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Rund um den Peršmanhof
Jun 21, 2026
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VÖLLIG SCHWERELOS
May 31, 2026
The Rainbow Division
May 24, 2026
Zwischen den Zeilen …
May 17, 2026
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May 10, 2026
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| 6/21/26 | ![]() Rund um den Peršmanhof | 22.06.2026 - Die unaufgearbeitete Vergangenheit Österreichs wird in einem völlig unangemessenen Polizeieinsatz am Peršmanhof offenbar. Wir suchen nach möglichen Wegen aus dem Gewaltkreislauf ... | — | ||||||
| 5/31/26 | ![]() VÖLLIG SCHWERELOS✨ | Austrian pop musicGerman pop music+3 | Andreas Woldrich | Die guten KräfteVÖLLIG SCHWERELOS+2 | — | Austrian pop musicGerman pop music+3 | — | — | |
| 5/24/26 | ![]() The Rainbow Division✨ | historyart+4 | — | U.S. ArmyERINNERN STADT VERGESSEN | SalzburgBasteigasse+3 | Rainbow DivisionSalzburg+8 | — | — | |
| 5/17/26 | ![]() Zwischen den Zeilen …✨ | literaturebook trade+3 | — | Bücher, Bücher, BücherBuchhändler unseres Vertrauens | — | literaturebooks+3 | — | — | |
| 5/10/26 | ![]() The Joshua Tree Album✨ | U2The Joshua Tree+3 | — | The Joshua TreeU2+1 | WienSüdtirol | U2The Joshua Tree+5 | — | — | |
| 4/26/26 | ![]() Die guten Kräfte – Eine Rezension✨ | book reviewAustropop+3 | — | Die guten KräfteZiwui Ziwui | — | Die guten KräfteWalter Gröbchen+5 | — | — | |
| 4/19/26 | ![]() Draußen vor der Tür✨ | literatureexistentialism+3 | — | Draußen vor der Tür | — | truthnihilism+3 | — | — | |
| 4/12/26 | ![]() Breaking Glass (Film Soundtrack)✨ | Punk musicNew Wave+4 | — | Sex PistolsMargaret Thatcher+1 | — | PunkNew Wave+7 | — | — | |
| 3/29/26 | ![]() WOMAD (Peter Gabriel 1982)✨ | WOMAD festivalPeter Gabriel+3 | — | Drums Of Makebuko | — | WOMADPeter Gabriel+4 | — | — | |
| 3/22/26 | ![]() Binario Due✨ | non-binary identitiesgender stereotypes+3 | — | — | — | non-binarygender identity+3 | — | — | |
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| 3/15/26 | ![]() Querschläger Gegenwind 35 / 900✨ | non-commercial mediaadvertising+3 | — | QuerschlägerGegenwind | Salzburger Landestheater | advertisingnon-commercial+5 | — | — | |
| 2/22/26 | ![]() Das Herz ist ein Muskel | “Das Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust” vom Hamburger Musikkollektiv Früchte des Zorns ist eines jener Lieder, auf das wir uns mit unserer langjährigen Radiokollegin Rosi Krenn jederzeit hätten einigen können. Die unermüdliche Beschützerin und Ermutigerin jeglicher Art von normabweichenden, unangepassten, speziellen, diversen und auch sonst “in keins von den üblichen Schachterln passenden” Lebensentwürfen ist vor kurzem und also leider viel zu früh von uns gegangen. Wenn man sie – ob ihres vielfältigen Engagements für so viele – als jemand beschreiben möchte, die (in den Worten von Roxy Music) “Both Ends Burning” war, dann darf man auch sagen, dass es für das Licht der Welt besser gewesen wäre, wenn sie noch etwas länger geleuchtet hätte … Freiheit statt Schubhaft – Foto: Rosi Krenn Kennen gelernt haben wir uns im sogenannten “Streiklager” der Aktion Freiheit statt Schubhaft. Während der Jugoslawienkriege flüchteten Kriegsdienstverweigerer (natürlich illegal, wie auch sonst?) zu uns nach Österreich. Sie sollten nach damals “Restjugoslawien” zurück abgeschoben werden, wo ihnen als Deserteure, also wegen “Fahnenflucht”, oftmals sogar die Todesstrafe drohte. Ein Umstand, der die Rosi bis ins Herz verletzte, was sie auf dieser mehrmonatigen Dauerkundgebung nach außen hin immer wieder in aller Drastik und Deutlichkeit zum Ausdruck brachte. Nach innen jedoch verströmte sie eine inspirierende Atmosphäre von Wohlwollen und Gastfreundschaft, die ich rückblickend als angenehm bestätigend und zugleich als in sehr einladender Weise herausfordernd empfand. Langsam wird mir klar, was für einen wesentlichen Beitrag sie dadurch auch zu meinem ersten Radioauftritt im Ö1-Feature “Im Schatten der Mozartkugel” geleistet hat, welches dort in ihrer Gegenwart aufgenommen wurde. Und sie lebt sogar im Untertitel dieser Sendereihe weiter: Die Idee dafür, was ein Kunst- beziehungsweise Kunnst-Biotop eigentlich ist und wie sich sein Sinngehalt, seine Bedeutung beschreiben ließe, entstand damals auch unter ihrer Mitwirkung: “Und das, was wir unter Kultur verstehen, ist, dass Menschen etwas machen, das vergleichbar ist mit einem Biotop. Das vergleichbar ist mit einem kleinen Tümpel, mit einem Schlammloch, da stehen drei Bäume, da ist ein hohes Gras – und irgendwann einmal zwischen Nachmittag und Abend kommen dort zwei Verliebte vorbei oder ein Dichterling oder sonst irgendjemand, einfach Menschen. Und die genießen das. Und denen sagt das was. Und das ist in keiner Statistik festzuhalten, das kann man in keinem Subventionsansuchen rechtfertigen – und das kann man in keiner Weise systematisch dingfest machen.” Nur folgerichtig wurde ihre Sendung “Radio Stachelschwein” dann fast genau 20 Jahre nach unserer ersten Begegnung im Rahmen der Feier “15 Jahre Radiofabrik” 2013 mit einem Radioschorsch für “Soziale Visionen und deren Verwirklichung” ausgezeichnet. Und – hier schließt sich dieser Kreis – ich durfte diesen Preis damals überreichen und auch die entsprechende Laudatio halten. Wenn ich mir überlege, was ich – vor allem zu Rosis Wesensart und Gestimmtheit – noch sagen könnte, dann möchte ich diesen Ball jetzt an euch weiterspielen … eine kleine Aufgabe: Lasst uns einen Moment lang gemeinsam innehalten … und den ganz am Anfang dieses Artikels zitierten Songtitel (der ihre Wesensart, wie ich meine, recht gut auf den Punkt bringt) wie einen einfachen Satz auf uns wirken … Was spüren wir da? Was hören wir in uns? Was erzählt er … über das Leben … ? “Das Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust.” PS. “Nichts ist vergeblich.” | — | ||||||
