; wir stoßen an. Auf uns, auf die Boys auf dem Rasen im fernen Dortmund und auf das, was ein wenig die klamme Hoffnung nährt: noch steht auswärts bei einem Championsleague-Aspiranten die Null.... Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 17m 23s | ||||||
| 1/11/26 | ![]() Schneekoppel Millerntor | FC St. Pauli: Die Episode zum Spiel, das nicht stattfand.Erik (euer Host) und Willi drehen am Spinnrad und spinnen Seemannsgarn: wie wäre wenn es keinen Schnee aufm Stadiondach gegeben hätte. (Vielen Dank an Hossa und den Übersteiger Blog für die Inspiration).Wenn wir schonmal dabei sind, spinnen wir uns die Spiele gegen Wolfsburg und Dortmund auch noch zusammen, widewidewitt.Ob dem hsv ein Eiszapfen in die Glieder fährt zum Derby, erfahrt ihr genauso, wie die Umstände die zum Comeback von Dapo Afolayan führen. Nur die 15 Mio. für Bornemann, dieses unanständige Angebot vom Volkspark, die stören den Januarfrieden. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 1h 09m 49s | ||||||
| 1/4/26 | ![]() Today we will celebrate our Digital Independence Day | Fediverse, am 4. Januar 2026Elon Musk dreht völlig durch, Mark Zuckerberg verkauft die Daten Deiner Mutter und Jeff Bezos dreht dir überteuerten Ramsch an - weil er weiss, dass du heiß drauf bist. Jaja, das weißt Du alles, aber …Es gibt ein großes Aber und das ist dummerweise unsere Bequemlichkeit. Es stört im Alltag wenig, wenn der Algorithmus als Türsteher fungiert oder Gmail Deine E-Mails liest; Du hast ja nix zu verbergen.Aber was ist, wenn sich der Wind dreht? Was ist, wenn das Auge des US-Faschismus dich trifft und dir Konten, E-Mails und der Zugang zu digitalen Welt gesperrt wird. Stimmen verschwinden in Filtern, das Recht, sich zu artikulieren von seelenlosen Bots langsam zerfasert. Es gibt Themen im Netz, da streitest du Abende lang, nur um zu lernen, dass du dich mit russischen Bots geprügelt hast - du wirst dabei müde - die nicht.Weißt Du, was das Problem am Internet ist?Es führen zu viele Links nach rechts.- Marc Uwe Klings KänguruZeit für mehr Autonomie - Zeit für den DI.dayLinks und eine Einladung:* Jeden 1. Sonntag im Monat rufen wir den Digital Independence Day aus. Anleitungen und Idee, wie das geht, findest du auf der Kampagnenwebsite.* Marc Uwe Kling und das Känguru sind auch dabei* Einladung: Du bist HHer, magst St. Pauli, wohnst vielleicht im Viertel? Dann komm zu stpauli.social. Du bist herzlich eingeladen.* Eine Handreichung hab ich in meinem Blog für Dich zusammengestellt - zusammen mit einem Starter Pack, damit Du gleich Gleichgesinnte treffen kannst. Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 18m 46s | ||||||
| 12/31/25 | ![]() Gaza, Grundberührung, Gegnerdruck - das Jahr des FC St. Pauli | 2025 war das erfolgreichste Jahr, das wir St. Pauli Fans erleben durften. Es war aber auch ein Jahr der Konflikte. Der hausgemachten, wie dem Herz von St. Pauli, und den weltweiten, wie dem in Gaza.In diesem Post/Podcast lasse ich das Jahr 2025 Revue passieren - anhand von Blogposts. Meine Themen:* Januar - Das Schlimmste Spiel zu Beginn: die Niederlage in Bochum war schlimm* März: Streit um das Herz von St. Pauli* April: Wende und österliche Klassenerhaltsekstase* Auch 2025: Mal wieder nach Strich und Faden verpfiffen worden :)* Mai: Beste Niederlage zum Klassenerhalt und eine spontane neue Fanfreundschaft mit den Bochumern* Juli: Ein eigener Truck auf dem CSD Hamburg und eine Playlist* Der Eklat um Jackson Irvine (Gaza)* August/ September: Spätfrühlingsgefühle und Europapokalträume* Oktober bis November: Blues. Grundberührung nach einer frostrierenden Niederlagenserie* Pokalwunder und Endjahresrally (4 Spiele ungeschlagen, yeah!)Außerdem: eure tolle Solidarität bei meiner Abmahnung und die ersten Schritte hin in ein freies Internet (#unplugtrump und Willkommen im St. Pauli Fediverse) Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 42m 02s | ||||||
| 12/23/25 | ![]() Weihnachtswilli will I | Die beiden Wiehnachtselfen Willi und Erik schließen nochmal die braunweiße Weihnachtsbageri auf und wünschen sich was. Denn es ist der Abend vor Weihnachten: die Zeit der Wünsche ist da.Wir wünschen und Morgan zurückUnd dass Saliakas bleibt - oder wenn es ihn nach Athen zieht (sich also dort sein Wunsch erfüllt) dann sei es so, Dann wünschen wir uns viele Millionen als Ablöse, damit Bornemann nicht seine Rute rausholen muss.Wir danken unserem Sponsor, Knut Hansen - und fordern Gin Tonic auf der Nord. 0,0 Promille natürlich.Wir wünschen allen kleinen und großen Supportern, allen Hörer:innen und dem ganzen Erdkreis ein Frohes Fest des Lichts. Auf dass es heller und schöner wird; auf dass wir gelassen sind, was auch immer kommen mag 2026 - Forza!Vielen Dank wie immer an die Verrückten, die uns mit Bier und Pinot unterstützen.via Ko-Fi: https://ko-fi.com/stpopvia Steady: https://steady.page/de/stpauli/ Get full access to St. Pauli POP at stpaulipop.substack.com/subscribe | 1h 03m 23s | ||||||
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