| 2/15/26 | ![]() Arik Brauer | Damals, Anfang der 70er Jahre, waren die Bedingungen halt günstig, das Zeitfenster stand gerade weit offen für die radikal kritischen und selbstkritischen Lieder von Arik Brauer, dessen erstes Album in Gestalt eines phantastisch realistischen Triptychons 1971 zur Welt kam. Heute, mehr als 50 Jahre danach, sind die Verhältnisse aber doch ganz andere, oder etwa nicht? Halt, Moment! Wenn wir uns anhören, wovon der Maler, Sänger und geniale Geschichtenerzähler berichtet … was er anspricht … worauf er sich einlässt … dann wird schnell klar, dass es hier um Themen geht, die nach wie vor brandaktuell sind. Damals war es gewiss revolutionär, sie in noch nie zuvor gekannter Form so darzustellen. Und heute öffnen wir ein neues Zeitfenster: Auf Wiederhören … Arik Brauer, der 1929 geborene “Judenbua aus Ottakring”, überlebte die Zeit des Nationalsozialismus mit einer Riesenportion “Masel”, zuletzt versteckt in einem der zahlreichen Wiener Schrebergärten. 1971 tritt er in seinen Texten als Vorreiter der Versöhnung mit dem Opfer- sowie mit dem Tätersein auf, indem er diese beiden Seiten in ein und demselben Leben, auch in seiner eigenen Person, vorhanden sein lässt – und dies schonungslos aufzeigt: In dem Lied “Surmi Sui” erzählt er vom eigenen Gequält- und Erniedrigtwerden durch einen sadistischen Nazilehrer, in “Rostiger, die Feuerwehr kommt” von seiner eigenen unrühmlichen Rolle beim Quälen und Erniedrigen eines rothaarigen, kurzsichtigen Klassenaußenseiters. 2018 verdichtet er seine Lebenserfahrungen noch einmal – in einer Festrede zum 80jährigen Gedenken an den “Anschluss Österreichs”. Unbedingt lesenswert! Als Kind aus einer Nazifamilie, dem weite Teile der eigenen Herkunftsgeschichte durch Verschweigen, Verheimlichen und Uminterpretieren vorenthalten wurden, weiß ich, wie schmerzvoll notwendig dieses Ringen mit den inneren Engeln und Dämonen sein kann. Und was für erschaffende wie auch zerstörende Kräfte in der eigenen Phantasie beheimatet sind, auch wie unser jeweiliger Umgang mit ihnen die uns umgebende Realität beeinflusst, verändert, umgestaltet. Und so kann ich glaubhaft und nachvollziehbar bezeugen, welch welteröffnende Auswirkungen die Gefühle und Gedanken in den “ersten” Liedern von Arik Brauer gehabt haben und nach wie vor haben. Als ich gerade einmal 11 Jahre alt war, das war 1972, wurden mir diese Lieder, allen voran “Sein Köpferl im Sand”, von älteren Jugendlichen, die ich bewunderte, zum lauthalsen Mitsingen beigebracht. Endlich etwas echtes … Zur Abrundung des “echte Menschen live Erlebens” möchten wir euch noch ganz herzlich zur Premiere unseres Films IN BETWEEN (mit anschließendem Gespräch) am Montag, 16. 2. um 19 Uhr im Das Kino einladen. Hier schon mal der Trailer … | — | ||||||
| 2/8/26 | ![]() IN BETWEEN | Nachdem wir nun (völlig zu Recht) mit der ausgezeichneten Gedenkkultursendung “Unzerstörbar” zum 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert waren, denselben dann aber leider doch nicht gewonnen haben (warum auch immer) und jetzt am Montag, 16. Februar um 19 Uhr die Premiere unseres Dokumentarfilms “IN BETWEEN” im Das Kino stattfinden wird, sind wir auch in dieser Hinsicht (was die öffentliche Wahrnehmung unserer Arbeit anbelangt) im wahrsten Sinn des Wortes “dazwischen” oder eben “im Between”. Da bietet es sich naturgemäß an, wieder einmal so richtig innezuhalten und zu schauen, was dieses “kreative Kraftfeld” zwischen uns beiden eigentlich ausmacht und … was für eine “Zwischenwelt” wir da immer wieder erleben, gestalten und darstellen. Um diese Selbstbespiegelung auch für das unsichtbare Publikum auf unterhaltsame Weise stattfinden zu lassen und dem geheimnisvollen “Between” sowohl von innen wie auch von außen näher zu kommen, laden wir Carla Stenitzer zu uns ins Kunnstbiotop ein. Im Gespräch mit ihr werden sich nicht nur die für uns unsichtbaren Aspekte des gemeinsamen Radiomachens erhellen, sondern darüber hinaus auch die gesundheitsfördernden gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Experimente im nichtkommerziellen Umfeld eines wirklich freien Radios. Zitat aus unserem Film: “Freies Radio ist eine Notwendigkeit in diesem ganzen … Gebräu aus politischen Interessen, kommerziellen Interessen und Quotennotwendigkeiten …” Und überhaupt: “Freies Radio ist das, wo der Mensch sein kann, wer er ist … und das machen (kann), was er ist.” Dem wollen wir in dieser Sendung auf den Grund gehen. Gleichzeitig finden wir uns dabei auch im Bereich des Nichtdefinierbaren wieder. Ein Großmeister der Innenweltbeobachtung, Peter Gabriel, hat dies in der Einführung zu seinem Song “Secret World” bei einem Livekonzert in Tinley Park so ausgedrückt: “Sometimes people collect together. But two people merge together sometimes so close that you can’t see any space in between. And all of a flash … little pockets appear … little cracks … and a little rumble in the distance … this we could describe as the secret world.” Genau um dieses öffentliche Geheimnis geht es auch in unserer Arbeit: A secret world … | — | ||||||
| 1/18/26 | ![]() Wie klingt Afghanistan? | Zwei Biertrinker unterhalten sich während einer Veranstaltung namens “Afghanistan-Abend” und geraten dabei rund ums eigentliche Thema in ihre ureigensten Betrachtungsweisen. “Suchanfragen im Internet geben die kollektive Unwissenheit wieder.” Ein Schlüsselsatz aus diesem urkomischen Kopftheater, der uns hilft zu verstehen, auf welch oft verschlungenen Wegen sich Wissen, Halbwissen und Unwissen, vermengt mit Emotionen und stets in Weiterentwicklung begriffener Erinnerung, zur Vorstellung von etwas werden, von dem man dann glaubt, dass es genau so ist, wie man es jetzt gerade gesagt hat. In dem Hörspiel “Wie klingt Afghanistan?” von Thomas Glatz lässt sich eindrucksvoll und unterhaltsam nachvollziehen, wie und woraus “Für wahr gehaltenes” entsteht … Das Afghanistan-Thema gerade jetzt aufzugreifen hängt mit dem Umstand zusammen, dass mein Kollege Christopher Schmall und ich selbst für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert sind und dass die Rede zum Preis heuer von einer beeindruckenden Frau gehalten wird, und zwar von Manizha Bakhtari, Botschafterin in Österreich und Tochter des großen afghanischen Literaten Wasef Bakhtari. Der exzellente Dokumentarfilm “Die letzte Botschafterin” begleitet die kämpferische Diplomatin, die sich für Frauenrechte und Demokratie in ihrer Heimat einsetzt und die sich nach wie vor standhaft weigert, das Taliban-Regime auch nur im entferntesten als eine “Regierung” anzuerkennen. Auf ein offizielles Entlassungsschreiben des inzwischen von den “Terroristen” (wie sie die Taliban öffentlich nennt) geführten Außenministeriums reagierte sie so: “Tja, mein Herr, ich nehme keine Befehle von ihnen an, auch nicht von ihrem islamischen Emirat.” Als ich diesen Film auf Einladung vom Wolfgang Tonninger in der match.box zum ersten Mal sah, war ich gerade so sehr mit mir als 11-jährigem beschäftigt, der den Tod seines Vaters noch nie wirklich betrauern und verarbeiten hatte können, dass ich ihn regelrecht “links neben mir sitzen” spürte. Und als wir beide diese sehr lebendige Frau dabei beobachteten, wie sie immer weiter kämpfte und nicht aufgab, dabei aber nie ihre “gefährlichen” Gefühle wie Angst, Trauer und Zweifel am Sinn des ganzen unterdrückte und wie sie dann noch beim Begräbnis ihres Vaters öffentlich weinte, während sie ein Gedicht von ihm vorlas, da wurde uns beiden klar, dass wir damals genau so eine Mutter gebraucht hätten, die unserer Wut, unserer Verzweiflung und unserem Zusammenbruch standhalten würde und die nicht ausweichen, nicht ablenken und nicht mit ungeeigneten Mitteln wie Geld, Geschenken und erregter Betriebsamkeit versuchen würde, drüber hinweg zu trösten. Uns stiegen Tränen in die Augen. Tränen des Bedauerns, dass wir das damals nicht erlebt hatten. Und Tränen der Freude, dass auf ein Mal ein so deutliches Gegenbild zu einer im wahrsten Sinn verrückten (von uns und unserer Welt und vom Leben massiv ver-rückten) Person, die wir als Mutter gehabt hatten, vor uns erschien. Ein kleiner Vogel flog, als der Wald brannte, mit einem Schnabel voll Wasser immer wieder vom Fluss zum Feuer und wieder zurück. Damit könne er doch den Waldbrand nicht löschen, sagten die anderen Tiere zu ihm. „Es ist das, was ich tun kann. Das gibt mir das Gefühl, etwas bewirken zu können – und nicht nur ohnmächtig zuzuschauen.“ Ob der Waldbrand auf diese Weise erfolgreich bekämpft werden kann, das ist eine andere Frage, ergänzt Manizha Bakhtari diese Geschichte (die sie von ihrem Vater erzählt bekam). Und für mich ist die Rede, die sie halten wird, schon der Preis … Hören sie genau hin | — | ||||||
| 1/11/26 | ![]() Ein halbes Doppelalbum | Und wieder einmal öffnen wir eine Zeitkapsel, diesmal in Gestalt einer Langspielplatte (so hießen Musikalben damals im vordigitalen Zeitalter). Wir präsentieren euch “Ein halbes Doppelalbum” von Werner Pirchner, ein im allerbesten Sinn bewusstseinserweiterndes und weit über zahllose Genres hinausreichendes Meisterwerk, das völlig zu Recht seit seinem Erscheinen im Jahr 1973 unter Kennern Kultstatus hat. Das löbliche Wiener Label monkey.music hat 2015 eine auf 750 Stück limitierte Vinyl-Neuauflage herausgebracht, von der, wie man hört, aktuell noch ein paar Dutzend erhältlich sind. Für unsere heutige Sendung vorgeschlagen hat das akustische Ausnahmeerlebnis Kollege Rupert Madreiter, den ein wohl “etwas anderer” Deutschlehrer einst in Pirchners geniale Anderswelt einlud. “Pirchners vielschichtige Musik verbindet auf ungewohnte Weise Elemente aus Jazz, Unterhaltungs- und sogenannter Ernster Musik. Vom elektronisch verarbeiteten Jodler zum schräg harmonisierten Schubert, von einer Hommage für John Cage zur Persiflage der jugendlichen Indienwallfahrer und Drogenkonsumenten, von der parodierten Werbesprache zu noch heute gültigen sozialkritischen Texten spannt sich ein weiter Bogen. Oft wechseln seine Arbeiten zwischen unmittelbarer Vitalität und einer Art Metamusik, die sich analytisch mit vielbenutzten Musikmodellen auseinandersetzt. Als Autodidakt hatte Pirchner angefangen; eigenwillig und in kein Stilklischee einzuordnen blieb er bis zu seinem Tod.” Wikipedia “Aufgenommen zwischen 1966 & 1972 im Stadtsaal Ibk, mit zwei Revox Tonband-Maschinen. Zur gleichen Zeit startet die Karriere von Frank Zappa in Amerika. Werner Pirchner hat hier in unserem Land ähnlich kongeniales geschaffen. Wir hören hier “Pirchnereske Musik”. Werner Pirchner und sein Ensemble bewegen sich zwischen Avant-Garde und Comedy. Ein unglaublich kreatives Werk, das zu seiner Zeit seines Gleichen suchte. Die Zeit war einfach noch nicht reif für Werner Pirchner. Das gab uns den Anlass “Ein halbes Doppelalbum” im Original Cover und remastered wieder zu veröffentlichen. 1973 brachte Werner Pirchner das Album erstmals als LP heraus. In Plattensammlerkreisen hat dieses, schon damals limitierte Werk, Kultstatus und ist längst vergriffen. Limited Edition: 750 Stück, nummeriert, im Original Faltcover. Mit Sicherheit ein Reissue-Sammlerstück! Und als Download überhaupt erstmals verfügbar.” monkey “Den ersten Text habe ich geschrieben, da habe ich einmal Grippe gehabt, oder was, da bin ich im Bett gelegen und habe einen Film gesehn mit dem O.W. Fischer »Erzherzog Johanns letzte Liebe« oder so. Da haben sie das Lied gesungen »Wo das Büchserl knallt«, und bei mir is es gleich weitergegangen »Wo das Bomberl fallt«. Dann habe ich den Text fertig geschrieben und wollte, dass das jemand singt, jemand vom Rundfunk. Und der hat sich dann nicht getraut und hat gesagt, ich solls selber singen und dann hab ichs selber gesungen.” Werner Pirchner zu “Ein halbes Doppelalbum” All dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen – außer der herzlichen Einladung, sich dieses außergewöhlich inspirierende Kopftheater aufmerksam anzuhören und dadurch Werner Pirchners sehr wesentliches Vermächtnis mit uns zusammen ins Hier und Jetzt zu befördern. Denn seine Statements sind von zeitloser Gültigkeit. Die Möglichkeit dazu besteht sowohl am 11. 1. um 17 Uhr auf allen Frequenzen der Radiofabrik und im Livestream, als auch danach noch auf unserem Kanal in der Mediathek der Freien Radios (und zwar ohne Ablaufdatum). Sehr zum Wohl … Wir sind ein geiles Institut | — | ||||||
| 11/30/25 | ![]() Lebens Geschichten | Geschichten, die das Leben erzählt, spiegeln sich in den Menschen, die sie erlebt haben – nein, eigentlich auch immer noch erleben. Und wenn sie das tun, also von ihrem Erleben erzählen, dann verlebendigen sie ihre Erfahrungen für uns andere und “der sprichwörtliche Funke” kann regelrecht überspringen. Seit einiger Zeit geht die Sendereihe Gesprächsfunken – Facetten vieler Leben diesem Phänomen nach und verwirklicht die Darstellung von persönlich erzählten Lebensgeschichten auf eine, wie wir finden, bemerkenswert berührende Art und Weise. Davon haben wir bereits einmal in der Sendung “Echte Menschen, Live!” berichtet. Und ich selbst habe mich, daraufhin neugierig geworden, mit meinen Geschichten vom Leben in eine Gesprächsfunkensendung eingeladen. Dabei ist eine Folge mit dem Titel “Live and let live: Vergeben lernen – mit den inneren Kindern an der Hand” entstanden – und ich konnte in diesem Selbstversuch feststellen, dass Birgit Brandners Konzept tatsächlich funktioniert. Und zwar nicht nur mit Frauen, sondern auch mit Männern und, wie das bei mir der Fall ist, mit einem Mann, der Gewalt von weiblicher Seite erlebt hat. Nun, wodurch hat sich dieser Eindruck bei mir in Richtung eines Beobachtungsergebnisses verfestigt? Ganz einfach – beim Nachhören der fertigen Sendung ist mir aufgefallen, dass ich mich in der Gesprächssituation (von mir während der Aufnahmen noch unbemerkt) “geöffnet” und mich “der neugierigen Fragestellerin anvertraut” haben muss. Das machte ich am Klang meiner Stimme fest, den ich inzwischen schon in verschiedenen Settings zu beurteilen gelernt habe. Ich hörte dabei auf einmal viel mehr Klangfarben als sonst, eine feiner abgestimmte Sprachmelodie, und was vielleicht am bedeutendsten ist, ich spürte Begeisterung, Leidenschaft und Lebendigkeit in meiner Erzählweise, und dies im Vergleich mit anderen, durchaus gelungenen Auftritten, noch intensiver. Das alles macht mir Lust auf mehr … und ich will verstehen, wie das funktioniert … Peter Levine, dessen Somatic Experiencing ich bereits des öfteren als wesentlich für meine Traumatherapie angesprochen habe, beschreibt in seinem grundlegenden Buch “Sprache ohne Worte” ein interessantes Phänomen: Sobald sich uns ein Mensch in einer Weise aufmerksam zuwendet, dass ein sicherer Ort des Vertrauens entsteht, löst dies in uns eine umfassende Selbstregulation des gesamten Nervensystems sowie der an diesem Prozess beteiligten Biochemie aus und wir können von jetzt auf gleich wieder gänzlich “gesund und selbstentsprechend” denken und reden. Das ist definitiv eine interessante Spur, die wir näher beleuchten wollen. Es würde nebenbei auch erklären, warum “industrielle 3-Minuten-Medizin” so frustrierend und oft auch wirkungslos ist – und warum jedwede Zuwendung im Heilungsbereich, die mit urteilsfreier Aufmerksamkeit und “sich Zeit nehmen” einhergeht, rein schon im Entstehen dieses “intuitiven Vertrauensfeldes” als irgendwie gesundend erlebt wird. Machen wir die Probe aufs Exempel oder Wiederholen wir unser Experiment: Also, diesmal neu im Artarium: Selbstversuch die Dritte mit Birgit Brandner Live On Air. Wir sind ein geiles Institut | — | ||||||
| 10/26/25 | ![]() Die heilige Johanna | Diesmal stellen wir euch ein im angenehmsten Sinn “etwas anderes” Theaterprojekt vor, das uns darauf neugierig gemacht hat, endlich wieder einmal eine Aufführung mit allen Sinnen zu genießen – und nicht einfach nur brav blökend das sonst übliche Überangebot zu konsumieren (wovon wir uns aber ohnehin lieber fernhalten). Wir besehen das Stück “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” von Bertolt Brecht, das schon bald in der Inszenierung von Cassandra Rühmling an verschiedensten Orten in Stadt und Land Salzburg zu sehen sein wird. Allein schon die Auswahl der Spielstätten ließ uns aufhorchen – so findet etwa die Vorpremiere am 1. 11. um 19:30 Uhr in der altkatholischen Kirche statt – das ist schon einmal erfrischend anders als “Theater immer nur im Theater”. Beim Schreiben dieses Artikels stelle ich fest, dass ich hier keine wie auch immer gearteten Interpretationen, Brecht-Traditionen oder sonsterlei ideologische Vereinnahmungen seines Werks anführen – ja, nicht einmal verlinken möchte. Das hat wohl mit der unrühmlichen Brecht-Verdammung hierzulande (in der Zeit des kalten Krieges) zu tun und mit der bizarren Geschichte rund um seine Staatsbürgerschaft. Die ihm vor 75 Jahren verliehene österreichische hat er ungeachtet der damit verbundenden Skandale und Hysterien zeitlebens beibehalten. Das freut uns (im nachhinein) am heutigen Nationalfeiertag, der einst Tag der Fahne hieß und von fähnleinschwenkenden Kindern mit “von oben” verordneter Freude “begangen” wurde. Seither widerstrebt es mir, vorgegebene Deutungen und Be-deutungen (von wem bitte, von wem?) aufgetragenerweise wiederzugeben. Und so fühle ich mich bei “echt lebensnachspürenden Inszenierungen” wesentlich wohler. Denn Cassandra Rühmling dringt gemeinsam mit ihrem engagierten Ensemble in die tieferen Schichten der heiligen Johanna vor. Wiewohl die politische Aktualität von ungerechter Ausbeutung deutlich zur Sprache gebracht wird, steckt in dem recht komplexen Stoff doch noch einiges mehr an psychologischem Erkenntnisgewinn, etwa über das Kommunizierenwollen und das Verstandenwerdenkönnen oder die Rückbesinnung auf ein in allen Kämpfen mit inneren wie äußeren Verhältnissen fortwirkendes “Mensch sein”, ohne das weder Überleben noch Verstehen gelingt. Wir freuen uns also schon auf die erwähnte Vorpremiere am 1. November und ganz speziell auf die Regisseurin und zugleich Hauptdarstellerin, die bei uns im Studio zu Gast sein und uns mehr als nur einige Einblicke in “die heilige Johanna” sowie ihre faszinierende Arbeit durch die vielen Schichten des Dramas bieten wird. “Diese Frau macht kein Theater – sie ist eins.”, sagt man über sie. So eine Verkörperung dessen, was Theater ausmacht, selbst zu erleben, das empfehlen wir naturgemäß ausdrücklich. Alle Termine und Tickets elegant auf dieser Seite: Theaterplatz.at Und Thomas Oberender empfiehlt: “Hören sie genau hin!” | — | ||||||
| 10/19/25 | ![]() Kolonialwaren | Wenn heute jemand das N-Wort (für Menschen dunkler Hautfarbe) nicht verwenden will, dann hoffentlich deshalb, weil es (und seine noch abwertendere Variante, die schwarze Menschen als rechtlosen Besitz weißer Plantagenbesitzer bezeichnet) nach wie vor die Geschichte eines über Jahrhunderte verübten Verbrechens gegen die Menschlichkeit weiter erzählt – und zwar so, als wäre es ganz normal gewesen, mit Menschen wie mit Kolonialwaren zu handeln – Sachen, die einem gehören und mit denen man machen kann, was man will. Und wenn wir uns heute so umschauen auf der Welt, dann wird genau die Geschichte – von höheren und niedrigeren Menschen und vom Recht der einen, die anderen zu besitzen und zu beherrschen – vielerorts wieder traurige Realität. Foto: Schlot.at Beitrag: Julius Meinl Nun haben wir in Österreich keine böse Kolonialgeschichte (wie etwa die belgische eine war) … möchte man immerhin meinen. Doch wenn wir unser Augenmerk von Afrika oder überseeischen Gebieten auf den benachbarten Balkan richten, dann sieht das schon wieder anders aus. Auch wenn es dabei nicht um den allseits begehrten Kaffee ging, um Kolonialwaren und deren billige Inbesitznahme ging es auch im Fall von Bosnien-Herzegowina. Meine eigene Familiengeschichte kann davon Finsteres berichten – und zwar von Seiten der Täter*innen. Noch heute preist man etwa den Holzreichtum Bosniens als gewaltige natürliche Ressource. Zur Zeit der Okkupation (und später Annexion) durch Österreich-Ungarn (von 1878 bis 1918) wurde mein Urgroßvater als ein Mitglied der “k.u.k. Landesregierung” in hohen Positionen der “Forstabteilung” damit beschäftigt, so viel Holz als möglich aus den bosnischen Wäldern “zu gewinnen”, und zwar um Schwellen für den Eisenbahnbau in der gesamte Monarchie bereit zu stellen. Hier ein Video seiner Villa in Sarajevo. Man kann ihn also durchaus als einen privilegierten Ausplünderungsbeauftragten bezeichnen. Und jetzt schauen wir uns einmal das Verhältnis der Österreicher*innen zu den Einwohner*innen Ex-Jugoslawiens an – wie es sich seit damals entwickelt hat – und wie es sich heute darstellt und vor allem anfühlt (und zwar für beide Seiten). An diesem Punkt der Überlegung kommt unweigerlich das österreichische T-Wort, nämlich “Tschusch”, ins Spiel. Danke, Lukas Resetarits! Und die bemerkenswerte Beobachtung, wie sich die Ausgegrenzten “der ersten Generation” verwandelten … Im Grunde handelt diese Sendung auch “vom Hausneger” und “vom Lakai” – zwei weiteren zutiefst abwertenden Bezeichnungen für zwei längst überholt geglaubte gesellschaftliche Positionen – in die wir jedoch zu unseren Lebzeiten persönlich hineinvergewaltigt wurden, wovon wir in Gestalt von zwei anschaulichmachenden Anekdoten noch berichten werden. Und davon ausgehend wollen wir versuchen, die unselige Spirale der Gewalt zu durchbrechen, in der viele frühere Opfer später zu Tätern werden (fast schon zwangsläufig). Und ja, hier sind das speziell Täterinnen. “De Frauen san de Tschuschn vo da Wöd” (John Lennon auf Wienerisch) PS. Mwita Mataro (At Pavillon) hat uns durch seinen Film “Austroschwarz” und mit seinem Song “Schwarzer Hase” zum Nachdenken über die Kolonialwaren angeregt – und somit des weiteren auch zur Gestaltung der heutigen Signation inspiriert. Peter Gabriel geht in seiner Arbeit am jüngst erschienenen “Live and Let Live” der Frage nach, inwieweit “Forgiveness” im Sinne von Nelson Mandela beim der für uns alle so notwendigen Befreiung aus den Verstrickungen von Schuld und Rache eine wesentliche Rolle spielt – ja, geradezu unverzichtbare Voraussetzung dafür ist. | — | ||||||
| 10/12/25 | ![]() Innergebirg | “Innergebirg einmal anders”, könnte man so sagen, wenn einen die ab- und hintergründigen Geschichten von Thomas Mulitzers neuem Mundart-Album entgegenwehen. “Zehn Lieder aus der Schattseite der Heimat”, so heißt es in der Erscheinungs-Ankündigung auf seiner Homepage. Und das ist gewiss nicht untertrieben. Kunstvoll in der Schwebe gehaltene Ambivalenzen zwischen gefühlter Identität und schleichendem Erschrecken formen ein Gesamtereignis, das der tatsächlichen Wirklichkeit des Lebens und Erlebens erstaunlich nahe kommt. Dazu hat mit Sicherheit die feine Arbeit von Produzent Fabio Schurischuster von der Grazer Mischerei beigetragen, die das neue Solowerk in ein Klangbild einbettet, das ausgewogen zwischen Hoamat und International changiert. Wir freuen uns ja erheblich darüber, dass wir dieses Heilmittel gegen die einseitige Heimattümelei pünktlich zu den verordneten Jubelfeiereien erhalten haben, die gemeinhin und gemeinerweise den Herbst zu einer patriotismusbesoffenen Jahreszeit verunstalten. Kaum sind wir einem immer noch lederhosendepperter werdenden Rupertikirtag mit seinen plumpen Fickdirndln entronnen, da dräut uns auch schon der Kärntner Landestrubel (10. Oktober) – hier zum Ausgleich zwei Partisanen – und dann auch noch der sonderbare Nationalfeiertag am 26. Oktober, dem wir heuer zum Glück ebenfalls einen schönen Kontrapunkt aufsetzen können, nämlich mit einer Sendung zur Brecht-Inszenierung “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” von und mit Cassandra Rühmling, auch im Hinblick auf Bertolt Brechts österreichische Staatsbürgerschaft, die er vor 75 Jahren erhielt. Da war aber bald Feuer im Karton und die Geschichte als ein Beispiel dafür, warum es in diesem Land so ist, wie es ist, sei hier nachgelesen. Es macht viel Arbeit, zu dem, was wir hier erleiden, Stellung zu beziehen – zudem auf eine Art und Weise damit umzugehen, die uns unsere Lebenslust und Freude nicht verdirbt … Da könnten wir beim Pongauer Poeten und seinem neuen Album “Innergebirg” nachfragen, wie das denn gehen soll, im speziellen Fall “die Heimat lieben”, dabei zugleich “hinter den schönen Schein der Fassaden und Klischees zu blicken”. Und wir könnten uns anschauen, wie das andere Vertreter der Kunstform kritische Heimatdichtung so mundhaben. Als ein besonders gutes Beispiel erscheint uns der Weiherer, zumal der ja auch in seiner Mundart singt und dabei oftmals scheinbare Gegensätze überbrückt, unter anderem den zwischen Hans Söllner und Fredl Fesl. Bei dem Lied “Fährmann” trifft er sich mit Thomas Mulitzer definitiv im Abgründigen. Im Pressetext zu dessen am 24. Oktober erscheinen wollenden Werk heißt es ja unter anderem: “Inspiriert von der Tradition der Murder Ballads verhandeln die Lieder lokale Geschichten, Mythen und unaufgeklärten Verbrechen – immer mit einem Blick für das, was Friedrich Achleitner das G’fäude nennt: das Verfaulte und Verfehlte, das ansonsten keine Beachtung erfährt, das aus dem Normalzustand herausreißt und eine unheimliche Dimension freilegt. Zwischen Wahrheit und Fiktion erzählt …” Innergebirg einmal anders – so wie es ist. | — | ||||||
| 7/6/25 | ![]() Live im Literaturhaus | 06.07.2025 - Radiomacher Live On Stage - Christopher Schmall und Norbert K.Hund leseperformen "in und um einander" (also das, was sie sonst immer im Radio tun). Wohl bekomms! | — | ||||||
| 6/8/25 | ![]() Die verwaltete Welt | Wir werden verwaltet – und wir verwalten uns selbst. Wie meinen? Zwischen unseren letzten zwei Sendungen, die einigermaßen begeistert über die Leseperformance “NORMAL – Eine Besichtigung des Wahns” berichteten, und unseren kommenden Radioarbeiten, die sich auf den anstehenden Sommer mit seinen illustren Festen beziehen, möchte ich quasi als Nachtrag zu all der “Kritischen Theorie” und “Dialektik der Aufklärung”, die uns an jenem denkwürdigen Abend im Literaturhaus regelrecht “einverdichtet” wurden, ein legendäres Gespräch mit dem Titel “Die verwaltete Welt” von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Eugen Kogon (aus dem Jahr 1950) zu Gehör und vor allem zu Gespür bringen. Denn es kommt sehr darauf an, wie sich die Herren dabei anfühlen: “Herr Professor Horkheimer, Herr Professor Adorno, ich wollte unser Gespräch über die verwaltete Welt beginnen mit der Feststellung, dass der moderne Mensch herumirrt – suchend nach seiner Freiheit. Und die Art, wie ich eben zu unserem Gespräch gekommen bin, und wie ich weiß, dass auch sie kamen, die erinnert mich sehr an diesen Zustand. Jetzt, vor einer halben Stunde, sollte ich bereits woanders sein. Und von ihnen, Herr Professor Horkheimer, weiß ich, dass sie in einer Viertelstunde bereits in Bad Nauheim sein sollen. Und wir wollen uns doch ausgiebig, ruhig und vernünftig über dieses so enorm wichtige Thema unterhalten: Die verwaltete Welt. Und da sitzen wir also, sozusagen zitternd, nervös, weil andere Termine auf uns warten. Von diesem Zustand müssen wir frei werden. Ich für meine Person werde also jedenfalls bei unserem Gespräch jetzt so tun, als ob ich beliebig Zeit hätte. Und ich denke, dass aus diesem “als ob” eine Wirklichkeit werden kann. Und das ist, glaube ich, genau das Thema unserer Unterhaltung: Ob es möglich ist, eine solche Haltung einzunehmen, und daraus eine neue Wirklichkeit zu machen …” Es fasziniert doch immer wieder, wie aufmerksam die drei Herren in ihrem Gespräch auf einander Bezug nehmen und wie präzise, ja geradezu druckreif sie nach all der Erniedrigung und Lebensgefahr, die sie während der Nazizeit erlebt haben, hier ihre Überzeugungen ausdrücken. Dies mitanzufühlen, macht auch jüngeren Menschen, die nicht fachspezifisch in Geschichte, Philosophie oder Sozialkritik vorgebildet sind, eine Denkweise zugänglich, die uns allen immer noch dabei helfen kann, uns in der zunehmend unübersichtlich werdenden Welt, in der wir leben, zurecht zu finden … Wie aktuell ihre Gedanken für unseren Umgang mit Zeitnot, Termindruck und Stress sein können, das erklärt sich aus dem oben abgedruckten Einstieg in jenes Gespräch sozusagen von selbst. Hören sie genau hin … | — | ||||||
| 4/14/25 | ![]() Jenseits von Jedem | Wie es inzwischen zur guten Gewohnheit geworden ist (“Es muss feste Bräuche geben, sagte der Fuchs”), spielen wir auch am heutigen Sonntag nach der Perlentaucher-Nachtfahrt wieder ein ganzes Album. Die bis zum Prädikat epochemachend stilprägende Band Blumfeld rund um den Autor und feinwahrnehmenden Musikpoeten Jochen Distelmeyer veröffentlichte anno 2003 eine hochverdichtete Gefühlsweltsythese namens “Jenseits von Jedem”. Und auf diese Reise quer durch die ambivalentesten Mehrdeutigkeiten der darauf beschriebenen (und meisterlich in Musik umrahmten) Szenarien wollen wir uns und euch diesmal entführen (lassen). Dabei entdecken wir, dass wir alle Teil der selben Bewegung sind, sowohl von ihr bewegt werdend, als sie eben auch bewegend … Genau so ein “mediopassives Selbstverständnis”, von dem auch Hartmut Rosa spricht, das kommt in den verschiedensten Liedern auf diesem Album immer wieder zum Ausdruck. Was das über die Jahre mit mir gemacht hat (und was ich daher damit mache) und – warum uns gerade diese Musik in unserer letzten Perlentaucher-Nachtfahrt mit dem nicht ganz “eindeutigen” Titel “Ein multifaktorielles Umfangen” besonders beschäftigt, das sollen die einzelnen Stücke am besten selbst erzählen. Denn, wie schon der große Axel Corti in seinem letzten Schalldämpfer bemerkte: “Die Moral von der Geschicht IST die Geschicht.” Jenseits von jeglichem von wem wie auch immer zugeschriebenen Schachterl, in das eine Begegnung, ein Berührtwerden, eine Erschütterung oder eben auch eine Geschicht, die sich daraus erzählt, einsortiert werden soll, wohnt, lebewest, geht ein Prozess vor, werdendes wie vergehendes Verwandeln, dem wir sowohl ob- als auch unterliegen. Und in der minimalen Zeit, die es brauchen würde, um das gerade Stattfindende in irgendeine Definition zu befördern, hat sich das Leben in mehrere Richtungen zugleich weiter entwickelt. Kurz nach der Auflösung von Blumfeld habe ich anlässlich der Vorstellung seines ersten Soloalbums “Heavy” mit Jochen Distelmeyer gesprochen – über Depression, die Ungerechtigkeit auf der Welt und die eventuelle Möglichkeit, durch öffentliches Ausdrücken der eigenen radikalen Selbstwahrnehmung wenigstens ein Stück von dieser immer in wechselseitiger Beziehung stehenden Innen-Außenwelt zu gestalten. Damals hatte ich den Eindruck, er antworte irgendwie ausweichend. Heute jedoch verstehe ich ihn als jahrelang gegen ihm auferlegte Kategorisierungen kämpfend. Und als jemand, der sich entwickelnd seinen Weg geht. Der bis jetzt (soweit ich das aus der Ferne sehen kann) den meisten der über ihm abgeworfenen Käfigfallen in der Art von “Er ist dies, er ist das” entkommen konnte. Das macht mir Mut zu mir selbst, dazu, mir beim Entwickeln meiner Möglichkeiten wohlwollend und gelassen zuzuschauen. Die schlimmsten (und am schwersten zu entkräftenden) Verurteile sitzen ja schon längst tief in einem (oder einer) selbst. Denen wollen wir entgehen. Jenseits von Jedem Arielle wirft sich in Schale Sie geht mit ihren Schwestern aus Ihr Ex, der alte Egomane Masturbiert und bleibt zu Haus Und wer sie sieht, gerät ins Schwärmen Was niemand weiß, sie ist verliebt Sie möchte den DJ kennenlernen Der zur Eröffnung Shanties spielt Der Rabensohn ist auf der Flucht vor seinen Eltern Er geht zum Karneval, verkleidet als Vampir Lass uns nicht von Sex reden | — | ||||||
| 3/16/25 | ![]() Scheiterhaufen – O.K.! (Album) | Wir sind Perlentaucher. Und manchmal stellt sich die Frage, wo so ein im Strom der Gezeiten angefundenes Kleinod (die wir in unseren Radiobiotopen gern vorstellen) ursprünglich herkommt. Höchste Zeit für eine Berichtigung. Die Rede ist von dem sehr besonderen Album “O. K.!” von Scheiterhaufen, das auch wir immer wieder fälschlicherweise einem gleichnamigen DJ-Kollektiv aus dem Salzburger Innergebirg zugeordnet haben. Nachdem wir uns unlängst entschieden hatten, dieses fürwahr außergewöhnliche Werk endlich einmal in seiner ganzen Gesamtheit zu spielen, machten wir uns auf die Suche nach den eigentlichen Urhebern desselben. Und – wir sind wirklich fündig geworden – im benachbarten Deutschland – in der Zeit der Jahrtausendwende … Dort und damals entschlossen sich zwei Freunde, die sich für selbst geschriebene und vorgetragene Texte begeisterten, damit etwas ganz eigenes zu machen. Sie waren einerseits fasziniert von all den Ausdrucksmöglichkeiten, die das in jener Zeit aufkommende HipHop-Genre mit sich brachte, andererseits aber zutiefst abgestoßen von dem, was sich daraufhin als zunehmend populär werdender “Deutschrap” oder eben deutscher HipHop in ihre und unsere Gehirne drängen sollte. In dieser Situation schufen sie ein (in unseren Ohren) Meisterwerk der Sprachkunst, das noch dazu aufgrund seiner alle gängigen Klischees des kommerziellen HipHop ad absurdum führenden Beats so etwas wie “genresprengend” wurde. Einer von den beiden, Kamal Nicholas, kann sich an den Entstehungsprozess und die ersten Aufnahmesessions dieses Albums erinnern und erzählt dabei Erstaunliches: Zwei Freunde texten (jeder für sich) zu einem jeweils gemeinsamen Thema und verbinden ihre Beiträge sodann in spontanen One-Take-Aufnahmen zu den einzelnen Tracks. Das ist eine Herangehensweise, die unserem eigenen “Workflow” beim Radiomachen und unserem Umgang beim spontan-assoziativen “sich zusammenfinden lassen” von Musik- und Textstimmungen sehr nahe kommt. Auch deshalb ist uns derart zustande Gekommenes in seiner endgültigen Gestalt (was immer wieder nur eine Momentaufnahme sein kann) so sympathisch. Wenn wir eine Themensendung wie “Triptychon zur Traurigkeit” erschaffen, dann ereignen sich dabei sowohl im Vorfeld als auch Live On Air ganz ähnliche Prozesse wie beim heute mit Freude vorzustellenden Scheiterhaufen. Und dass wir deren bemerkenswertes Mund- und Klangkunstwerk in sendetauglicher Qualität mit euch teilen können, verdanken wir Klaus Donarski, der als DJ Zapotek an der Produktion einer im nachinein herausgekommenen CD-Version beteiligt war. Weiterführende Links: Kamal Nicholas aka Soda auf Bandcamp Mnemotrauma – Der Audiopath (von Klaus Donarski) Homepage von subversive*rec (offbeaters) Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Mozartkugeln scheiß … | — | ||||||
| 2/23/25 | ![]() It’s all over now, Baby Blue | Wie umgehen im Leben? Wie umgehen mit der Angst? Unlängst drang Ungeheuerliches aus der Verhandlerei von FPÖ und ÖVP, etwa zum Thema Medienpolitik: So sollten die gesetzlich verankerten Förderungen für den Freien Rundfunk massiv gekürzt werden. Statt dessen sollten sogenannte “Alternative Medien” mit öffentlichen Geldern versorgt werden, der FPÖ nahestehende Propagandaplattformen, die jenseits jedweder journalistischer Qualitätsstandards hauptsächlich faktenferne Volksverwirrung verbreiten, gepaart mit parteilicher Lobhudelei im Sinne eines seltsamen Personenkults um den kleinen Mann, der die Partei des kleinen Mannes anführt. Kunnst dir vorstellen, dass sich Bob Dylans “Baby Blue” auf den kleinen blauen Brillenschlumpf anwenden ließe? Unmittelbar nach dem Scheitern der Kollisionsverhandlungen zur Bildung einer blauschwatzen Bundesgierung ging bei mir der nächste Angstfilm an den Start: Es wird Neuwahlen geben und dadurch werden die Wahnsinnigen noch stärker werden… Doch dann gelang es mir, für einen Moment das wohlig warme Gefühl der Erleichterung aus meinem Bauch aufsteigen zu spüren und ich beschloss, jetzt und hier zunächst einmal diesen Augenblick zu genießen. Und mich von jeder auf mich einstürmenden (und in mir hochsteigenden) Katastrophenhysterie zu distanzieren. Ich habe weit wichtigeres zu tun, als mich von geisteskranken Kriegsgewinnlern des menschlichen Abgrunds in denselben mitreißen zu lassen. Zum Beispiel meine eigenen Abgründe auszuloten und die vielen vernachlässigten Kinder in mir selbst in Sicherheit zu bringen. Denn niemand anders kann mir meine Welt reparieren… Und nirgendwo anders beginnt die Welt, in der wir alle miteinander verbunden sind. Ich habe die Nazis überlebt und daher weiß ich auch, wie naheliegend und verlockend es ist, den eigenen Schmerz nicht fühlen zu müssen, indem man ihn jemand anderem zufügt. Genau da beginnt die Täter-Opfer-Umkehr – als Opfer-Täter-Umkehr in einem selbst. Du kannst dir selbst als Baby begegnen (und das ist eine Herausforderung) oder du wirst als aufgeblasenes, wutverstopftes und ständig unzufriedenes Riesenbaby in der Welt herumsausen und andere Unzufriedene um dich versammeln, die so wie du keinen Gefühlszugang zu sich selbst haben und unweigerlich Unheil anrichten. Das Sympathische bei Bob Dylan dagegen ist, dass seine Wortbilder sich seit jeher jeglicher Definition entziehen. So rätselt die Gemeinde der Dylandeuter:innen immer noch daran herum, wer mit Baby Blue eigentlich gemeint sein könnte. Das Schöne am gefühlsdenkerischen Zugang, wie wir ihn pflegen, ist wiederum, dass sich dieser Text bei jeder neuen Betrachtung wie von selbst interpretiert: Christopher Schmall – blau, gewesen. Und so geht auch das mit dem Brillenschlumpf. “Ach, geh mir doch weg.” Prinzessin Dylia weiß intuitiv, wie man den garstigen Gnom wieder los wird. PS. Es gibt einen neuen Dylan-Film, der bezeichnenderweise “Like A Complete Unknown” heißt und hier im BR-Magazin Capriccio herzallerliebst vorgestellt wird. Am Donnerstag, 27. Februar sowohl um 17:00 als auch um 20:15 im DAS KINO. “Sie sollten dich wie lassen?” – “Wie auch immer sie mich nicht haben wollen.” | — | ||||||
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